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- Januar
- 1.1. Die zu den Sparmaßnahmen der neuen Bundesregierung
gehörenden Gesetzesänderungen treten in Kraft; dazu gehören
unter anderem Kürzungen des Kindergeldes, Kostenbeteiligung der
Patienten bei Krankenhausaufenthalten und Kuren, höhere Beiträge
in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
- 7.1.
Bundespräsident
Karl Carstens
löst den Bundestag auf und bestimmt den 6. März zum
Termin für Neuwahlen.
- 15.1.
Das seit 1930 in Deutschland bestehende staatliche Zündholzmonopol läuft aus.
- 20./21.1.
In Bonn und Paris finden aus Anlaß des 20jährigen Bestehens des
deutsch-französischen Freundschaftsvertrages Feiern statt.
Der französische Staatspräsident
François Mitterrand spricht vor dem Bundestag; am Tag darauf
nimmt Bundeskanzler
Helmut Kohl an einer Feierstunde im Pariser Elysée-Palast teil.
- 21.1.
Auf dem SPD-Bundesparteitag in Dortmund wird
Hans-Jochen Vogel zum
Kanzlerkandidaten nominiert.
Uraufführung des Theaterstückes "Bruder Eichmann" von
Heinar Kipphardt in München. Das
Stück schildert den SS-Führer
Adolf Eichmann als Typ des funktionalen Menschen, der im 20.
Jahrhundert zum "Normalfall" geworden sei.
- 30.1.
Im ZDF läuft der zweiteilige Fernsehfilm "Geschwister Oppermann" von Egon Monk (geb. 1927) nach
dem Roman von
Lion Feuchtwanger an.
Er schildert das Schicksal einer jüdischen Familie nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten.
- Februar
- 1.2.
In Potsdam, nahe der Filmstadt Babelsberg, wird ein Filmmuseum eröffnet.
- 5.2.
Der ehemalige SS-Hauptsturmführer und Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, wird nach
seiner Ausweisung aus Bolivien in Frankreich verhaftet.
- 12.2.
Japan und die Europäische Gemeinschaft einigen sich nach langwierigen Verhandlungen in Tokyo auf eine
dreijährige Beschränkung der japanischen Ausfuhr in EG-Länder. Danach will
Japan den Export von Videorekordern, Farbbildröhren und acht weiteren Produkten freiwillig
begrenzen.
- 14.2.
In Dresden demonstrieren rund 100.000 Menschen für den
Frieden.
- 20.2.
Das Bundesjustizministerium teilt mit, daß alle Urteile des NS-Volksgerichtshofs im
Bundeszentralregister gelöscht worden sind.
- März
- 6.3. Bei den vorgezogenen Neuwahlen
zum 10. Bundestag erreicht die CDU/CSU 48,8 % der Stimmen und die F.D.P.
erzielt trotz innerparteilicher Auseinandersetzungen um ihren Wechsel
von der sozial-liberalen Koalition zur christlich-liberalen Koalition
noch 6,9 %. Die SPD fällt mit 38,2 % erstmals seit 1965 unter die
40 %-Marke. Erstmals ziehen die
Grünen mit 5,6% der Stimmen in den Bundestag ein.
- 21.3.
Franz-Josef Strauß
erklärt, daß er nicht als Minister nach Bonn gehe, sondern bayerischer
Ministerpräsident bleibe.
- 29.3. Mit der Wahl des CDU-Politikers Rainer
Barzel zum neuen Bundestagspräsidenten nimmt der 10. Deutsche
Bundestag seine Arbeit auf.
- 30.3.
Bundespräsident Karl Carstens vereidigt die Mitglieder des zweiten Kabinetts Kohl. Die
Grünen bleiben der Zeremonie fern.
- April
- 7.4.
Die Bundesregierung in Bonn hinterlegt in Washington und London die Ratifizierungsurkunden
für den Beitritt der Bundesrepublik zum Abkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung
und Lagerung bakteriologischer Waffen und Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher
Waffen.
- 10.4. Ein Transitreisender aus der Bundesrepublik Deutschland
stirbt während der Vernehmung durch DDR-Sicherheitsorgane an Herzversagen.
Am 26. April stirbt ein weiterer deutscher Transitreisender bei der
Zollabfertigung überraschend an einem Herzschlag.
- 13.4.
Das Bundesverfassungsgericht erläßt eine einstweilige Anordnung, welche die für den 27. April als "Stichtag"
geplante und vom Gesetzgeber in den Einzelheiten geregelte Volkszählung aussetzt.
- 17.4. Das für Wirtschaftsfragen zuständige SED-Politbüromitglied
Günter Mittag
besucht die Hannover-Messe. Mittag reist nach Bonn weiter und führt
dort Gespräche mit Bundeswirtschaftsminister Otto
Graf Lambsdorff (geb.1926) sowie Vertretern der Wirtschaft. Aus Protest gegen
den bislang ungeklärten Tod eines Transitreisenden am 10. April
verweigert Bundeskanzler Helmut
Kohl den Empfang Mittags.
- 18.4.
Durch einen Sprengstoffanschlag wird die US-Botschaft in Beirut weitgehend zerstört. Eine
extremistische Moslem-Gruppe bekennt sich zu dem Anschlag, der 66 Tote beziehungsweise
Vermißte fordert.
- 19.4.
In Madrid beginnt die letze Verhandlungsrunde des seit 1980 tagenden zweiten
Folgetreffens der
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).
- 21.4.
Bei den Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag von Martin Luther (1483-1546) wird die restaurierte
Wartburg in Thüringen wiedereröffnet.
- 22.4.
Schriftsteller aus Ost und West treffen sich in Ost-Berlin zur "2. Berliner Begegnung" mit
dem Thema Frieden und Abrüstung.
Das Theaterstück "Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten" von
Heiner Müller
wird am Schauspielhaus Bochum uraufgeführt.
- 25.4.
Das Magazin "stern" kündigt auf einer Pressekonferenz die Entdeckung und
Veröffentlichung von Tagebüchern
Adolf Hitlers an und beginnt mit deren auszugsweisem
Abdruck. Am 6. Juni werden die Tagebücher als Fälschung entlarvt.
- 26.4. Acht Golfstaaten können sich nicht über gemeinsame
Maßnahmen zur Bekämpfung des riesigen Ölteppichs im
Persischen Golf einigen. Der Ölteppich ist durch das wochenlange
Auslaufen von Öl aus iranischen Quellen entstanden, die im irakisch-iranischen
Krieg bombardiert worden waren.
- 27.4. Mit dem Hirtenwort "Gerechtigkeit schafft Frieden" wenden
sich die katholischen Bischöfe der Bundesrepublik gegen das Wettrüsten.
Sie erklären, daß nukleare Abschreckung auf Dauer kein verläßliches
Instrument der Kriegsverhütung sei.
Im ZDF läuft die US-amerikanische Erfolgsserie "Denver-Clan" an.
- 28.4.
Wegen der gestörten Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten nach dem Tod
von zwei Transitreisenden sagt DDR-Staats- und Parteichef
Erich Honecker den geplanten
Besuch in der Bundesrepublik ab.
- 29.4.
Die Stadt Köln verleiht dem Schriftsteller
Heinrich Böll die Ehrenbürgerwürde.
- Mai
- 1.5.
In mehreren polnischen Städten finden Demonstrationen für die verbotene Gewerkschaft
"Solidarnosc" statt. In Warschau und Danzig geht die Polizei mit Wasserwerfern und
Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor.
In Witten/Herdecke wird die erste Privatuniversität in der Bundesrepublik eröffnet, die sich nur
durch private Förderbeiträge finanzieren will.
- 4.5.
Bundeskanzler Kohl bezeichnet in seiner Regierungserklärung den Abbau der
Arbeitslosigkeit,
die Wiedergewinnung wirtschaftlichen Wachstums und die Sanierung der
Bundesfinanzen als Schwerpunkte der Regierungstätigkeit.
- 5.5.
Für sein literarisches Gesamtwerk wird der Schriftsteller
Wolfdietrich Schnurre in Darmstadt
mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
- 12.5. Auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin demonstrieren fünf
Bundestagsabgeordnete der Grünen für Abrüstung in Ost
und West. Sie werden von der Volkspolizei zunächst festgenommen,
nach wenigen Stunden jedoch freigelassen.
- 14.5. Der Militaria-Händler Konrad Kujau (geb. 1938),
der dem Magazin "stern" die gefälschten Hitler-Tagebücher
verkauft haben soll, wird festgenommen. Am 26. Mai gesteht Kujau, daß
er die an den "stern" verkauften Hitler-Tagebücher selbst geschrieben
hat.
- 17.5. Der Libanon und Israel unterzeichnen ein Abkommen, das
den Abzug aller im Libanon stationierten israelischen Streitkräfte
vorsieht, jedoch wegen unterlassener rechtzeitiger Einbeziehung Syriens
nicht umgesetzt werden kann.
- 19.5.
Zur Klärung der
Flick-Spendenaffäre
wird auf Antrag der SPD ein Untersuchungsausschuß des Bundestags eingesetzt.
- 28.-30.5.
Der neunte
Weltwirtschaftsgipfel
der führenden Industrienationen findet in Williamsburg/USA statt.
- 31.5.
Bundesaußenminister
Hans-Dietrich Genscher
erhält während seines Besuchs in Rumänien die Zusicherung, daß finanzielle Auflagen
für ausreisewillige Deutsche gemildert werden. Die Handelsbeziehungen und der
Kulturaustausch sollen verstärkt werden.
- Juni
- 1.6.
Die Schriftstellerin
Anna Seghers stirbt in Ost-Berlin.
- 4.6.
In Hannover findet der erste Bundeskongreß der Grünen statt. Behandelt werden
insbesondere die Themen Umwelt, Friedensbewegung, Deutschlandpolitik und Arbeitslosigkeit.
- 8.6.
Ein Mitglied der Jenaer Friedensgruppe, Roland Jahn (geb. 1953), wird in die Bundesrepublik
abgeschoben. Damit sind bereits 20 Mitglieder der
Friedensbewegung aus der DDR
abgeschoben worden.
- 13.6. Zur Erforschung der Immunschwäche AIDS (Acquired
Immune Deficiency Syndrome/Erworbene Immunschwäche-Krankheit) setzt
das Bundesgesundheitsamt in West-Berlin eine Expertengruppe von 15 Professoren
ein.
- 16.6. Papst
Johannes Paul II. trifft zu einem siebentägigen Besuch in Warschau
ein. Am 23. Juni empfängt der Papst den Anführer der verbotenen
polnischen Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc", Lech Walesa (geb. 1943).
- 17.6. Der Parteichef der KPdSU, Jurij Andropow (1914-1984),
wird zum sowjetischen Staatsoberhaupt gewählt. Damit sind die beiden
höchsten Ämter der Sowjetunion wieder in einer Person vereinigt.
- 18.6.
Die US-Raumfähre Challenger startet in Cape Canaveral. Zum ersten Mal in der
US-Raumfahrt ist eine Frau, die Physikerin Sally Ride (geb. 1951), unter den Astronauten.
- 19.6.
Die Regierungschefs der zehn EG-Mitgliedstaaten unterzeichnen zum Abschluß ihres
dreitägigen Treffens in Stuttgart die "Feierliche Deklaration zur Europäischen Union".
- 25.6. Bei dem Deutschland-Besuch von US-Vizepräsident
George Bush (geb. 1924) im Rahmen der 300-Jahr-Feier des Beginns der
organisierten deutschen Auswanderung nach Nordamerika kommt es in Krefeld
zu Demonstrationen und Krawallen gegen die Sicherheitspolitik der USA.
- 29.6. Durch Kabinettsbeschluß übernimmt die Bundesregierung
die Bürgschaft für einen Bankenkredit in Höhe von einer
Milliarde DM an die DDR. Die Hilfe des bayerischen Ministerpräsidenten
Franz-Josef Strauß bei der Vermittlung des Kredits stößt
auf Kritik auch in der eigenen Partei.
- Juli
- 2.7.
Etwa 20
Kernkraftgegner
dringen in der Nähe von Wustrow/Landgkreis Lüchow-Dannenberg
auf DDR-Gebiet vor, um gegen die in Dragahn geplante Wiederaufbereitungsanlage zu
protestieren. Am 5. Juli entsteht ein zweites Protestlager auf DDR-Gebiet in Höhe der Ortschaft
Kapern-Gummern.
- 3.7.
Eine Abordnung der Bundestagsfraktion der Grünen trifft zu Gesprächen mit Vertretern der
US-amerikanischen Regierung, der Friedensbewegung und der Kirchen in New York ein. Am 7. Juli
demonstrieren die Grünen vor dem Weißen Haus in Washington gegen US-amerikanische und
sowjetische Raketen in Europa.
- 4.-7.7.
Bundeskanzler Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher statten der Sowjetunion
einen offiziellen Besuch ab, der eine neue und bessere Qualität der gegenseitigen Beziehungen
begründen soll.
- 7.7.
Die Zeitung "Bild am Sonntag" veröffentlicht ein Flugblatt, in dem sich drei Frauen der
Bundestagsfraktion der Grünen über das sexistische Verhalten ihres Parteifreundes Klaus
Hecker (geb. 1929) beschweren. Hecker gesteht sein Fehlverhalten ein und legt sein
Bundestagsmandat nieder.
- 12.7.
Das größte europäische Sonnenkraftwerk nimmt auf der Nordseeinsel Pellworm/Schleswig-Holstein seinen Betrieb auf.
- 22.7.
Die Bundesrepublik unterzeichnet das Übereinkommen der UNO gegen jegliche
Diskriminierung der Frau.
- 24.7.
Im Rahmen einer als privat bezeichneten Reise in die Tschechoslowakei, Polen und in die
DDR trifft der bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß mit dem Staats- und Parteichef
der DDR, Erich Honecker, im Schloß Hubertusstock am Werbellinsee zusammen.
- August
- 10.8.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verhindert mit einer Blockadeaktion die
Verklappung von Dünnsäure der Firma "Kronos Titan" vor der Nordseeinsel Helgoland.
- 20.-27.8.
Bei den Europameisterschaften in Rom gewinnt der Offenbacher Schwimmer Michael
Groß (geb. 1964) viermal die Goldmedaille und einmal Silber.
- 21.8.
Die UdSSR legt den Vereinten Nationen einen Vertragsentwurf über einen Gewaltverzicht
im Weltraum vor.
- 28.8. Der Schweizer Künstler Harald Nägeli (geb.
1939), bekannt als "Sprayer von Zürich", wird in Puttgarden festgenommen.
Gegen Nägli, der mit auf Häuserfassaden gesprayten Strichmännchen
gegen die Unwirklichkeit der zubetonierten Städte protestiert,
liegt seit 1982 ein internationaler Haftbefehl vor. Die Behörden
der Bundesrepublik liefern Nägli jedoch nicht aus, sondern setzen
den vielbeachteten Künstler im September gegen Kaution auf freien
Fuß.
- September
- 1.9.
Die Bundespost beginnt mit der bundesweiten Einführung von Bildschirmtext (Btx).
Eine Blockade des US-Militärdepots in Mutlangen durch prominente Rüstungsgegner bildet den
Auftakt zu Protesten gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen in der
Bundesrepublik.
Sowjetische Abfangjäger schießen eine südkoreanische Verkehrsmaschine ab, die über der Insel
Sachalin in den sowjetischen Luftraum eingedrungen war. Dabei kommen 269 Menschen ums
Leben. Die sowjetische Regierung erklärt am 6. September, daß das Verkehrsflugzeug mit einem
US-Aufklärer verwechselt wurde. Die Gründe für die Kursabweichung bleiben im Dunkeln.
- 15.9. Erster Empfang eines Regierenden Bürgermeisters
von West-Berlin, Richard
von Weizsäcker, durch den Staats- und Parteichef der DDR, Erich
Honecker, in Ost-Berlin.
- Oktober
- 1.10.
Die EG-Richtlinie zum Verbot der Einfuhr von Jungrobbenfellen tritt in Kraft.
- 5.10. In einem Gespräch mit österreichischen Journalisten
wird von dem Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, erstmals
die Existenz von Selbstschußanlagen an der innerdeutschen
Grenze zugegeben. Gleichzeitig kündigt er den Abbau dieser
Anlagen an. Die Arbeiten werden am 30. November 1984 beendet.
- 18.10.
Eine Erhebung der Bundesregierung ergibt, daß ein Drittel des deutschen Waldes erkrankt
ist. Bundeslandwirtschaftsminister Ignaz Kiechle (geb. 1930) konstatiert, daß sich die Schäden
gegenüber 1982 vervierfacht haben. Er fordert private Initiativen gegen das Waldsterben,
der Staat sei überfordert.
- 22.10. Den Höhepunkt der "Aktionswoche" der Friedensbewegung
gegen die NATO-Nachrüstung bilden eine 108 km lange "Menschenkette"
zwischen Neu-Ulm und Stuttgart sowie eine Großkundgebung in Bonn.
- 25.10.
US-amerikanische Truppen besetzen mit Unterstützung eines Hilfskontingents aus sieben
karibischen Staaten die Karibik-Insel Grenada. US-Präsident Ronald Reagan begründet die Invasion
mit dem Schutz der 1.000 auf Grenada lebenden US-Bürger. Er wirft Kuba und der UdSSR vor,
einen Umsturz geplant zu haben.
Der Rockmusiker Udo Lindenberg (geb. 1946) gibt mit seinem Panikorchester
ein Konzert in Ost-Berlin.
- November
- 2.11.
Verbot und Auflösung des Vereins "Hell's Angels Motor-Club e.V." durch den
Bundesinnenminister. Den Mitgliedern wird unter anderem Zuhälterei und Erpressung
vorgeworfen.
- 5.11.
Die hessische SPD spricht sich auf ihrem Landesparteitag in Baunatal für Verhandlungen mit
den Grünen über eine Regierungsbildung aus.
- 7.11.
In München wird die erste öffentliche Zapfsäule für bleifreies Benzin von
Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (geb. 1925) (CSU) in Betrieb genommen.
- 10.11.
Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz, das arbeitslos gewordenen Ausländern finanzielle
Anreize zur Rückkehr in die Heimat bietet.
- 14.11. Als erste Gemeinde in der Bundesrepublik führt
Buxtehude in seiner Innenstadt versuchsweise "Tempo 30" ein.
- 16.11.
Die Ruhrkohle AG in Essen gibt bekannt, daß sie die Zahl ihrer Beschäftigten und ihre
Förderkapazität bis 1988 um rund ein Achtel verringern wird. Durch diese Maßnahmen gehen
14.000 Arbeitsplätze verloren. Die Ruhrkohle AG ist das mit Abstand größte Bergbau-Unternehmen in der Bundesrepublik.
- 18.11.-12.2.1984
Anläßlich des 100. Geburtstags des Künstlers präsentiert die Städtische Galerie im
Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt/Main, die Ausstellung
"Max Beckmann. Frankfurt 1915-1933".
- 22.11.
Gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschließt der Bundestag, am
NATO-Doppelbeschluß festzuhalten.
- 25.11.
In der Bundesrepublik treffen die ersten Pershing-II-Raketen ein. Sie werden zum US-
Militärdepot Mutlangen gebracht.
- 27.11.
Die Bundestagsabgeordneten Franz Handlos (geb. 1939) und Ekkehard Voigt (geb. 1939)
treten aus der CSU aus und gründen in München die Partei "Die Republikaner".
Die Ausstellung
"Picasso - Das plastische Werk" in der
Neuen Nationalgalerie in West-Berlin endet mit einem Publikumsrekord von 150.000 Besuchern
in sieben Wochen.
- 28.11.
Richard von Weizsäcker wird von der CDU als Kandidat für das Amt des
Bundespräsidenten nominiert.
Der Physiker Ulf Merbold (geb. 1941) nimmt als erster Bundesbürger an einem Raumflug mit der
Weltraumfähre "Columbia" teil.
- 29.11. Die Bonner Staatsanwaltschaft erhebt die ersten Anklagen
in der Flick-Parteispendenaffäre.
Wegen des Vorwurfs der Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit müssen
sich unter anderem Bundeswirtschaftsminister Otto
Graf Lambsdorff, sein Vorgänger Hans Friderichs (geb. 1931)
sowie der frühere Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch (geb.
1926) verantworten. Am 2. Dezember hebt der Bundestag die Immunität
von Bundeswirtschaftsminister Graf Lambsdorff auf.
- 30.11.
Das Museum Folkwang Essen eröffnet seinen Erweiterungsbau.
- Dezember
- 6.12.
Die Bundesregierung verbietet die "Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale
Aktivisten", die größte neonazistische Organisation in der Bundesrepublik.
- 10.12.
Der Führer der polnischen Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc", Lech Walesa, wird für
seinen Kampf um die Rechte der Arbeiter mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Der
polnische Rundfunk kommentiert die Entscheidung als "antipolnische Aggression".
- 15.12.
Wegen Beeinträchtigung des Datenschutzes verwirft das Bundesverfassungsgericht in der
Hauptverhandlung Teile des Volkszählungsgesetzes.
- 28.12.
Das Bundeswirtschaftsministerium widerruft Steuervergünstigungen, die der Flick-Konzern
in den 70er Jahren für eine US-Beteiligung erhielt. Gegen drohende Nachforderungen von 450
Millionen DM wehrt sich die Firma durch Klage vor Gericht.
- 30.12.
Zwischen dem Senat von West-Berlin und der DDR-Reichsbahn wird die Übernahme der S-Bahn
auf West-Berliner Gebiet durch den Berliner Senat vereinbart.
- Außerdem
-
Christa Wolf: Kassandra (Roman)
(iz/cwg)
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