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Lenin-Skulptur aus Bischofswerda

Mit der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung ändern sich Alltag und Lebensumstände vieler Ostdeutscher drastisch. Hinterlassenschaften der sozialistischen Gesellschaftsordnung sind schnell verpönt und werden teilweise über Nacht beseitigt. In diesem Zusammenhang ändern sich die Namen von Straßen und Plätzen, schließen Kulturhäuser und verschwinden die allgegenwärtigen Skulpturen von Persönlichkeiten des Sozialismus aus dem öffentlichen Raum. In Bischofswerda wird in den frühen 1990er Jahren ein Standbild des russischen Revolutionsführers Wladimir I. Lenin abgebaut und fristet 30 Jahre lang ein verstecktes Dasein auf dem Gelände des städtischen Bauhofs. Eine Mitarbeiterin des Zeitgeschichtlichen Forums entdeckt es – es wird Teil der Dauerausstellung des Museums. Über das Lenin-Denkmal können sich Schülerinnen und Schüler Fragen des Transformationsprozesses unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung annähern.

Für den Unterricht

Zusammenfassen: In der Biografie Waldimir I. Lenins bei LeMO erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Lebensstationen des russischen Revolutionsführers und seine Rolle bei der Verbreitung sozialistischer Ideen in Europa und darüber hinaus.

Herausarbeiten: Vom Weg der Lenin-Skulptur ins Museum erzählt Iris Benner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zeitgeschichtlichen Forum, bei #menschenplusdinge. Die Schülerinnen und Schüler können aus ihrem Bericht herausarbeiten, wie und wo sie das Kunstwerk findet, welche Geschichte es hat und welche Rolle es inzwischen in der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums spielt.

Untersuchen und Stellung nehmen: Über den Sturz eines anderen Lenin-Denkmals berichtet die Ost-Berlinerin Marion Jentsch. Wie erlebt sie den Abbau, welche Meinung hat sie dazu? Die Schülerinnen und Schüler können außerdem über den Zusammenhang diskutieren, in den Marion Jentsch den „Bildersturm“ einordnet: Ist der Prozess, den sie beschreibt, typisch deutsch?

Nennen und bewerten: Der LeMO-Beitrag Zusammenwachsen beschreibt, mit welchen Veränderungen Ostdeutsche nach der Wiedervereinigung konfrontiert sind. Die Schülerinnen und Schüler können diese in einer Liste zusammentragen und weitere Faktoren ergänzen, die ihnen bereits geläufig (und gegebenenfalls sogar aus der eigenen Familie) bekannt sind. Anschließend können sie diskutieren: Welche Einschnitte sind besonders gravierend? Welche wirken bis heute nach?

Für den Museumsbesuch

In der Dauerausstellung sehen die Schülerinnen und Schüler die überlebensgroße Lenin-Skulptur im Original. Im zugehörigen Text können sie recherchieren, wo sie ab 1971 aufgestellt ist und warum sie mit der Wiedervereinigung aus dem öffentlichen Raum entfernt wird.

Rechts neben der Skulptur finden die Schülerinnen und Schüler ein weiteres Beispiel für den Umgang mit der sozialistischen Vergangenheit in der DDR. Anhand des Ortschildes und der Vitrine können sie erschließen, welcher Entscheidungsprozess die Einwohnerinnen und Einwohner Karl-Marx-Stadts 1990 bewegt.

Musste die Idee des Sozialismus automatisch in einer Diktatur enden? Diese Frage wirft die Großfotografie einer Marx-Engels-Skulptur neben dem Durchgang zum folgenden Ausstellungs¬raum auf. Die Schülerinnen und Schüler können diese Frage diskutieren und dabei das Graffiti auf dem Sockel der Skulptur einbeziehen.

Eine Fotoserie und Werbesymbole über den Flugzeugsitzen zeigen, welche neuen Ikonen ab 1990 im Stadtbild auftauchen. Sie laden ein, über den Wertewandel in der ostdeutschen Gesellschaft zu debattieren.

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