Veranstaltungen und Termine
Februar 2026
Ausstellungsbegleitung Wechselausstellung
Öffentliche Führung in Deutscher Gebärdensprache
Eintritt frei
Denken wir an Gärten, so denken wir an Freizeit und Erholung in der Natur, an Freiheit und Selbstverwirklichung. Doch dienen die Grünflächen auch anderen Zwecken: Menschen, die gärtnern, zeigen ihr Können, ihren Geschmack, ihren ökonomischen und sozialen Status. So wird der Garten zum Ausdruck von Identitäten. Die Ausstellung fragt nach den sozialen Funktionen von Kleingärten, Hausgärten und Gemeinschaftsgärten in Deutschland nach 1945. Anhand verschiedenster Objekte und anschaulicher Inszenierungen beleuchtet sie historische, politische sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Wir laden dazu ein, die Ausstellung im Rahmen einer einstündigen Führung kennenzulernen. Sie wird live in die Deutsche Gebärdensprache verdolmetscht und richtet sich somit an gehörlose und hörende Menschen gleichermaßen.
Weitere Termine 2026 sind:
Sonntag, 17. Mai 2026, 14 Uhr
Sonntag, 16. August 2026, 14 Uhr
Sonntag, 15. November 2026, 14 Uhr
Ferienprogramm Wechselausstellung, 3.OG
Ferienprogramm: „Übern Zaun – Gärten und Menschen“
Eintritt frei
Laubenpieper, Bausparer, Bloggerin oder Balkongärtnerin – warum zieht es Menschen ins Grüne? Wer macht was im Garten? Wie verändern sich unsere Gärten und wie wollen wir Städte in Zukunft gestalten?
Komm mit und entdecke unsere Wechselausstellung bei einem gemeinsamen Rundgang mit kleinen Extras.
Für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren (mit Eltern oder Großeltern), kostenfrei und ohne Anmeldung.
Filmvorführung und Gespräch Saal
100 Jahre Erich Loest: Nikolaikirche
Eintritt frei
Nikolaikirche
Drama, D 1995, 138 Min, Regie: Frank Beyer
Filmvorführung und Gespräch
Mit Dr. Anselm Hartinger (Direktor, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), Dr. Andreas Kötzing (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung) und Dr. Elizabeth Ward (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Leipzig)
Moderation: Dr. Antje Nolting (Referentin Wissenspolitik, Stadt Leipzig)
In der Reihe „100 Jahre Erich Loest” der Stadt Leipzig
Eintritt frei
Der hochkarätig besetzte Spielfilm „Nikolaikirche“ (1995) nach dem gleichnamigen Roman von Erich Loest erzählt von der Leipziger Familie Bacher im Spannungsfeld zwischen Stasi und Friedensbewegung. Im Fokus steht Tochter Astrid, die regelmäßig die Friedensgebete in der Nikolaikirche besucht, während ihr Bruder Alexander in die Fußstapfen seines Vaters bei der Staatssicherheit zu treten versucht. Der Film von Regisseur Frank Beyer erzählt von den bewegenden Ereignissen im Herbst 1989 und beleuchtet die Rolle der Friedensgebete in der Nikolaikirche als Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution.
Im anschließenden Podiumsgespräch sprechen Dr. Anselm Hartinger (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), Dr. Andreas Kötzing (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung) und Dr. Elizabeth Ward (Universität Leipzig) über die historischen Hintergründe, die filmische Umsetzung und die Bedeutung von Erich Loest für die Leipziger Erinnerungskultur. Durch den Abend führt Dr. Antje Nolting (Stadt Leipzig).
Der Schriftsteller Erich Loest ist Ehrenbürger Leipzigs und seiner Geburtsstadt Mittweida. Am 24. Februar 2026 hätte er seinen 100. Geburtstag begangen. In seinen Büchern verwebt Loest seine persönlichen Erfahrungen als Soldat der Wehrmacht, als Journalist der Leipziger Volkszeitung, als systemkritischer Häftling in Bautzen und als unbequemer Schriftsteller im wiedervereinten Deutschland mit den Lebenswegen seiner Romanhelden.
Vortrag Forum live
Kuriert oder kontrolliert? Wie Frauen in der DDR zwangsweise auf Stationen für Geschlechtskrankheiten eingewiesen wurden
Eintritt frei
Vortrag und Gespräch mit Jennifer Schatz (Referendarin für Deutsch und Geschichte an der Wieratalschule Langenleuba-Niederhain)
In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig
Eintritt frei
„Herumtreiberinnen“, „Arbeitsbummelanten“ oder „Asoziale“ – mit solchen Zuschreibungen waren Frauen und Mädchen gebrandmarkt, die in der DDR zwangsweise in sogenannte venerologische Stationen eingewiesen wurden. „Tripperburgen“ nannte der Volksmund diese Einrichtungen, denn vorgeblich sollten hier Geschlechtskrankheiten behandelt werden. Tatsächlich dienten sie vielmehr der Disziplinierung, Isolation und Umerziehung von Frauen, deren Verhalten in den Augen der Machthaber nicht den gesellschaftlichen Normen entsprach.
Jennifer Schatz hat in ihrer Staatsexamensarbeit an der Universität Leipzig den Umgang mit Frauen in geschlossenen venerologischen Stationen der DDR untersucht und dabei besonders die Leipziger Einrichtung im Stadtteil Thonberg in den Blick genommen. Ihre Ergebnisse stellt sie im Rahmen eines Werkstattgesprächs im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig vor. Im Fokus stehen die rechtlichen, medizinischen und organisatorischen Rahmenbedingungen auf den Stationen. Dabei wird deutlich, dass die eingewiesenen Frauen und Mädchen häufig ohne Aufklärung oder Einwilligung medizinisch behandelt wurden, und dass ihre Einweisung oft mit Gewalt, Demütigung und Traumatisierung verbunden war. Jennifer Schatz fragt daher auch nach den psychischen und körperlichen Folgen für die Betroffenen sowie nach gesellschaftlicher Aufarbeitung und Wiedergutmachung. Nicht zuletzt ordnet sie die DDR-Praxis in einen internationalen Kontext ein und zeigt, dass vergleichbare Einrichtungen auch in der Bundesrepublik und anderen Ländern existierten.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte“. Regelmäßig stellen Studierende und Absolventinnen beziehungsweise Absolventen des Historischen Seminars der Universität Leipzig ihre Forschungsprojekte außerhalb des akademischen Raums zur Diskussion. Besucherinnen und Besuchern eröffnet die Reihe neue Perspektiven auf die universitäre Forschung und lädt zum Mitdiskutieren ein.
Jennifer Schatz studierte von 2020 bis 2024 Deutsch und Geschichte auf Lehramt an der Universität Leipzig. Aktuell absolviert sie ein Referendariat an der Wieratalschule Langenleuba-Niederhain in Thüringen. Ihre wissenschaftlichen Interessen liegen vor allem im Bereich der DDR-Geschichte, der historischen Bildungsarbeit und der Aufarbeitung staatlicher Repressionsmechanismen.
März 2026
Film Saal
Film des Monats: Winter adé
Eintritt frei
Dokumentarfilm, DDR 1988, 116 Min, Regie: Helke Misselwitz
Filmvorführung
In der Reihe „Babelsberg statt Hollywood – 80 Jahre DEFA“
Eintritt frei
Regisseurin Helke Misselwitz begibt sich auf eine filmische Fahrt durch die DDR: vom sächsischen Zwickau bis nach Sassnitz auf der Insel Rügen. Auf ihrer Reise lernt sie verschiedene Frauen kennen: die erfolgreiche Werbeökonomin Hiltrud, die alleinerziehende Fabrikarbeiterin Christine, die Punkmädchen Kerstin und Anja, die 85-jährige Margarete, die mit ihrem Mann Diamantene Hochzeit feiert, die stellvertretende Bürgermeisterin von Niehagen und Erika Banhardt, die hauptberuflich ein Kinderheim leitet. Sie alle berichten aus ihrem Leben, über Ehe und Familie, die Arbeit, Schicksalsschläge und Perspektiven für die Zukunft.
Helke Misselwitz (geboren 1947) ist eine der wichtigsten ostdeutschen Dokumentarfilmerinnen. Am bekanntesten wurden ihr Dokumentarfilm „Winter adé“ (1988) und der Spielfilm „Engelchen“ (1997). Nach einem Regiestudium an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg war sie freie Regisseurin, ab 1985 Meisterschülerin bei Heiner Carow an der Akademie der Künste in Ost-Berlin. Von 1997 bis 2014 lehrte sie als Professorin an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg.
Begleitprogramm zur Ausstellung 3. Etage
Übern Zaun – Das Quiz für Gartenteams
Eintritt frei / Anmeldung erforderlich
Moderation: Josephine von Blueten Staub (Autorin, Bühnenpoetin)
In Kooperation mit der Stadt Leipzig – Amt für Stadtgrün und Gewässer, Fachbereich Gärten
Begleitprogramm zur Wechselausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“
Eintritt frei, Teilnahme nur nach Anmeldung
Kneipenquiz im Museum: Rätselspaß, Teamgeist und überraschende Erkenntnisse warten auf alle, die Lust haben, ihr Wissen rund ums Gärtnern auf die Probe zu stellen. Ob aus dem Kleingarten oder dem Gemeinschaftsgarten – im Team wird geknobelt und gelacht, und dabei gibt es auch noch jede Menge spannende Erkenntnisse aus der Welt des Kleingärtnerns. Die Fragen sind knifflig bis kurios und führen quer durch die Welt privater Gärten – von der Praxis mit Tipps, Tricks und kuriosen Pflanzen, über die Geschichte des Gärtnerns mit ihren überraschenden Wendungen, bis hin zum Kleingartenrecht, das manchmal erstaunliche Details reguliert. Und natürlich darf auch die Zukunft des Gärtnerns nicht fehlen: zwischen Hochbeet und App, Tradition und Technik.
Dabeisein können Teams aus Klein- und Gemeinschaftsgärten mit jeweils maximal fünf Personen. Auf die besten drei Teams warten spannende Sachpreise der Stadt Leipzig.
Wer schon früher kommen und sich vielleicht einen kleinen Wissensvorsprung sichern möchte: Bereits um 18.00 Uhr lädt unser Format Museum nach Feierabend zu einer Führung durch die Wechselausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“ ein.
Teams, die mitspielen wollen, melden sich bitte unter anmeldung-zfl@hdg.de an. Bitte nennen Sie den Namen Ihres Teams und die Namen der Teammitglieder. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet – Schnellsein lohnt sich also.
Begleitprogramm zur Ausstellung Wechselausstellung 3. Etage
Schmetterlinge und Politik
Eintritt freiDiskussion mit Dr. Guy Pe´er (Ökologe, Projekt VielFalterGarten)
Anmeldung hier: Aktuelle Veranstaltungen
Vortrag Saal
Susanne Siegert: Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss
Eintritt frei
Vortrag
Mit der Autorin und Journalistin Susanne Siegert
In Kooperation mit dem Piper Verlag
Podiumsdiskussion Saal
32. Leipziger Europaforum
Eintritt freiFrauenrechte unter Druck – wie widerstandsfähig ist Europa?
Podiumsdiskussion
Mit Caroline Ausserer (Referentin für Internationales, Deutscher Frauenrat, Berlin), Anna Cavazzini, MdEP (Abgeordnete im Europäischen Parlament für Bündnis 90/Die Grünen, Brüssel), Marta Dzido (Autorin und Filmemacherin, Warschau), Leonie Stamm (Research Fellow im Europa-Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin)
Moderation: Tanja Samrotzki (Freie Journalistin, Berlin)
In Kooperation mit dem Europa-Haus Leipzig e. V., dem Institut français Leipzig, dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und der Stadt Leipzig
Gleichberechtigung gehört zu den Grundwerten der Europäischen Union. Doch wie viel davon ist politischer Anspruch, wie viel gelebte Realität?
Während Frauen europaweit besser ausgebildet sind als je zuvor, bleiben Macht, Geld und politische Repräsentation oft ungleich verteilt. Völkisch-rechte Bewegungen gewinnen auch in Europa an Einfluss. Frauenrechte werden wieder zur Verhandlungsmasse – Gleichstellung gilt als „Ideologie“, weibliche Selbstbestimmung gilt manchen als Bedrohung.
Wo steht Europa heute, wenn es um die Rechte, Repräsentation und Teilhabe von Frauen geht? Wo ist der Druck besonders hoch, wo Widerstand dringend nötig?
Beim 32. Europaforum sprechen wir über Erfolge und Versäumnisse europäischer Gleichstellungspolitik, über strukturelle Hürden, feministische Perspektiven und die Frage, wie ein Europa aussehen müsste, das Gleichberechtigung ernst meint.
Ein Gespräch über Macht und Mitbestimmung, politische Kämpfe und neue Wege. Kontrovers, kritisch und mit Raum für Austausch, Fragen und neue Denkanstöße.
Buchvorstellung Saal
Marcel Hopp: Was geht mich das an? Warum wir den Rechtsruck nur gemeinsam stoppen können
Eintritt frei
Buchvorstellung
Mit dem Politiker, Lehrer und Autor Marcel Hopp
Moderation: Anna Hoffmeister (Journalistin)
In Kooperation mit dem S. Fischer Verlag
Vorschau
ZFL unterwegs Zur Kleinen Kneipe
Grünau in Bildern – wir suchen Ihre Aufnahmen!
Eintritt frei / Anmeldung erforderlich
Ein Kneipenabend zum 50. Geburtstag von Leipzig-Grünau
Moderation: Yvonne Fiedler (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig) und Tim Rood (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)
In Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und der „Kleinen Kneipe“ in Leipzig-Grünau
Anmeldung: Anmeldung-ZFL@hdg.de
Grünau wird 50 – wenn das kein Grund ist, ausgiebig in Erinnerungen, Diamagazinen und Fotoalben zu kramen! Die „Kleine Kneipe“ in Grünau-Ost, das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig und das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig laden dazu ein, einzigartige, skurrile, witzige oder einfach unvergessene persönliche Geschichten aus fünf Jahrzehnten Großwohnsiedlung auszutauschen. Gesucht sind Aufnahmen und Erzählungen, aus denen sich ein Bild von der Geschichte des Stadtteils und vom Leben in ihm zusammensetzen: Erstbezug, Alltag im Viertel, Treffpunkte, Baufortschritte, Rückbau und Leerstand, aktuelle Entwicklungen.
Dabei sein geht folgendermaßen:
1. Dias oder Fotos vom Leben in Grünau rauskramen
2. Lieblingserinnerung und dazu maximal sieben Dias/Fotos auswählen,
3. maximal drei Nachbarn, Freundinnen oder Familienmitglieder als Unterstützung mobilisieren,
4. sich selbst, die Begleiterinnen und Begleiter anmelden unter Anmeldung-ZFL@hdg.de (Annahme so lange die Plätze reichen),
5. am 27. April vorbeikommen, Geschichten erzählen, Bilder zeigen und mit den anderen Gästen ins Schwatzen kommen.
Der Eintritt ist frei; Essen und Getränke gibt es à la carte.
Die inspirierendsten Bilder möchten wir gern ab 2. Juli 2026 in der Galerieausstellung „Lebensgefühl Platte“ (Arbeitstitel) im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zeigen.
Veranstaltungsort
Zur Kleinen Kneipe
Alte Salzstraße 60
04209 Leipzig