Als "Schild und Schwert der Partei" ist das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das wichtigste innenpolitische Repressionsinstrument der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Das MfS wird am 8. Februar 1950 gegründet. Die Leitung des Ministeriums übernimmt Wilhelm Zaisser, sein Stellvertreter ist Erich Mielke. Der Aufbau des MfS erfolgt unter der Anleitung sowjetischer Offiziere nach dem Vorbild der sowjetischen Geheimpolizei. Die Aufgaben und Zuständigkeiten des MfS werden nie klar definiert. Es ist keinen gesetzlichen Beschränkungen unterworfen. Seit der Gründung wächst die Zahl der Mitarbeiter ständig. Im Oktober 1989 arbeiten 91.000 Menschen hauptamtlich für das MfS. Nahezu alle Mitarbeiter des MfS sind SED-Mitglieder.

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 stürzt das MfS in eine schwere Krise. Weil es ihm nicht gelungen war, den Aufstand im Keim zu ersticken, wird Minister Zaisser seines Amtes enthoben und aus der SED ausgeschlossen. Das MfS wird vorübergehend sogar aufgelöst und dem Innenministerium unterstellt. Nachfolger von Wilhelm Zaisser wird Ernst Wollweber, der 1957 durch Erich Mielke ersetzt wird. Nach dem Sturz Walter Ulbrichts 1971 steigt Mielke in den engsten Führungskreis des SED-Regimes auf.

Zentrale Aufgaben des MfS in den 1950er Jahren sind der Kampf gegen die "Republikflucht" und das Vorantreiben der Kollektivierung der Landwirtschaft. Nach dem Mauerbau werden die Überwachung des Reiseverkehrs und die Passkontrolle vom MfS übernommen. Aufgrund der zunehmenden Verbindungen der DDR zum Westen in den 1970er Jahren wird der Kontroll- und Unterdrückungsapparat ausgebaut. Die Kontakte von DDR-Bürgern mit dem Westen werden nun verstärkt überwacht. Das Netz der inoffiziellen Mitarbeiter (IM) wird erheblich erweitert. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre liegt die Zahl der IM bei 180.000.Nach der Gründung der unabhängigen Gewerkschaft "Solidarnosc" in Polen 1981 schottet das MfS die DDR auch nach Osten hin ab. Zu Beginn der 1980er Jahre gibt es kaum einen Bereich des gesellschaftlichen Lebens in der DDR, den die "Stasi" nicht in der einen oder anderen Weise überwacht. Bei Fluchthelfern und "Überläufern" aus den eigenen Reihen schreckt das MfS auch vor Entführung und Mord nicht zurück. Zuletzt kommt auf 62 Einwohner der DDR ein MfS-Mitarbeiter.

Trotzdem gelingt es dem MfS in den späten 1980er Jahren nicht, die Gründung von Oppositionsgruppen zu verhindern. Am 7. November 1989 muss Erich Mielke zurücktreten. Im Dezember 1989 besetzen Bürger der DDR die MfS-Bezirksdienststellen, um die einsetzende Vernichtung der Akten zu verhindern. Am 14. Dezember 1989 ergeht die Anordnung zur Auflösung des MfS.

(ag, reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 05.05.2003
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Grau, Andreas/Haunhorst, Regina: Aufbau des MfS, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/weg-nach-osten/aufbau-des-mfs.html
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