1949-55 |
SED-Staat: II. Parteikonferenz der SED |
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Eine wichtige Weichenstellung für die weitere Entwicklung der DDR erfolgt auf der II. Parteikonferenz im Juli 1952. Vor 1.565 Delegierten verkündet Walter Ulbricht den Beschluss des Politbüros der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), dass "der Sozialismus planmäßig aufgebaut" werde. Durch die beabsichtigten Veränderungen soll die DDR noch stärker an die Sowjetunion angeglichen werden. Der einstimmig gefasste Beschluss zum Aufbau des Sozialismus berührt die ganze Gesellschaft der DDR. Die II. Parteikonferenz markiert das Ende der antifaschistisch-demokratischen Phase in der DDR, die sich nun als Volksdemokratie versteht. Der Beschluss zum Aufbau des
Sozialismus war zuvor vom Politbüro der SED Stalin vorgelegt und von diesem am 8. Juli gebilligt worden. Entgegen sonstiger
Gewohnheit nimmt jedoch keine Delegation der KPdSU an der II. Parteikonferenz
teil, und ihre Beschlüsse werden in der sowjetischen Presse totgeschwiegen. Mit der II. Parteikonferenz reagiert die SED auf die sehr schwierige ökonomische und soziale Situation der DDR. Die Staatsfinanzen sind durch die wachsenden Militärausgaben und Reparationsleistungen an die UdSSR stark angespannt. Der übereilte Aufbau einer Schwerindustrie hat zu Versorgungsengpässen bei der Bevölkerung geführt. Mit der noch stärkeren Anpassung der DDR an das System des Stalinismus will die SED diese Probleme lösen. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |