LeMO - Lebendiges Museum Online

    Entstehung des Hauses der Geschichte

    Abbildung Organisationsstruktur

    Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl schlug in seiner Regierungserklärung am 13. Oktober 1982 vor, "eine Sammlung zur Deutschen Geschichte seit 1945" aufzubauen, "gewidmet der Geschichte unseres Staates und der geteilten Nation". Die 1983 eingesetzte Sachverständigenkommission – Prof. Dr. Lothar Gall (Frankfurt am Main) als Vorsitzender, Prof. Dr. Klaus Hildebrand (Bonn), Prof. Dr. Horst Möller (damals Erlangen, heute München) und Dr. Ulrich Löber (Koblenz) – erarbeitete ein Gutachten, das wesentliche inhaltliche Grundlage für die Realisierung des Hauses der Geschichte wurde. Es wurde an über 100 gesellschaftliche Gruppen, Institutionen und Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft verschickt. Kritik und Anregungen arbeitete die Kommission in die im Juli 1984 veröffentlichte Fassung des Gutachtens ein, die dem Deutschen Bundestag vorgelegt wurde. 1986 wurde eine unselbständige Stiftung gegründet, die 1990 in eine selbständige Stiftung umgewandelt wurde. Bereits seit 1986 arbeitete ein Aufbaustab an der Vorbereitung einer Dauerausstellung. Gleichzeitig wurde eine eigene Sammlung historischer Objekte angelegt.
    Die Bauarbeiten für das Museumsgebäude in Bonn begannen im September 1989. Parallel zur Errichtung des Gebäudes entstanden Pläne und Skizzen der ersten Dauerausstellung, die 1994 durch Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnet wurde. 2001 erfolgte die Eröffnung der überarbeiteten Dauerausstellung durch Bundeskanzler Gerhard Schröder. Im Mai 2011 eröffnete nach achtmonatiger Umbauphase Bundespräsident Christian Wulff die neue, aktualisierte Dauerausstellung.

    Auf Empfehlung der Unabhängigen Föderalismuskommission an den Deutschen Bundestag wurde die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1992 beauftragt, ein „Archiv der Deutschen Einheit“ in Leipzig aufzubauen. Im Zentrum der Stadt (Grimmaische Straße 6) entstand das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, ein Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum. Es wurde am 9. Oktober 1999, dem 10. Jahrestag der Leipziger Großdemonstration, durch Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung (ca. 2000 m²) stehen Widerstand und Diktatur in der SBZ/DDR vor dem Hintergrund gesamtdeutscher und internationaler Aspekte.

    Seit 2005 hat die Stiftung mit der Übernahme der Sammlung Industrielle Gestaltung auch einen Standort in Berlin. Dieser einzigartige Bestand von Alltagsgegenständen aus der DDR findet in der Kulturbrauerei seinen Platz. Mit der Aufnahme des „Tränenpalasts“ in das Stiftungsprogramm und der Einrichtung einer Dauerausstellung wird die Tätigkeit der Stiftung in Berlin ausgeweitet.

    Eingang zur Dauerausstellung
    Frontalansicht Zeitgeschichtliches Forum LeipzigAussenansicht Kulturbrauerei BerlinBildnachweise ein-/ausblenden
    Rechts oben: © Axel Thünker, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
    Rechts Mitte: © Punctum/Bertram Kober
    Rechts unten: © Thorsten Krause, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland