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- Januar
- 14.1.
Die Bundesrepublik bricht entsprechend der
Hallstein-Doktrin
ihre diplomatischen Beziehungen
zu Kuba ab, nachdem der Inselstaat die DDR anerkannt und die Einrichtung einer Botschaft
angekündigt hat.
- 15.-21.1. Auf dem VI. Parteitag der SED werden erstmals ein
Parteiprogramm und ein Parteistatut verabschiedet. Als Ziel wird ein
sowjetisch geprägter Kommunismus festgelegt. Walter
Ulbricht wird erneut zum Ersten Sekretär der Partei gewählt.
- 22.1.
Der französische Staatspräsident
Charles de Gaulle und Bundeskanzler
Konrad Adenauer
unterzeichnen im Elysée-Palast den Vertrag über die
deutsch-französische Zusammenarbeit.
Der sogenannte Elysée-Vertrag sieht eine weitreichende Zusammenarbeit beider Länder in politischen,
wirtschaftlichen und kulturellen Fragen vor. Der Vertrag wird als Akt der Versöhnung beider Völker gewertet.
- Februar
- 1.2.
Im Studio der Akademie der Künste in West-Berlin wird die Deutsche Kinemathek e.V. eröffnet.
- 2./3.2.
In der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf beteiligen sich u.a. die Künstler
Joseph Beuys,
Wolf Vostell und
Nam June Paik an der Aktion "Festum
Fluxorum Fluxus, Musik und Antimusik - Das Instrumentale Theater".
- 4.-20. 2. Im Völkerbundpalast in Genf findet die erste
internationale Konferenz über Entwicklungshilfe statt.
- 6.2.
Adenauer erklärt die Bereitschaft der Bundesrepublik zur Teilnahme an einer multilateralen
Atomstreitmacht der
NATO
(Multilateral Force/MLF).
- 6.2. In der DDR wird das Landwirtschaftsministerium aufgelöst
und durch Landwirtschaftsräte beim Ministerrat ersetzt.
- 20.2. In der Freien Volksbühne in West-Berlin wird das Drama "Der Stellvertreter" unter der Regie von Erwin Piscator
uraufgeführt. In dem Werk von
Rolf Hochhuth
wird die passive Haltung des Vatikans
gegenüber der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland kritisiert.
- März
- 7.3.
Unterzeichnung eines Handelsabkommens zwischen Polen und der Bundesrepublik in Warschau.
- 19.3.
In den USA gelingt die erste Farbfernsehübertragung über einen Satelliten.
- 23.3.
In einer Ost-Berliner Studentenzeitschrift wird der Hochschullehrer
Robert Havemann wegen
eines Vortrages über marxistische Philosophie, in dem er sich kritisch über die DDR-Regierung äußert,
heftig angegriffen.
- April
- 1.4.
Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nimmt seinen Sendebetrieb auf. Gleichzeitig werden in der
Bundesrepublik erstmals Einschaltquoten gemessen.
- 2.4.
Orson Welles' (1915-1985) Verfilmung von
Franz Kafkas Roman "Der Prozeß" läuft in den
bundesdeutschen Kinos an.
- 10.4. In dem Defa-Film "Nackt unter Wölfen" von Frank Beyer (geb. 1932) wird erstmals in einem deutschen Film
das Leben in einem Konzentrationslager thematisiert.
- 14.4.
In mehreren bundesdeutschen Großstädten finden
Ostermärsche
gegen die militärische Nutzung
der Kernenergie statt. An der Abschlußkundgebung in Düsseldorf nehmen etwa 23.000 Menschen teil.
- 26.4.
In Hamburg eröffnet die bisher größte internationale Gartenschau der Bundesrepublik auf einer Fläche von 87 ha.
- 30.4. Uraufführung des Musikalischen Spiels "Die Sintflut" von Igor Strawinsky an der Hamburger
Staatsoper.
Eröffnung der 963 Meter langen Fehmarnsundbrücke, die die Ostseeinsel
Fehmarn mit dem schleswig-holsteinischen Festland verbindet.
- Mai
- 10.5. Mit der Zustimmung der Industriegewerkschaft (IG) Metall
zum Kompromiß der Tarifkommission über eine gestaffelte Lohnerhöhung
endet der seit dem 29. April andauernde Streik der Metallarbeiter in
Baden-Württemberg. Erstmals seit 1928 haben die Unternehmer auf
einen Streik mit der geschlossenen Aussperrung im gesamten Tarifgebiet
reagiert.
- 10.5.
In West-Berlin wird Joghurt erstmals in einer Kunststoffpackung verkauft, die nach dem Verzehr
des Joghurts weggeworfen werden kann.
- 14.5. Das Zentralkomitee der SED und der Ministerrat beschließen die Einführung einer "Arbeiter- und
Bauerninspektion" als "Gesellschaftliches Kontrollorgan".
- Juni
- 3.6.
Papst Johannes XXIII. (1881-1963) stirbt in Rom, zu seinem Nachfolger wird am 21.6. der Erzbischof von
Mailand gewählt und als Papst Paul VI. (1897-1978) ernannt.
- 16.6.
Die sowjetische Kosmonautin Valentina W. Tereschkowa (geb. 1937) startet als erste Frau in den Weltraum.
- 17.6.
Anläßlich des 10. Jahrestages des
Volksaufstandes
in Ost-Berlin und der DDR erklärt Bundespräsident
Heinrich Lübke den 17. Juni zum nationalen Gedenktag des deutschen Volkes.
- 20.6. Als Reaktion auf die Kuba-Krise beschließen die USA und die UdSSR die Errichtung einer direkten
Fernschreibleitung zwischen den Amtssitzen des US-Präsidenten in
Washington und des sowjetischen Regierungschefs in Moskau. Der sogenannte
"heiße Draht" wird am 31.8. in Betrieb genommen.
- 21.6. Der DDR-Ministerrat erläßt eine "Verordnung über Maßnahmen zum Schutz der Staatsgrenze zwischen der DDR und West-Berlin". Darin wird die Errichtung eines Kontroll- und Schutzstreifens
entlang der Berliner Mauer bestimmt.
- 23.-26.6. Staatsbesuch
des amerikanischen Präsidenten John
F. Kennedy in der Bundesrepublik und in West-Berlin. Besonders bei
seinem Besuch in der geteilten Stadt wird Kennedy als Symbolfigur der
alliierten Garantie für die Freiheit West-Berlins begeistert gefeiert.
Seine Rede vor dem Schöneberger Rathaus, in der Kennedy betont,
daß alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, Bürger
Berlins seien, beendet er auf deutsch mit den Worten: "Ich bin ein Berliner".
- 24.6.
Gründung des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) in Bonn.
- 24./25.6. Auf der Wirtschaftskonferenz des ZK der SED und des
Ministerrates werden die Richtlinien für das Neue
ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft
(NÖSPL) beschlossen, die am 15.7. vom Staatsrat bestätigt
werden.
- 29.6.
Borussia Dortmund wird mit einem 3:1-Sieg über den 1. FC Köln im letzten Spiel vor der
Einführung der Bundesliga Deutscher Fußballmeister. In Zukunft wird der Deutsche Meister über die
Siege in der Punktrunde der Bundesliga ermittelt.
- Juli
- 5.7.
Gründung des deutsch-französischen Jugendwerkes.
- 15.7.
Der SPD-Politiker
Egon Bahr
formuliert in einer Rede in der Evangelische Akademie Tutzingen
eine neue Konzeption der deutschen
Ostpolitik unter der Devise "Wandel durch Annäherung".
- August
- 5.8.
Die Außenminister der USA, Großbritanniens und der UdSSR unterzeichnen im Moskauer Kreml das
Abkommen über die Einstellung aller Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im Weltraum und unter
Wasser. Am 19.8. tritt die Bundesrepublik dem Atomteststoppabkommen bei.
- 8.8.
Beim bislang größten Geldraub in der britischen Geschichte, dem Überfall auf den Postzug
Glasgow-London, erbeutet eine Gruppe von 15 Männern umgerechnet rund 30 Millionen DM.
- 24.8.
Erster Spieltag der neugeschaffenen Fußball-Bundesliga. Meister der ersten Saison wird der 1.
FC Köln.
- 28.8. Beim "Marsch auf Washington" protestieren 200.000 Menschen unter Führung Martin Luther Kings (1929-1968)
gegen die Rassendiskriminierung und fordern die Gewährung der Bürgerrechte für Schwarze in den USA.
- September
- 2.9. Die Schauspieler des Ost-Berliner "Berliner Ensembles" erhalten ein Einreiseverbot zu den
Edinburgher Festspielen in Großbritannien.
- 9.-15.9.
Die
NVA
sowie Truppen der UdSSR, der CSSR und Polens halten ein gemeinsames Manöver
in der DDR ab.
- Oktober
- 1.-25.10. Die von der West-Berliner Galerie Werner & Katz gezeigte Ausstellung mit Werken von Georg Baselitz (geb. 1938)
gerät zum Eklat. Die Bilder "Die große Nacht im Eimer" und "Der nackte Mann" werden von der Staatsanwaltschaft
wegen Unsittlichkeit beschlagnahmt. Der angestrengte Strafprozeß endet erst 1965 mit der Rückgabe der Bilder.
- 7.10.
Der Schauspieler und Regisseur
Gustaf Gründgens
stirbt in Manila auf den Philippinen.
- 13.10.
Der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker (geb. 1912) erhält den Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels.
- 15.10. Rücktritt
Bundeskanzler Adenauers und feierliche Verabschiedung im Deutschen Bundestag.
In West-Berlin wird die Philharmonie des Architekten Hans Scharoun (1893-1972) eingeweiht.
- 16.10.
Ludwig Erhard
wird zum neuen Bundeskanzler gewählt. Die Regierungskoalition besteht
weiterhin aus CDU, CSU und FDP.
Die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) nimmt einstimmig eine Resolution gegen die
Stationierung von Atomwaffen im Weltraum an.
- 20.10. Bei den Volkskammerwahlen erreichen die Einheitslisten
mehr als 99 % der Stimmen.
- November
- 7.11. In Lengede/Niedersachsen werden elf Bergleute, die zwei Wochen unter Tage eingeschlossen
waren, lebend geborgen. Das "Wunder von Lengede" ist die bisher spektakulärste Rettungsaktion in der
Geschichte des Bergbaus.
- 22.11. Bei einer Fahrt im offenen Wagen durch Dallas/Texas
wird der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy erschossen.
Der mutmaßliche Täter Lee Harvey Oswald (1939-1963) wird
kurz nach dem Anschlag festgenommen und zwei Tage später selbst
von einem Nachtclubbesitzer erschossen. Die Spekulationen um mögliche
Hintermänner des Attentats dauern bis heute an.
Kennedys Nachfolger als US-Präsident wird der bisherige Vizepräsident
Lyndon B. Johnson (1908-1973).
- 30.11. Die Uraufführung des Theaterstückes "Überlebensgroß Herr Krott. Requiem für einen
Unsterblichen" von Martin Walser (geb. 1927) im Staatstheater in Stuttgart zeigt ein satirisches Abbild
der "kapitalistischen Wohlstandsgesellschaft in der Bundesrepublik".
- Dezember
- 8.12.
Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht erklärt sich zu Verhandlungen mit der
Bundesregierung unter Ludwig Erhard bereit.
- 10.12. Bei der Nobelpreisverleihung
in Oslo erhalten Karl Ziegler (1898-1973) und Guilio Natta (1903-1979)
den Nobelpreis
für Chemie, für ihre Beiträge zur Herstellung von
Kunststoffen. Hans Daniel Jensen (1907-1973) wird einer der Nobelpreisträger
für Physik für seine Leistung bei der Erarbeitung eines Atomkernmodells.
Der Friedensnobelpreis
wird dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, Liga der Rot-Kreuz-Verbände
verliehen. Damit erhält das Rote Kreuz zum dritten Mal den Friedensnobelpreis.
- 11.12. Premiere des Films "Winnetou (I)" nach dem gleichnamigen Roman von Karl May in den
westdeutschen Kinos.
- 12.12.
Der ehemalige Bundespräsident
Theodor Heuss stirbt in Stuttgart.
- 14.12.
Der SPD-Vorsitzende
Erich Ollenhauer stirbt in Bonn.
- 17.12. Unterzeichnung des 1. Passierscheinabkommens
zwischen der DDR und dem Senat und West-Berlin, das den Besuch von West-Berlinern
in Ost-Berlin über die Weihnachtstage und Silvester regelt. Damit
öffnen sich erstmals seit dem Mauerbau
wieder die Sektorenübergänge.
- 20.12.
Gegen 21 Aufseher des
Konzentrationslagers Auschwitz beginnt in Frankfurt/Main
der
Auschwitz-Prozeß,
der bis zum 19.8.1965 dauert.
- 28.12.
Der Komponist Paul Hindemith stirbt in Frankfurt/Main.
- Außerdem
-
Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns (Roman)
Günter Grass: Hundejahre (Roman)
Christa Wolf: Der geteilte Himmel (Roman)
Eine amerikanische Firma bringt den ersten Industrieroboter auf den Markt. Der Roboter besitzt
pneumatisch angetriebene Teleskoparme mit zwei Greiffingern an den Enden.
Rede: US-Präsident John F. Kennedy in Berlin, 26. Juni 1963
(iz/cwg)
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