1955-63 |
Die Mauer: Reaktionen |
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Nach dem Bau der Berliner Mauer versammeln sich am 16. August 1961 250.000 Berliner vor dem Schöneberger Rathaus im Westteil der Stadt. Sie fordern energische Reaktionen der Westmächte und Garantien für West-Berlin. Doch die Westmächte reagieren zurückhaltend. Sie beschränken sich auf verbale Proteste und den Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson (1908-1973) sowie des ehemaligen Organisators der Luftbrücke, General Lucius D. Clay, am 19. August 1961 in West-Berlin. Obwohl sie schon frühzeitig durch ihre Geheimdienste über den Mauerbau informiert wurden, sind die Westmächte bereit, die sowjetische Machtsphäre zu respektieren. Die deutsche Teilung scheint nun auf Dauer vollzogen. In der Bundesrepublik läuft derweil der Bundestagswahlkampf auf vollen Touren. Bundeskanzler Adenauer kommt erst am 22. August nach Berlin. Dies wird in der Öffentlichkeit mit Unverständnis aufgenommen. Doch alle Parteien sind sich darin einig, die Situation nicht eskalieren zu lassen und die Berliner zu beruhigen. Selbst der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, der die USA zu entschiedenen Reaktionen drängt, stellt sich einem Demonstrationszug entgegen, der zur Sektorengrenze zieht. Die DDR-Regierung verteidigt den Mauerbau und begründet ihn damit, dass dem "Treiben der westdeutschen Revanchisten und Militaristen" ein Riegel vorgeschoben worden sei. In den folgenden Jahren werden die Sperranlagen an der Sektorengrenze dann zu einem fast unüberwindbaren Hindernis ausgebaut. Da Flüchtlinge für das SED-Regime Verbrecher sind, darf auf sie geschossen werden. Bis 1989 sterben bei Fluchtversuchen über 200 Menschen an der Berliner Mauer. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |