1955-63

 

Die Mauer: Bundestagswahl 1961

Wahlplakat: Voran mit Willy Brandt - SPD, 1961
Wahlplakat der FDP mit Theodor Heuss und Erich Mende, 1961
Wahlplakat: Auch morgen in Freiheit leben - CDU, 1961

Der Mauerbau überschattet den Wahlkampf zur Bundestagswahl am 17. September 1961. Der SPD-Kanzlerkandidat Willy Brandt, populär als Regierender Bürgermeister von West-Berlin, konzentriert sich nun ganz auf die Probleme der geteilten Stadt. Die CDU/CSU bleibt zunächst bei wirtschaftspolitischen Themen. Dass Bundeskanzler Konrad Adenauer nicht einmal in dieser Situation auf persönlich verletzende Attacken gegen Brandt verzichtet, kreidet die öffentliche Meinung ihm an. Die FDP führt ihren Wahlkampf unter der Parole: "Für die CDU - ohne Adenauer".

Die Bundesbürger erleben eine neue Form des Wahlkampfs. Nach amerikanischem Vorbild wird er zur Kampagne. Fähnchen, Hüte und viel bedrucktes Papier sollen die Gunst der Wählerinnen und Wähler erobern. Die Parteien setzen noch mehr als bisher auf ihre Spitzenkandidaten und deren persönliche Ausstrahlung: die CDU und CSU auf Konrad Adenauer und Ludwig Erhard, die SPD auf Willy Brandt, die FDP auf Erich Mende. Politische Sachaussagen treten hinter Personen zurück.

In den Wahlen zum 4. Deutschen Bundestag verlieren CDU/CSU 4 Prozent der Stimmen und damit ihre absolute Mehrheit, die SPD gewinnt 4,5 Prozent hinzu. Die FDP erzielt mit 12,8 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis. Adenauer besteht trotzdem auf einer vierten Kanzlerschaft und lässt sogar der SPD ein Angebot für eine Große Koalition unterbreiten. Damit setzt er die FDP unter Druck. Die Koalitionsgespräche mit der FDP gestalten sich dementsprechend schwierig. In Sachfragen kommen die Vertragspartner rasch überein, die Personalentscheidungen dauern jedoch länger. Adenauer verpflichtet sich schließlich, nach zwei Jahren zurückzutreten.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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