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- Januar
- 1.1.
Der Interzonenhandel zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird wiederaufgenommen.
- 3.1.
Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA.
- 4.1.
Der letzte Band des Deutschen Wörterbuches der Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859), die vor
123 Jahren mit der Arbeit begonnen hatten, wird fertiggestellt.
- Februar
- 12.2.
Die DDR-Behörden hindern zahlreiche evangelische Bischöfe, die am Eröffnungsgottesdienst
der gesamtdeutschen Synode in der Ost-Berliner Marienkirche teilnehmen wollen, am Betreten des
östlichen Stadtteils.
- 23.2. Verabschiedung des "Bundesangestelltentarifvertrages" (BAT). Darin werden die
Arbeitsbedingungen und die Sozialleistungen für rund 500.000 Angestellte des Bundes, der
Länder und Gemeinden geregelt.
- 28.2. Das Bundesverfassungsgericht
legt fest, dass Rundfunk Ländersache ist. Die von Bundeskanzler
Konrad Adenauer geplante "Deutschland Fernsehen GmbH", die dem Bund unterstellt
werden sollte, wird als verfassungswidrig erklärt.
- März
- 16.-19.3. Das Zentralkomitee der SED
beschließt den "Plan Neue Technik", mit dem nach
der Kollektivierung der Landwirtschaft die Entwicklung der Industrie
vorangetrieben werden soll.
- 18.3.
Franz-Josef Strauß
wird zum neuen Vorsitzenden der Christlich-Sozialen Union (CSU) gewählt.
- 28./29.3. Der Politische Beratende Ausschuss des Warschauer
Paktes in Moskau beschließt die Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft
der DDR durch Lieferung modernster Waffen an die Nationale
Volksarmee (NVA).
- 30.3.
Atomwaffengegner nehmen in zahlreichen Städten der Bundesrepublik an
Ostermärschen
gegen die Aufrüstung teil.
- April
- 3.4.
Die ersten
Zivildienstleistenden
nehmen in der Bundesrepublik ihren Dienst in sozialen Einrichtungen auf.
- 11.4. Prozessbeginn gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer
Adolf Eichmann
in Jerusalem.
- 12.4. Die Volkskammer beschließt das "Gesetzbuch der Arbeit". Es regelt die Positionen des
Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) im Rahmen der DDR-Planwirtschaft und die
Positionen der Arbeiter in den Betrieben.
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin (1934-1968) startet als erster Mensch ins
Weltall.
- 17.-20.4.
Eine vom amerikanischen Geheimdienst CIA geplante Invasion von Exilkubanern in der
Schweinebucht auf Kuba scheitert. Kuba reagiert mit einer stärkeren Anlehnung an die Sowjetunion.
- 23.4.
Herbert Wehner
gibt die Koalitionsbereitschaft der SPD mit der CDU bekannt.
In Sachsenhausen wird eine Gedenkstätte für die
Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht.
- 25.4.
Konrad Adenauer lehnt eine Zusammenarbeit mit der SPD ab.
- Mai
- 4.5.
Der Bundestag billigt den im August 1959 unterzeichneten Truppenvertrag zwischen der Bundesrepublik
und den
NATO-Mitgliedsstaaten.
Der neue Truppenvertrag enthält wesentliche Verbesserungen für die deutsche Seite gegenüber den
bisherigen Regelungen. Unter anderem werden die alliierten Manöverrechte eingeschränkt und die
Zuständigkeiten der deutschen Gerichtsbarkeit erweitert.
- 5.5.
Der US-Amerikaner Alan B. Shepard (1923-1998) fliegt als zweiter Mensch nach dem sowjetischen
Kosmonauten Juri Gagarin in den Weltraum.
- 19.5. Gründung der "Stiftung Volkswagenwerk" zur Förderung von Wissenschaft und Technik in
Forschung und Lehre.
- Juni
- 3./4.6. Der sowjetische Partei- und Regerierungschef Nikita
S. Chruschtschow und der amerikanische Präsident John
F. Kennedy treffen in Wien zu einem zweitägigen Meinungsaustausch
über Abrüstungsfragen und das Berlin-Problem
zusammen, ohne eine Einigung zu erzielen.
- 4.6. Chruschtschow überreicht Kennedy in Wien ein Memorandum
zur Deutschlandpolitik, das sogenannte Berlin-Memorandum. Darin schlägt
er die Umwandlung West-Berlins in eine entmilitarisierte und neutrale
Stadt vor und fordert den Abschluss eines Friedensvertrages. Das Memorandum
wird erst am 10. Juni veröffentlicht. Bundeskanzler Adenauer lehnt
eine Entmilitarisierung Berlins ab; auch die drei Westmächte zeigen
eine ablehnende Haltung.
- 6.6. Gründung des "Zweiten Deutschen Fernsehens" (ZDF) mit Sitz in Mainz durch einen
Staatsvertrag der Länder der Bundesrepublik als gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechtes.
- 15.6.
Der DDR Staats- und Parteichef Walter Ulbricht erklärt in einer internationalen Pressekonferenz zu innerdeutschen
Absperrmaßnahmen: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".
- 17.6.
In Bayern liefert nach drei Jahren Bauzeit das erste deutsche Atomkraftwerk, das
Kernkraftwerk Kahl, Strom.
- 24.6.
Der 1. FC Nürnberg wird nach einem 3:0-Sieg über Borussia Dortmund Deutscher
Fußballmeister.
- 28.6.
Der Bundestag beschließt das Familienrechts-Änderungsgesetz, mit dem eine
Ehescheidung erschwert wird.
- 30.6.
Verabschiedung des Bundessozialhilfegesetzes. Es tritt als drittes Grundprinzip
der sozialen Sicherung neben die staatliche Sozialversicherung und das Vorsorgegesetz. Aufgabe
der Sozialhilfe ist es, Hilfsbedürftigen ein menschenwürdiges Leben zu sichern.
- Juli
- 1.7. Im bundesdeutschen Bankengewerbe wird die Fünf-Tage-Woche
eingeführt; samstags bleiben die Banken von nun an geschlossen.
- 5.7.
Der Ministerrat der DDR beschließt die Bildung des Volkswirtschaftsrates.
- 12.7. Der Bundestag verabschiedet das "Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der
Arbeitnehmer", das sogenannte "312-Mark-Gesetz".
- 18.7.
Gesetz über die Gewährung von Kindergeld und die Errichtung von Kindergeldkassen in der
Bundesrepublik.
- 19.-23.7.
Der Evangelische Kirchentag wird nur in West-Berlin abgehalten, in Ost-Berlin wird er
von der DDR-Regierung verboten.
- 25.7. Der US-amerikanische Präsident John
F. Kennedy erklärt in einer Fernsehrede seine Entschlossenheit,
die Anwesenheit westlicher Truppen in West-Berlin, den freien Zugang
von und nach Berlin sowie die Freiheit und Lebensfähigkeit der
Stadt zu verteidigen.
- August
- 1.8.
Die Regierung der DDR kündigt Beschränkungen im innerdeutschen Reiseverkehr an.
- 3.-5.8. Die Ersten Sekretäre der kommunistischen Parteien
und Arbeiterparteien der Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes beraten
in Moskau über "Maßnahmen zur Sicherung des Friedens".
Sie geben ihre unveröffentlichte Zustimmung zur Abriegelung
der Fluchtwege nach West-Berlin.
- 9.8.
In Ost-Berlin werden die Grenzgänger, die im Westteil der Stadt arbeiten, registriert.
- 11.8. Die Volkskammer beauftragt den Ministerrat, die auf der Tagung der Warschauer Pakt-Staaten
beschlossenen Maßnahmen zur Grenzsicherung in und um Berlin "vorzubereiten und
durchzuführen".
- 13.8.
Bewaffnete Volkspolizisten der DDR riegeln Ost-Berlin gegen West-Berlin ab. Der
Mauerbau beginnt.
- 14.8. Das Brandenburger Tor, zunächst Grenzübergang,
wird seitens der DDR zum Westen hin geschlossen. Die Telefonverbindungen
zwischen der Bundesrepublik und der DDR werden vorübergehend unterbrochen.
Auch West-Berlin ist von dieser Sperre betroffen.
- 16.8.
Für alle Bewohner der DDR und Ost-Berlins wird die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland
gesperrt.
- 19.-21.8.
Besuch des US-Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson (1908-1973)
in Bonn und Berlin. Johnson bekräftigt in einer
Rede vor dem Schöneberger Rathaus die US-amerikanischen Sicherheitsgarantien.
- 30.8.
US-Präsident Kennedy kündigt die Ernennung des früheren amerikanischen Militärgouverneurs
Lucius D. Clay
zum Sonderbeauftragten für West-Berlin an.
- 31.8.
Die Sowjetunion beschließt, die Atomwaffenversuche wieder aufzunehmen. Dadurch wird
die Konferenz über die kontrollierte Einstellung der Atomwaffenversuche in Genf vorzeitig
beendet.
- September
- 1.9.
In einer Wahlkampfrede fordert Bundeskanzler Adenauer die Ausrüstung der Bundeswehr mit
Atomwaffen.
Das Außenwirtschaftsgesetz der Bundesrepublik tritt in Kraft. Mit dem Gesetz wird die
Devisenbewirtschaftung und die staatliche Kontrolle des Wirtschaftsverkehrs mit dem Ausland
beendet.
- 5.9.
In einer FDJ-Aktion werden die nach Westen gerichteten Fernsehantennen beseitigt.
- 7.9.
Ost-Berlin wird als Hauptstadt der DDR zum 15. Bezirk der DDR erklärt.
- 17.9. Wahlen
zum 4. Deutschen Bundestag. Die CDU/CSU verliert mit 45,3 Prozent
die absolute Mehrheit, bleibt aber führende politische Kraft in
der Bundesrepublik. Die SPD erringt 36,2 prozent und die FDP 12,8 Prozent
der Stimmen.
- 20.9. Die Volkskammer verabschiedet das "Gesetz zur Verteidigung der DDR". Es beinhaltet die
Regelung des militärischen und zivilen Einsatzes im Verteidigungsfall.
In Ost-Berlin werden die Gebäude entlang der Grenze zu West-Berlin gewaltsam geräumt.
- 30.9. Gründung der "Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD)
in Paris, in der Nachfolge der "Organisation für Europäische Zusammenarbeit" (OEEC). Ziel der
Organisation ist es, die wirtschaftliche Zusammenarbeit des Atlantischen Bündnisses zu
koordinieren.
- Oktober
- 10./11.10. Auf der Wirtschaftskonferenz des Zentralkomitees der SED und des Ministerrates
werden Maßnahmen zur "Störfreimachung" der Wirtschaft beraten.
- 17.10. Bundeskanzler Adenauer gibt bekannt, dass er nicht die
volle Legislaturperiode Kanzler bleiben wird.
- 27.10. Am Berliner Sektorengrenzübergang "Checkpoint
Charlie" stehen sich erstmals amerikanische und sowjetische Panzer
gegenüber.
- 30.10.
Anwerbevereinbarungen für
Gastarbeiter
zwischen der Bundesregierung und der Türkei.
Der Parteitag der KPdSU beschließt die Entfernung von
Stalins Leichnam aus dem Mausoleum am Roten Platz in
Moskau.
- November
- 5.11.
Auf der 6. Bezirkskunstausstellung in Leipzig werden Werke von
Bernhard Heisig, Werner Tübke (geb. 1929) und
Wolfgang Mattheuer präsentiert.
- 7.11. Konrad Adenauer wird zum vierten Mal zum Bundeskanzler
gewählt.
- 14.11.
Die neue Bundesregierung wird aus der Regierungskoalition von CDU, CSU und FDP
gebildet. Erstmals in der Bundesrepublik übernimmt eine Frau einen Ministerposten: Elisabeth
Schwarzhaupt (1901-1986) übernimmt das neugeschaffene Ressort für Gesundheit.
- 24.11.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, das für die
Entwicklungspolitik zuständig ist, wird gegründet.
- 30.11.
In einem Brief schlägt der DDR-Ministerpräsident
Otto Grotewohl Bundeskanzler
Adenauer vor, Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zwischen der DDR und der
Bundesrepublik einzuleiten.
- Dezember
- 3.12. Das Bundeskanzleramt verweigert die Annahme des Briefes der DDR-Regierung vom 30.11. mit
Vorschlägen über Gespräche zwischen "beiden deutschen Staaten".
- 10.12. Verleihung der Nobelpreise
in Stockholm. Den Physiknobelpreis
erhält der deutsche Rudolf Ludwig Mößbauer (geb.
1929) zusammen mit dem US-Amerikaner Robert Hofstadter (1915-1990).
Mößbauer erforscht die Gammastrahlen. Der von ihm formulierte
Mößbauer-Effekt ermöglicht feinste Energiedifferenz-
und Frequenzmessungen, mit denen Teile von Albert
Einsteins Relativitätstheorie nachgewiesen werden können.
Hofstadter hat den Schalenaufbau der Atomkerne erkannt und 1953 bewiesen,
dass die Elementarteilchen aus sogenannten Quarks aufgebaut sind.
- 15.12.
Der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann wird in Jerusalem als einer der
Organisatoren des
Völkermordes an den europäischen Juden zum Tode verurteilt.
- 30.12. In einem Interview äußert sich Ulbricht zur
Massenflucht aus der DDR und beklagt, dass der DDR durch sie ein Schaden
von rund 30 Milliarden Mark entstanden sei.
- Außerdem
-
Ingeborg Bachmann: Das dreißigste Jahr (Erzählungen)
Günter Grass: Katz und Maus (Novelle)
Uwe Johnson: Das dritte Buch über Achim (Roman)
Anna Seghers: Das Licht auf dem Galgen (Erzählung)
Christa Wolf: Moskauer Novelle (Erstlingswerk)
In der DDR werden Maßnahmen zur
Entstalinisierung
unternommen. So wird Stalinstadt in
Eisenhüttenstadt und die Stalinallee in Ost-Berlin in Karl-Marx-Allee umbenannt. Auch in der
UdSSR wird u.a. Stalingrad in Wolgograd umbenannt.
Der Modetanz des Jahres ist der "Twist".
(iz/cwg)
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