geb. 1952

 

Martin Gutzeit

 

Theologe und Politiker

1952
30. April: Martin Gutzeit wird als Sohn eines Pfarrers in Cottbus geboren.
1968-1970
Ausbildung zum Elektromonteur in Calau.
1970/71
Relaismechaniker bei der Energieversorgung Cottbus.
1971
Nach dem Abitur an der Abendschule in Cottbus wird Gutzeit zum Wehrdienst eingezogen den er total verweigert.
1971/72
Diakoniehelfer auf dem Martinshof in Rothenburg/Oberlausitz.
1972-1979
Studium der Theologie und Philosophie am Sprachenkonvikt Ost-Berlin.
1977-1981
Zusammen mit seinem Studienfreund Markus Meckel gründet Gutzeit einen "Hegel-Kreis", wie ihn das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) nennt. Privat studiert er die Philosophien von Immanuel Kant (1734-1804) und Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831).
1980-1982
Nach dem Abschluß des Studiums wird Gutzeit zunächst Vikar in Berlin-Pankow.
1982-1986
Pastor in Schwarz bei Neustrelitz.
1983-1987
Teilnehmer an den mobilen Mecklenburger Friedensseminaren.
1984
Mitarbeiter im Arbeitskreis Theologie und Philosophie beim Bund der Evangelischen Kirchen in Berlin.
1986-1990
Assistent am Sprachenkonvikt Berlin.
1989
Juli: Zusammen mit Markus Meckel verfaßt Gutzeit den Initiativaufruf zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP).
Oktober: Mitbegründer der SDP. Gutzeit wird in den Vorstand gewählt und später stellvertretender Geschäftsführer der Partei.
September-November: Teilnahme an den Treffen der Kontaktgruppe der Opposition, die den Zentralen Runden Tisch initiiert.
Dezember: SDP-Vertreter am Zentralen Runden Tisch. Gutzeit steht zu Beginn für einen behutsamen Weg zur deutschen Einheit und für einen Erhalt der idealen Werte des Sozialismus, wird aber von den Ereignissen überholt. Für die bevorstehenden Wahlen zur Volkskammer nimmt die SDP Wahlkampfhilfe der bundesdeutschen SPD entgegen.
1990
Januar- September: Mitglied des Parteivorstandes der SPD in der DDR.
März-Oktober: Als Abgeordneter der Volkskammer übernimmt Gutzeit das Amt des parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Fraktion, außerdem wird er Mitglied des Präsidiums.
Oktober-Dezember: Mitglied des Deutschen Bundestages.
1991
Februar-September: Assistent an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität.
1991/92
Oktober 1991-Dezember 1992: Werkvertrag bei der Friedrich-Ebert-Stiftung für Recherchen über die Opposition des Herbstes 1989.
1992-1994
Sachverständiger in der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland.
1993
Landesbeauftragter für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR in Berlin.
1994
Zusammen mit Markus Meckel veröffentlicht Gutzeit die Schrift "Opposition in der DDR".
1995
Zusammen mit anderen Bürgerrechtlern der früheren DDR wird Gutzeit das Bundesverdienstkreuz verliehen.
1997
Gutzeit warnt zusammen mit anderen Begründern der Ost-SPD vor Bündnissen mit der PDS, da dies zu einer Zerreißprobe für die SPD führen würde.

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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