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Philosoph
- 1898
- 19. Juli: Herbert Marcuse wird als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten
aus Pommern in Berlin geboren.
- 1918
- Kriegsdienst im Ersten
Weltkrieg.
Während der Revolution
wird Marcuse in den Soldatenrat von Berlin-Reinickendorf gewählt.
- 1918-1922
- Marcuse studiert in Berlin, dann in Freiburg Germanistik und neue
deutsche Literaturgeschichte im Hauptfach, Philosophie im Nebenfach.
Er promoviert 1922 in Freiburg mit der Arbeit "Der deutsche Künstlerroman".
- 1924
- Marcuse heiratet Sophie Wertheim. Aus der Ehe geht ein Sohn hervor.
- 1928-1932
- Rückkehr nach Freiburg. Fortsetzung des Studiums der Philosophie
bei Edmund Husserl (1858-1938) und Martin
Heidegger. Der Versuch, sich bei Martin Heidegger zu habilitieren,
scheitert auf Grund von Differenzen zu Heideggers anfänglich positiver
Einstellung zum Nationalsozialismus.
- 1933
- Durch Vermittlung von Leo Löwenthal (1900-1993) tritt Marcuse
am 30. Januar dem von Max Horkheimer
geleiteten Frankfurter Institut für Sozialforschung bei. Zu Horkheimers
engsten Mitarbeitern zählten weiterhin Theodor W.
Adorno, und Erich Fromm.
Herbert Marcuse verlässt Deutschland und übernimmt die Leitung
der Zweigstelle des Instituts in Genf. Anschließend geht er nach
Paris.
- 1934
- Marcuse emigriert nach New York, wo er weiter am Institut für
Sozialforschung, das neue Räume an der Columbia-University erhält,
arbeitet.
- 1940
- Marcuse erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft.
- 1941
- In New York erscheint "Reason and Revolution. Hegel and the
Rise of Social Theory", das 1962 erstmals unter dem Titel "Vernunft
und Revolution. Hegel und die Entstehung der Gesellschaftstheorie"
in deutscher Sprache veröffentlicht wird.
- 1942-1950
- Er arbeitet als Sektionschef im Office of Strategic Services in Washington,
der US-Spionageabwehrbehörde, und wird dann Leiter der Europaabteilung.
- 1950-1951
- Vorlesungen an der Washington School of Psychiatry. Vorarbeiten zu
seinem Band "Eros and Civilisation".
- 1951
- Marcuses erste Ehefrau Sophie Wertheim stirbt an Krebs.
- 1952-1953
- Marcuse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Russian
Institute der Columbia-University in New York.
- 1954-1955
- Untersuchungen am Russian Research Center der Harvard-University
in Cambridge/Massachussetts. Hieraus resultiert die Arbeit "Soviet
Marxism".
- 1954-1965
- Professor für politische Wissenschaften an der Brandeis-University
in Waltham/Massachussetts.
- 1955
- Veröffentlichung von "Eros and Civilisation". Der Band erscheint
1965 in deutscher Übersetzung mit dem Titel "Triebstruktur und
Gesellschaft".
- 1956
- Heirat mit Inge Neumann, geb. Werner.
- 1958
- Veröffentlichung der Schrift "Soviet Marxism", die 1964 in der
Bundesrepublik unter dem Titel "Die Gesellschaftslehre des sowjetischen
Marxismus" erscheint.
- 1964
- Veröffentlichung seines Hauptwerks "One-Dimensional Man", das
1967 in deutsch unter dem Titel "Der eindimensionale Mensch" erscheint.
Hierin verdeutlicht Marcuse, dass im kapitalistischen System zwar dank
immer neuer Technologien die anfallenden Krisen bewältigt werden
könnten, jedoch um den Preis der Manipulation und des Konformismus.
Dem könne man sich nur durch Verweigerung entziehen.
Marcuse teilt nicht den Pessimismus der anderen Vertreter der Kritischen
Theorie wie Horkheimer und Adorno, die die gesellschaftlichen Missstände
zwar kritisieren, aber keine konkreten Lösungsansätze anbieten.
"Der eindimensionale Mensch" und "Triebstruktur und Gesellschaft" zählen
zu den wichtigsten Büchern der Kritischen Theorie und zu den Standardwerken
der Studentenbewegung
der 60er Jahre in den USA und der Bundesrepublik Deutschland.
- 1965
- Marcuse erhält einen Lehrstuhl an der Universität von Kalifornien
in San Diego.
Veröffentlichung seines häufig diskutierten Essays "Repressive
Toleranz" in dem Sammelband "Kritik der reinen Toleranz".
- 1967
- Marcuse ist Hauptredner auf einem vom Berliner SDS veranstalteten
Vietnam-Kongress, der maßgeblich von Rudi
Dutschke mitorganisiert wurde. Marcuse hält das Eröffnungsreferat
"Das Ende der Utopie" und einen weiteren Vortrag mit dem Titel
"Das Problem der Gewalt in der Opposition". Er nimmt an zwei
Diskussionsveranstaltungen teil. Eine zunächst in Aussicht gestellte
Gastprofessur an der Freien Universität Berlin wird nicht realisiert.
- 1972-1977
- Veröffentlichung der Schriften "Konterrevolution und Revolte"
(1972), "Studies in Critical Philosophy" (1973), "Zeitmessungen" (1975)
und "Die Permanenz der Kunst - wider eine bestimmte marxistische Ästhetik"
(1977).
- 1973
- Inge (Neumann) Marcuse stirbt an Krebs.
- 1976
- Heirat mit Erica Sherover.
- 1979
- Teilnahme an den Frankfurter Römerberggesprächen. Marcuse
stellt unter dem Titel "Die Angst des Prometheus" fünfundzwanzig
Thesen zu Technik und Gesellschaft vor.
29. Juli: Herbert Marcuse stirbt während eines Deutschlandbesuchs
in Starnberg.
(bs/iz)
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