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Politiker, Militär
- 1928
- 27. Februar: Ariel Sharon wird als Ariel Scheinermann in Kfar Malal
im britischen Mandatsgebiet Palästina geboren. Seine Eltern, Samuil
und Vera Scheinermann (Geburtsname: Schneeroff), sozialistische Zionisten,
waren aus Polen eingewandert.
- 1942
- Sharon tritt der Haganah, der Vorläuferin der israelischen Armee,
bei und kämpft gegen die britische Mandatsmacht.
- 1948-1949
- Im Unabhängigkeitskrieg ist er Chef einer Infanteriekompanie,
später Kommandeur einer Aufklärungseinheit.
- 1953
- Heirat mit Margalit. Aus
der Ehe geht ein Sohn, Gur, hervor.
- 1952-1953
- Studium der Geschichte und Orientalistik an der Hebräischen
Universität in Jerusalem.
- 1953-1956
- Rückkehr zur Armee
als Kommandeur der "Einheit 101", zuständig für
Operationen vor allem gegen Terroristen in Jordanien und Ägypten.
Die Einheit ist wegen ihrer Rücksichtslosigkeit gegenüber
Zivilisten umstritten.
- 1956
- Im Suez-Krieg erobert Sharon als Befehlshaber einer Fallschirmjäger-Brigade
auf der Sinai-Halbinsel den strategisch entscheidenden Mitla-Pass. Ihm
wird später vorgeworfen, eigenmächtig gehandelt und das Leben
vieler israelischer Soldaten unnötig geopfert zu haben.
- 1957-1958
- Ausbildung am College des britischen Generalstabs in Camberley.
- 1958-1969
- Leiter der israelischen Infanterieschule.
- 1962
- Tod seiner Frau Margalit.
Ein Jahr darauf heiratet er deren Schwester, Lily. Aus dieser Ehe gehen
zwei weitere Söhne hervor.
- 1966
- Leitung der Ausbildungsabteilung des Verteidigungsministeriums.
- 1967
- Teilnahme am Sechstagekrieg als Generalmajor.
Sein Sohn Gur stirbt beim Spiel mit einer Waffe.
- 1973
- Juli: Nach Differenzen mit dem Oberkommando scheidet Sharon aus der
Armee aus.
September: Sharon gehört zu den Gründern des Likud-Blocks,
eines Zusammenschlusses mehrerer konservativer Parteien.
Oktober: Rückkehr in die Armee, nachdem Ägypten Israel angegriffen
und damit den Yom Kippur-Krieg ausgelöst hat. Sein - offenbar eigenmächtiges
- Überqueren des Suez-Kanals hat wesentlichen Anteil am militärischen
Erfolg Israels. Obwohl sein Vorgehen umstritten ist, wird er von der
Bevölkerung als großer Held ("Ariel, König von
Israel") gefeiert.
Dezember: Sharon zieht als Vertreter des Likud in das Parlament (Knesset)
ein.
- 1974
- Sharon gibt sein Mandat wieder auf und zieht sich auf seine Farm
in der Negev-Wüste zurück.
- 1975
- Juni: Premierminister Yizchak Rabin ernennt Sharon überraschend
zu seinem Sicherheitsberater. Schon einige Monate später tritt
er jedoch nach Differenzen über die Sicherheitspolitik wieder von
seinem Posten zurück.
- 1977-1981
- Nach dem Wahlsieg des Likud zieht Sharon als Landwirtschaftsminister
in das Kabinett Menachem Begins ein. In dieser Funktion setzt er sich
für eine Zusammenarbeit mit Ägypten ein.
Als Präsident eines interministeriellen Komitees ist er außerdem
zuständig für die Gründung israelischer Siedlungen in
den besetzten Gebieten, die er in den folgenden Jahren mit Nachdruck
betreibt.
- 1981
- Nach dem zweiten Wahlsieg des Likud wird Sharon Verteidigungsminister.
- 1982
- Juni: Sharon befiehlt den umstrittenen israelischen Einmarsch in den
Libanon. Ziel der Aktion ist die Zerschlagung der Palästinensischen
Befreiungsorganisation (PLO), die von libanesischem Territorium aus
immer wieder den Norden Israels angegriffen hatte.
September: Sharon erreicht sein militärisches Ziel, die PLO aus
dem Nachbarland zu vertreiben. Die israelische Öffentlichkeit steht
seinem Vorgehen zunehmend kritisch gegenüber. Ins Kreuzfeuer der
Kritik gerät er, als unter den Augen des israelischen Militärs
christliche Milizen in den palästinensischen Flüchtlingslagern
Sabra und Shatila ein Massaker anrichten, bei dem rund 800 Menschen
getötet werden.
- 1983
- Februar: Nachdem ihm eine israelische Untersuchungskommission "Mitverantwortung"
für die Geschehnisse in Sabra und Shatila nachweist, tritt Sharon
als Verteidigungsminister zurück, verbleibt aber als Minister ohne
Geschäftsbereich im Kabinett.
- 1984-1990
- In der abwechselnd von Arbeitspartei und Likud geführten Regierung
der "nationalen Einheit" übernimmt er das Handels- und
Industrieministerium.
- 1990-1992
- Als Bauminister und Vorsitzender eines Komitees für Immigration
im Kabinett Yizchak Shamirs ist er vor allem mit der Integration russischer
Einwanderer befasst.
- 1991
- Mai: Die US-Regierung weigert sich, Sharon offiziell zu empfangen.
Von seinen Gegnern als "rechter Bulldozer" beschimpft wird
er von seinen Anhängern freundschaftlich "Arik" genannt.
Sharon fordert weiterhin verstärkten Siedlungsbau und weitere Annexionen
palästinensischer Gebiete.
- 1992
- Mit der Bildung der Mitte/Links-Koalition unter Yizchak Rabin scheidet
Sharon aus der Regierung aus. Rabin wirft er vor, er liefere mit seinen
Friedensbemühungen "jüdische Siedler an die verbrecherische
PLO" aus.
- 1996
- In der Koalitionsregierung aus Likud sowie anderen rechten und religiösen
Parteien unter Benyamin Nethanyahu (geb.1949) erhält Sharon ein
auf ihn zugeschnittenes Ministerium für "nationale Infrastrukur",
und treibt den Ausbau jüdischer Siedlungen voran.
- 1998-1999
- Außenminister im Kabinett Nethanyahu.
Sharon leitet die Friedensgepräche in Wye River /USA. Sharon weigert
sich, mit Arafat zu sprechen, erkennt aber an, dass die palästinensische
Autonomie früher oder später zu einem palästinensichen
Staat führen wird, was jedoch nur nach Abstimmung mit Israel geschehen
dürfe.
- 1999
- Vorsitzender der Likud-Partei.
- 2000
- September: Sharons Besuch auf dem für Juden wie Muslime heiligen
Tempelberg trägt in Zusammenwirkung mit dem fest gefahrenen Friedensprozess
zum Ausbruch der "Zweiten Intifada" bei, in deren Verlauf
es in den folgenden Jahren immer wieder zu Zusammenstößen
zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften
sowie Selbstmordattentaten kommt.
Tod seiner Frau Lily.
- 2001
- Februar: Mit dem Versprechen, den Terror zu beenden, gewinnt Sharon
eine vorgezogene Neuwahl und wird Premierminister einer Regierung der
"nationalen Einheit".
- 2002
- Befehl zur Wiederbesetzung
palästinensischer Städte um Terrorakte in Israel zu verhindern.
Zusammenbruch der Koalitionsregierung.
In Belgien wird die von Angehörigen der Opfer von Sabra geforderte
Anklage gegen Sharon als Kriegsverbrecher aufgrund seiner Immunität
als amtierendes Regierungsmitglied verworfen.
- 2003
- 28. Januar: Sharon erringt einen neuen, großen Wahlerfolg und
schließt eine Koalition mit der liberalen Shinui-Partei und der
religiösen Shas-Partei.
In seiner zweiten Amtszeit wird ein 720 Kilometer langer Trennungszaun
zwischen den palästinensischen Autonomiegebieten und dem israelischen
Kernland begonnen. Der Bau ist international umstritten, führt
aber zu einer deutlichen Abnahme der Terroranschläge auf israelische
Bürger.
- 2004
- Sharon und seine Söhne geraten unter Korruptionsverdacht. Die
Anklage wird aber aus Mangel an Beweisen fallen gelassen.
Sharon legt einen als "Sharon-Plan" bekannten, einseitigen
Abzugsplan aus dem Gaza-Streifen vor. Der Plan stößt innerhalb
seiner eigenen Partei sowie im rechts-religiösen Spektrum auf Ablehnung,
bringt aber eine Annäherung mit den Mitte/Linksparteien.
- 2005
- Januar: Nach Auseinandersetzungen
über den Haushaltsplan 2005 und der Entlassung mehrerer Minister
bildet Sharon eine große Koalition aus Likud und Arbeitspartei.
Februar: Waffenstillstandsabkommen zwischen Sharon und dem neuen Präsidenten
der palästinensischen Autonomiebehörde. Damit gilt die "Zweite
Intifada" offiziell als beendet.
21. November: Sharon kündigt seinen Rücktritt als Ministerpräsident
an und tritt aus dem Likud aus. Er gründet eine neue Partei: Kadima
(Vorwärts).
- 2006
- 4. Januar: Nach mehreren
Schlaganfällen, Gehirnblutungen und Notoperationen liegt Sharon
im Koma, aus dem er bis heute nicht erwacht ist.
11. April: Das israelische
Kabinett erklärt Sharon für dauerhaft amtsunfähig. Sein
Nachfolger im Ministerpräsidentenamt wird sein Stellvertreter Ehud
Olmert.
(sw/reh)
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