1990/91 -heute

 

Deutschland in Europa: Euro

Euromünze
Photo: Wim Duisenberg, 1997
Zahlungsmittel: Euromünze - Europawoche, 1997

Am 25. März 1998 erklärt die Europäische Kommission elf der fünfzehn EU-Mitgliedstaaten nach den Kriterien des Maastrichter Vertrags für Euro-tauglich. Der Euro wird daraufhin am 1. Januar 1999 in Luxemburg, Finnland, Irland, Belgien, Niederlande, Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Portugal eingeführt. Neun dieser Länder erfüllen alle Teilnahme-Kriterien bzw. haben diese nur knapp verfehlt, wie beispielsweise Deutschland beim Schuldenstand. Auch Belgien und Italien sollen trotz eines zu hohen Schuldenstandes teilnehmen - statt bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sind es über 100 Prozent.

Griechenland erfüllt keines der Kriterien, Großbritannien, Dänemark und Schweden wollen noch abwarten. Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt/Main soll die Preisstabilität innerhalb der EU gewährleisten. Nach monatelangen Streitigkeiten küren die Staats- und Regierungschefs am 2. Mai 1998 auf einem Währungs-Sondergipfel in Brüssel den Niederländer Wim Duisenberg (geb. 1935), den Chef des 1994 in Frankfurt/Main gegründeten Europäischen Währungsinstituts (EWI), zum ersten Präsidenten der EZB. Mitglieder der EZB sind die nationalen Notenbanken der WWU-Teilnehmer, die gemeinsam mit der EZB das Europäische System der Zentralbanken bilden (ESZB).

Gemäß dem Maastrichter Vertrag werden die Wechselkurse zwischen den WWU-Teilnehmerstaaten ab dem 1. Januar 1999 unwiderruflich festgelegt. Die nationalen Währungen werden so übergangsweise zum Ausdruck der gemeinsamen Währung. Von den Zentral- und Geschäftsbanken wird der Euro bereits genutzt. Spätestens bis zum 1. Januar 2002 sollen dann die Europäer nur noch mit dem Euro bezahlen können, sechs Monate später verlieren die nationalen Währungen ihre Gültigkeit.
Das endgültige Aussehen der Münzen und Scheine wird aus Sicherheitsgründen noch nicht öffentlich gemacht. Fest steht jedoch, dass jede Euromünze eine national gestaltete und eine europäische Seite haben wird, so dass sowohl die Eigenständigkeit als auch die Zusammengehörigkeit der EU Staaten deutlich wird. Die Vorderseiten der Münzen sehen in allen europäischen Ländern gleich aus, sie zeigen den Wert der Münze und die geographischen Umrisse Europas, auf der Rückseite hingegen gibt es für jedes Land die Möglichkeit, inmitten der zwölf Europa-Sterne ein nationales Symbol abzubilden. Auf den in Deutschland geprägten Münzen wird das Brandenburger Tor, der Bundesadler oder ein Eichenlaubzweig zu sehen sein. Die neuen Geldscheine zeigen auf der Vorderseite als Sinnbilder der Offenheit Portale und Fenster, auf der Rückseite die geographischen Umrisse Europas sowie Brücken als Symbole der Verbindung und Verständigung zwischen den Partnerländern.

Umfrage Meinungsumfrage: Bedeutung der europäischen Währung für den europäischen Einigungsprozess (1997)
Umfrage Meinungsumfrage: Vertrauen in die Geldwertstabilität angesichts der Einführung des Euro (1999)

(ke/gk) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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