1955-63

 

Die Mauer: Mauerbau

Photo: Bürger versammeln sich am Jahrestag des Mauerbaus, 1962
Wochenschau: Mauerbau, Berichterstattung der Bundesrepublik Deutschland, 1961
Wochenschau: Mauerbau: Berichterstattung der DDR, 1961

Am Sonntag, den 13. August 1961, wird unter Aufsicht von Volkspolizei und Nationaler Volksarmee (NVA) die Sektorengrenze nach West-Berlin hermetisch abgeriegelt. Überall werden Straßen aufgerissen, Panzersperren und Stacheldrahtverhaue errichtet. Die Mauer entsteht. Sie unterbricht die in Generationen gewachsenen Verbindungen zwischen beiden Teilen der Stadt. Die Bevölkerung in beiden Teilen Deutschlands zeigt sich empört und schockiert. Aufmerksame Beobachter sind allerdings weniger überrascht: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bildet Berlin einen der Hauptbrennpunkte des Ost-West-Konfliktes.

Erschütternde Szenen spielen sich in den Tagen des Mauerbaus entlang der Sektorengrenze ab. Die Sperranlage schneidet über 50.000 Ost-Berliner von ihren Arbeitsplätzen im Westen ab. Die DDR-Regierung verringert die Zahl der Grenzübergangsstellen zwischen beiden Stadthälften auf sieben. Das Gesamtberliner Verkehrsnetz wird über Nacht an der Sektorengrenze zerschnitten. Das Brandenburger Tor - unmittelbar an der Mauer gelegen - ist seit dem 13. August 1961 das Symbol der deutschen Teilung.

Im Auftrag von Walter Ulbricht war der Mauerbau unter völliger Geheimhaltung durch den für Sicherheitsfragen zuständigen Sekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Erich Honecker, vorbereitet worden. Noch in seinen Memoiren hebt Honecker den generalstabsmäßigen Verlauf des Mauerbaus hervor. Die Erlaubnis zur Einmauerung West-Berlins hatte die DDR-Regierung zuvor durch die UdSSR erhalten. Die in der DDR stationierten sowjetischen Truppen helfen dabei mit, die Errichtung des "antifaschistischen Schutzwalls" zu sichern.

Wochenschau: Mauerbau, Berichterstattung der Bundesrepublik Deutschland, 1961 Wochenschau: Mauerbau, Berichterstattung der Bundesrepublik Deutschland, 1961
[Kollektives Gedächtnis] Gerda Langosch: Erinnerungen an den 13. August 1961

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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