Die Alliierten rufen Anfang August 1945 einen Internationalen Militärgerichtshof ins Leben, der in Nürnberg tagt. Er ist zuständig für die Verurteilung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen den Frieden. Am 20. November 1945 beginnt der erste der Nürnberger Prozesse gegen 24 Hauptkriegsverbrecher und sechs verbrecherische Organisationen des "Dritten Reiches". Nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer werden am 1. Oktober 1946 12 Angeklagte zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Verurteilte

Unter den zum Tode Verurteilten sind der ehemalige Außenminister Joachim von Ribbentrop und NS-"Chefideologe" Alfred Rosenberg. Hermann Göring entzieht sich dem Henker durch Selbstmord. Sieben Angeklagte, darunter der "Stellvertreter des Führers" Rudolf Heß, "Reichsjugendführer" Baldur von Schirach und Rüstungsminister Albert Speer, erhalten langjährige oder lebenslange Haftstrafen. In drei Fällen erfolgen Freisprüche, weil eine Schuld nicht nachgewiesen werden kann.

Nachfolgeprozesse

In Nürnberg werden vor US-Militärgerichten bis 1949 zwölf weitere Prozesse gegen deutsche Ärzte, Juristen, Industrielle, SS- und Polizeiführer, Militärs, Minister, Beamte und Diplomaten geführt. Von 177 Angeklagten werden 142 zu Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Neben den Nürnberger Prozessen finden in allen vier Besatzungszonen weitere Verhandlungen gegen Kriegsverbrecher statt.

(ab, mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 13.09.2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Baghdady, Anne/Würz, Markus: Nürnberger Prozesse, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/nachkriegsjahre/entnazifizierung-und-antifaschismus/nuernberger-prozesse.html
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