LeMO Lernen > Stiftung Haus der Geschichte

Wahlplakat zur Volkskammerwahl 1990

Am 18. März 1990 finden in der DDR die ersten und letzten freien Wahlen zur Volkskammer statt. 24 Parteien, politische Vereinigungen und Bündnisse stehen zur Wahl. Das Wahlplakat der SPD steht beispielhaft für die Wahl und das sie bestimmende Thema: Wann und wie sollen die beiden deutschen Staaten vereinigt werden? Anhand des Plakats können Schülerinnen und Schüler in das Thema "Deutsche Einheit" einsteigen und zugleich ihr Wissen zu den Ereignissen der Jahre 1989/90 vertiefen.

Für den Unterricht

Recherchieren und zusammenfassen: Mit Hilfe der Informationen in LeMO können Schülerinnen und Schüler die historischen Ereignisse der Jahre 1989/90 von der Grenzöffnung in Ungarn am 2. Mai 1989 bis zur Wiedervereinigung in einem Zeitstrahl chronologisch zusammenfassen.

Vergleichen: Unter "Freie Volkskammerwahl" finden Schülerinnen und Schüler weitere Plakate zur Wahl im März 1990. Sie können diese mit dem Plakat der SPD im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Inhalt und Gestaltung vergleichen.

Analysieren: In den LeMO-Darstellungen zur "Friedlichen Revolution" und zu den "Montagsdemonstrationen" erfahren Schülerinnen und Schüler, was die Demonstranten im Herbst 1989 gefordert haben. Schülerinnen und Schüler können die Forderungen mit den Wahlzielen 1990 vergleichen und analysieren, welche Forderungen und Wünsche die Parteien aufgreifen.

Für den Museumsbesuch

In der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig finden Schülerinnen und Schüler das Wahlplakat im Ausstellungsbereich 11. Anhand von Wahlplakaten aus der politischen Umbruchzeit 1989/90 können sich Schülerinnen und Schüler ein Bild von der politischen und gesellschaftlichen Situation in der DDR, von Wünschen und Ängsten in der ostdeutschen Bevölkerung machen.

Ein Vergleich mit dem bis 1989 geltenden Wahlsystem in der DDR (Ausstellungsbereich 2: Stimmzettel zur Volkskammerwahl 1950) führt Schülerinnen und Schülern die Veränderungen für die Menschen in der DDR innerhalb weniger Monate vor Augen.

Im Ausstellungsbereich rechts neben den Wahlplakaten können Schülerinnen und Schüler die Entwicklung neuer Möglichkeiten politischer Partizipation vom Herbst 1989 bis zum Frühjahr 1990 und damit die Dynamik des Demokratisierungsprozesses im Osten Deutschlands nachvollziehen: Der Zentrale Runde Tisch als politische Instanz wird ebenso thematisiert wie die Auflösung der Staatssicherheit und das Entstehen einer freien Presse. Dazwischen stehen die Bürgerbefragung zur Rückbenennung von Karl-Marx-Stadt in Chemnitz und die Leipziger „Säule der Demokratie“ als lokale Beispiele für den Aufbruch und die Herausbildung neuer Möglichkeiten politischer Teilhabe.

lo