1949-55

 

Zwei Staaten - zwei Wege: Bundestagswahl 1953

Wahlplakat der CDU zum Bundestagswahlkampf, 1953
Wahlplakat der SPD zum Bundestagswahlkampf, 1953
Wahlplakat der FDP zum  Bundestagswahlkampf 1953

Bei der Bundestagswahl am 16. September 1953 gewinnt die CDU/CSU mehr Stimmen, als selbst ihre größten Optimisten vermutet haben. Die Unionsparteien können einen Stimmenzuwachs von 14 Prozent gegenüber der Bundestagswahl von 1949 verbuchen. Die Politik der sozialen Marktwirtschaft und der Westintegration wird eindrucksvoll bestätigt. Vor allem Bundeskanzler Adenauer geht gestärkt aus der Wahl hervor. Seine Stellung ist von nun an unangefochten. Am 9. Oktober 1953 wird er zum zweiten Mal zum Bundeskanzler gewählt. Adenauer bildet eine Koaltitionsregierung aus CDU/CSU, FDP, DP und BHE.

Aufgrund der neu eingeführten Fünf-Prozent-Hürde gehören nur noch sieben Parteien dem 2. Deutschen Bundestag an: Stärkste Fraktion wird die CDU/CSU mit 45,2 Prozent der Stimmen. Die SPD erreicht 28,8 Prozent und bleibt damit wie schon 1949 unter der 30 Prozent -Marke. Mit 9,5 Prozent muss auch die FDP leichte Verluste hinnehmen. Die DP verliert ebenfalls und kommt nur noch auf 3,3 Prozent. Aufgrund von Wahlabsprachen kommen trotzdem DP-Abgeordnete auf Listen der CDU ins Parlament. Gleiches gilt für das Zentrum. Die Vertriebenenpartei Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) gewinnt 5,9 Prozent der Stimmen und zieht neu in den Bundestag ein.

Überschattet wird der Wahlkampf durch den Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Für viele Wähler entlarven die Ereignisse jenes Tages die Wiedervereinigungsangebote der SED und der UdSSR als leere Versprechungen. Mit der Angst vor der kommunistischen Bedrohung wächst auch die Zustimmung für Adenauers Politik der Westbindung.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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