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Politiker
- 1929
- 4. Januar: Günter Schabowski wird in Anklam/Mecklenburg als
Sohn eines Klempners geboren.
- 1946/47
- Volontär bei "Die freie Gewerkschaft".
- 1946
- Eintritt in den Freien
Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB).
- 1947-1967
- Schabowski arbeitet bei der Gewerkschaftszeitung "Tribüne".
Zunächst ist er Hilfsredakteur, 1952 wird er Mitglied des Redaktionskollegiums
und Abteilungsleiter für Gesamtdeutsche Gewerkschaftspolitik. Von
1953 bis 1967 ist er stellvertretender Chefredakteur.
- 1950
- Schabowski tritt in die Freie
Deutsche Jugend (FDJ) ein und wird Kandidat der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (SED).
- ab 1952
- Mitglied der SED.
- 1962
- Abschluss eines Fernstudiums an der Karl-Marx-Universität Leipzig
als Diplomjournalist.
- 1967/68
- Besuch der Parteihochschule der KPdSU in Moskau.
- 1968-1985
- Schabowski arbeitet bei dem SED Zentralorgan "Neues Deutschland".
Zunächst ist er stellvertretender Chefredakteur, ab 1974 Erster
stellvertretender Chefredakteur und von 1978 bis 1985 Chefredakteur
der Zeitung.
- 1977
- Auszeichnung mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold.
- 1978-1985
- Mitglied des Agitationskomitees beim Politbüro des Zentralkomitees
(ZK) der SED und der Zentralvorstands des Verbandes der Journalisten
der DDR (VDJ).
- 1981-1990
- Abgeordneter der Volkskammer.
- 1981-1989
- Mitglied des ZK der SED, ab 1984 Mitglied des Politbüros der
SED und ab 1986 Sekretär des ZK. Mit zunehmendem politischen Einfluss
wird Schabowski neben Egon
Krenz als einer der denkbaren Nachfolger im Amt des Parteichefs
der SED angesehen.
- 1985-1989
- Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin.
- 1989
- Schabowski wird mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet.
November: Schabowski empfängt Abgesandte des Neuen
Forums und stellt sich bei der Großkundgebung
auf dem Alexanderplatz am 4.11.1989 den aufgebrachten Demonstranten.
8. November: Auf der 10. Tagung des ZK der SED tritt das Politbüro zurück.
Anschließend wird ein verkleinertes Politbüro gewählt.
9. November: Schabowski verkündet während einer vom Fernsehen
direkt übertragenen internationalen Pressekonferenz, dass für
Privatreisen ab "sofort, unverzüglich" vereinfachte Genehmigungsverfahren
gelten. Noch in derselben Nacht geben die Grenzposten dem Druck der
Menschen nach und öffnen
die Grenzübergänge innerhalb Berlins und zur Bundesrepublik.
14. November: Wahl zum Sekretär des ZK der SED für Informationswesen
und Medienpolitik.
Dezember: Rücktritt mit dem Zentralkomitee der SED.
- 1990
- Januar: Ausschluss aus der SED-PDS.
- 1991
- Veröffentlichung des Buches "Der Absturz".
- 1992-1999
- Mitarbeiter der "Heimatnachrichten" in Bebra.
- 1993
- Bei einer Anhörung durch die Enquete-Kommission zur "Aufarbeitung
von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur" äußert Schabowski
sich kritisch über die ehemalige DDR.
- 1993-1997
- Gegen Schabowski läuft ein Verfahren wegen "Fälschung der Ergebnisse
der DDR-Kommunalwahlen", das 1997 eingestellt wird.
- 1994
- Veröffentlichung der Schrift "Abschied von der Utopie".
- 1995
- Januar: Die Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Schabowski
wegen "Totschlag und Mitverantwortung für das Grenzregime
der DDR". Der Prozess beginnt im November vor dem Berliner Landgericht.
- 1996
- In seiner Erklärung vor dem Gericht beteuert Schabowski, dass
er Schuld und Schmach gegenüber den Maueropfern empfinde, aber
eine juristische Verantwortung ablehne.
- 1997
- Schabowski räumt eine moralische Schuld an den Todesfällen
an der innerdeutschen Grenze ein.
25. August: Verurteilung zu drei Jahren Haft wegen des Totschlags in
drei Fällen. Schabowski geht in Revision.
- 1999
- November: Der Bundesgerichtshof bestätigt die Haftstrafe, die
das Landgericht Berlin 1997 gegen Schabowski verhängt hat.
Dezember: Schabowski tritt seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt
Hakenfelde in Berlin-Spandau an.
- 2000
- September: Berlins Regierender Bürgermeister, Eberhard Diepgen,
begnadigt Schabowski.
2. Oktober: Schabowski wird aus der Haft entlassen.
(iz)
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