1955
1956
1957
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1959
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1961
1962
1963

1955-63

 

Die Zuspitzung des Kalten Krieges

Plakat: Klassenbrüder-Waffenbrüder, Warschauer Pakt, 1965
Büste: Gerhard Marcks "Konrad Adenauer", 1955
Photo: Sommerschlußverkauf im Kaufhaus "Opperpollinger", 1950er Jahre
Photo: Mauerbau in der Zimmerstraße, 1961

Im Jahr 1955 wird die politische und militärische Integration beider deutscher Staaten in den östlichen bzw. westlichen Machtblock abgeschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland tritt der NATO bei und erhält ihre Souveränität. In der Außenpolitik ist für Bonn neben den USA vor allem Frankreich ein wichtiger politischer Partner. Die von Bundeskanzler Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle betriebene Aussöhnung gipfelt 1963 im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Auch die DDR erhält 1955 ihre Souveränität und gehört noch im selben Jahr zu den Gründungsmitgliedern des Warschauer Paktes. Außenpolitisch wird die DDR von der Sowjetunion gelenkt, die die Führungsrolle über den gesamten Ostblock beansprucht.

Bundeskanzler Adenauer prägt in den 50er Jahren die Innen- und Außenpolitik der Bundesrepublik und erlangt weltweite Anerkennung. Der Staatsmann Adenauer steht nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit bei der Bundestagswahl 1957 auf dem Höhepunkt seiner Macht. Sein Rücktritt 1963 markiert das Ende einer Epoche.
In der DDR bestimmt Walter Ulbricht bis 1971 das politische und kulturelle Leben. Nahezu unangefochten übersteht er die durch die Entstalinisierung 1956 ausgelöste Krise im Ostblock, in deren Verlauf es zu Aufständen in Polen und Ungarn kommt.

Die wirtschaftliche und soziale Stabilisierung der Bundesrepublik Deutschland schreitet in den 50er Jahren rasch voran. Die Produktions- und Exportdaten steigen rasant. Die Arbeitslosenquote sinkt 1961 auf unter 1%. Der gewaltige wirtschaftliche Aufschwung, der vor allem dem Ausland als ein "Wirtschaftswunder" erscheint, ermöglicht den Aufbau zahlreicher sozialer Sicherungen.
Auch in der DDR stabilisiert sich in der zweiten Hälfte der 50er Jahre die Wirtschaftslage. Trotz unbestreitbarer Erfolge bleibt die Wirtschaft aber ein Sorgenkind der DDR-Regierung. Der 1956 mit großem Optimismus in Kraft gesetzte 2. Fünfjahrplan muß schon 1959 abgebrochen werden. Die wirtschaftlichen Probleme sowie die Zwangskollektivierungen in der Landwirtschaft und im Handwerk lassen die Flüchtlingszahlen wieder dramatisch ansteigen.

Die offene Grenze in Berlin wird daher für die DDR-Regierung zunehmend untragbar. Durch den Bau der Mauer am 13. August 1961 riegelt das SED-Regime West-Berlin hermetisch ab. Sämtliche Verkehrsverbindungen zwischen beiden Stadthälften werden über Nacht unterbrochen, außerdem die "Staatsgrenze West" zur Bundesrepublik. Der Mauerbau zementiert auch die deutsche Teilung. Da jedoch der völkerrechtliche Status von West-Berlin nicht berührt wird, beschränken sich die Westmächte auf wirkungslose Proteste.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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