1955-63 |
Teilung Deutschlands: Entstalinisierung |
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Auf dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 hält Parteichef Chruschtschow eine Geheimrede, in der er sich von einigen Aspekten der Stalinzeit distanziert. Diese Verfehlungen lastet Chruschtschow jedoch allein der Person Stalins an, ohne die Herrschaft der KPdSU in Frage zu stellen. Chruschtschows Versuch, Stalins Verbrechen offenzulegen, gefährdet jedoch das ganze System. Daher bleibt die "Entstalinisierung" auf halbem Wege stecken. Die Versuche, totalitäre Strukturen zu beseitigen, stoßen in allen Ländern des Ostblocks auf den hartnäckigen Widerstand des Parteiapparates. Die in den 40er und 50er Jahren im Ostblock übliche Verherrlichung Stalins dient der Machtsicherung der kommunistischen Regime. Wer Stalin bejaht, bekennt sich zum System, wer ihn verneint, wird zum Feind des Systems erklärt. Auch in der DDR wird der Kult um Stalin gepflegt und nimmt zum Teil groteske Züge an. Die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Februar 1950 ist ein weiteres Merkmal für den stalinistischen Charakter des SED- Regimes. Das MfS dient dazu, den Herrschaftsanspruch der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zu sichern und innerparteiliche Opposition auszuschalten. Die Entstalinisierung wirkt sich auf die gesamte kommunistische Welt aus. Sie führt etwa in Ungarn zu einem Aufstand gegen die sowjetische Bevormundung. In der DDR kommt es zu Forderungen nach einer Parteireform. Die SED ruft zwar zur Überwindung des Dogmatismus auf und rehabilitiert einige zu Beginn der 50er Jahre ausgeschlossene Funktionäre. Befürworter eines Entstalinisierungskurses werden von Ulbricht aber kaltgestellt. Mit der Entstalinisierung findet der Stalinkult in der DDR 1956 sein Ende. Doch in modifizierter Form lebt der stalinistische Personenkult, auf Ulbricht und Honecker übertragen, bis zum Ende der DDR fort. Der genaue Inhalt von Chruschtschows Geheimrede wird erst 1990 in der DDR bekannt. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |