1949-55 |
Zwei Staaten - zwei Wege: Zweistaatentheorie |
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Nachdem die Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in den Westen mit Inkrafttreten der Pariser Verträge abgeschlossen ist, ändert die Sowjetunion ihre Deutschlandpolitik: Während sie bisher versucht hat, durch Wiedervereinigungsangebote die Westintegration und Wiederbewaffnung der Bundesrepublik zu verhindern, geht sie nun von der Teilung Deutschlands aus. Auf der Genfer Gipfelkonferenz im Juli 1955 zeichnet sich diese "Zweistaatentheorie" deutlich ab. Neben einer Delegation aus der Bundesrepublik Deutschland sind in Genf auch Vertreter der DDR zugelassen. Die Teilnahme an einer internationalen Konferenz bedeutet für die DDR eine große Aufwertung. Im September 1955 erhält die DDR von der Sowjetunion formal ihre volle Souveränität. Sie wird fortan verstärkt in den sowjetischen Machtbereich integriert. Die Zweistaatentheorie, wonach auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches zwei souveräne deutsche Staaten entstanden seien, wird von dem sowjetischen Parteichef Chruschtschow am 26. Juli öffentlich in Ost-Berlin verkündet: Eine Wiedervereinigung sei allein Sache der Deutschen und setze zunächst die Annäherung zwischen der Bundesrepublik und der DDR voraus. Außerdem müßten die "sozialistischen Errungenschaften" der DDR gewahrt werden. Jede Hoffnung auf eine baldige Wiedervereinigung aufgrund freier Wahlen wird damit zerstört. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |