Max Fechner 1892 - 1973

Max Fechner ist SED-Politiker und von 1949 bis 1953 Justizminister der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Der Sozialdemokrat befürwortet 1946 den Zusammenschluss von SPD und KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 schließt ihn das SED-Regime aus der Partei aus und inhaftiert ihn, weil er eine strafrechtliche Verfolgung der Demonstranten ablehnt.

  • 1892

    27. Juli: Max Fechner wird als Sohn eines Maurers in Rixdorf bei Berlin (heute Berlin-Neukölln) geboren.

  • 1898 - 1906

    Besuch der Volksschule

  • 1906 - 1914

    Fechner macht eine Lehre zum Werkzeugmacher, nach seiner Lehre belegt er neben der Arbeit Kurse in "marxistischer Theorie" in der Arbeiterbildungsschule in Berlin.

  • 1908

    Fechner tritt der Sozialistischen Arbeiterjugend bei.

  • 1910

    Fechner tritt in den Deutschen Metallarbeiterverband ein.

  • 1911 - 1917
  • 1914 - 1917

    Fechner nimmt als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und wird verwundet.

  • 1917 - 1920

    In Berlin arbeitet Fechner wieder als Werkzeugmacher, wird jedoch wegen seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit entlassen.

  • 1917 - 1922

    Fechner ist Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), ab 1920 auch Angestellter deren Zentralkomitees.

  • 1921 - 1925

    Fechner ist Bezirksverordneter in Berlin-Neukölln.

  • 1922 - 1933

    Fechner wird wieder Mitglied der SPD. Dort ist er hauptamtlicher Sekretär beim Parteivorstand, Herausgeber der kommunalpolitischen Parteizeitschrift "Die Gemeinde" und Leiter der kommunalpolitischen Zentralstelle.

  • 1924 - 1929

    Abgeordneter der Berliner Stadtverordnetenversammlung.

  • 1924 - 1933

    Fechner ist Mitglied und Kampfgruppenleiter im "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", dessen Ziel der Schutz der parlamentarischen Demokratie ist.

  • 1928 - 1933

    Fechner sitzt für die SPD als Abgeordneter im preußischen Landtag.

  • 1933

    Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet Fechner aufgrund seiner Mitgliedschaft im illegalen Ausschuss der SPD und der Widerstandsgruppe um Franz Künstler. Er ist im Gefängnis "Columbia-Haus" inhaftiert.

  • 1934

    Inhaftierung Fechners im Konzentrationslager Oranienburg.

  • 1934 - 1945

    In Berlin-Neukölln arbeitet Fechner als Lebensmittelkaufmann.

    In seinem Geschäft setzt er seine illegale Parteiarbeit fort und wird mehrfach von der Gestapo inhaftiert und vernommen.

  • 1945

    Juni: Zusammen mit Erich Gniffke, Gustav Dahrendorf, Paul Löbe und Otto Grotewohl ist Fechner Mitglied des Zentralausschusses der SPD in der Sowjetischen Besatzungszone.

  • 1946 - 1953

    Mitglied des Parteivorstandes beziehungsweise des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED); zeitweise ist Fechner stellvertretender Vorsitzender.

    Er setzt sich für einen Zusammenschluss von SPD und KPD ein.

  • 1946 - 1948

    In der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin ist Fechner SPD- beziehungsweise SED-Abgeordneter.

  • 1948 - 1949

    Fechner ist Mitglied des Präsidiums des Deutschen Volksrates und Präsident der Deutschen Justizverwaltung.

  • 1948 - 1953

    Fechner ist Mitglied des Deutschen Volksrates, der Volkskammer und des Zentralkomitees der SED.

  • 1949 - 1953

    Fechner ist Minister der Justiz der DDR, sowie Präsident, ab 1951 Vizepräsident des Berufsverbandes "Vereinigung Demokratischer Juristen Deutschlands".

  • 1953

    14. Juli: Das Politbüro der SED schließt Fechner wegen partei- und staatsfeindlichem Verhalten aus der Partei aus und enthebt ihn seines Ministeramtes. In einem Interview mit der Zeitung "Neues Deutschland" hatte sich Fechner gegen eine Strafverfolgung der Demonstranten vom 17. Juni 1953 ausgesprochen. Außerdem werden ihm homosexuelle Neigungen vorgeworfen.

    Am 15. Juli wird Fechner von der Staatssicherheit verhaftet.

  • 1953 - 1955

    Untersuchungshaft in Berlin-Hohenschönhausen

  • 1955

    24. Mai: Das Oberste Gericht der DDR verurteilt Fechner in einem Geheimprozess wegen "Verbrechen gegen den Staat" zu acht Jahren Zuchthaus.

  • 1956

    April: Staatspräsident Wilhelm Pieck begnadigt Fechner im Zuge der "Entstalinisierung" zusammen mit rund 21.000 weiteren politischen Gefangenen, Fechner wird aus der Haft entlassen.

  • 1958

    Im Juni wird Fechner wieder in die SED aufgenommen.

  • 1967

    Das SED-Regime ehrt Fechner mit dem Vaterländischen Verdienstorden.

  • 1972

    Fechner wird mit dem Karl-Marx-Orden der DDR geehrt.

  • 1973

    13. September: Fechner stirbt in Schöneiche bei Berlin.

 

(mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 19.02.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Würz, Markus: Biografie Max Fechner, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/max-fechner.html
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