

 |
- Januar
- 5.1.
Eröffnung einer Ausstellung in Leipzig mit Werken der während des
NS-Regimes
verfemten Graphikerin und Bildhauerin
Käthe Kollwitz.
- 10.1.
Die erste Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) wird in London eröffnet.
- 12.1.
Der Alliierte Kontrollrat
einigt sich auf eine gemeinsame Entnazifizierungsdirektive, dennoch wird die
Entnazifizierung in den
Besatzungszonen
mit unterschiedlicher Strenge durchgeführt.
- 14.1.
Im Pariser Abkommen einigen sich Vertreter von 18 Staaten über die Reparationsleistungen
Deutschlands an die Siegermächte.
- 18.1.
Gründung des Westdeutschen Fußballverbandes in Essen.
- 19.1.
In der SBZ
kommt die erste deutsche Wochenschau seit Kriegsende, "Der Augenzeuge", in die Kinos.
- 20.1.
Erste freie deutsche Wahlen seit 1933 in der
amerikanischen Besatzungszone
(Gemeindewahlen).
Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit an Berliner Universitäten.
- 23.1.
Eröffnung der Leistungsschau "Berlin baut auf" im früheren Zeughaus in Berlin.
- 28.1.
Erste Konferenz bildender Künstler in Ost-Berlin.
- 31.1.
In Düsseldorf wird die Staatliche Kunstakademie unter Leitung von Werner Heuser (1880-1964) wiedereröffnet.
- Februar
- 1.2.
In Stuttgart erscheint die erste Ausgabe der von Erich Kästner herausgegebenen
Jugendzeitschrift "Der Pinguin".
- 9.-11.2.
Erster Bundeskongreß des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) in Berlin.
- 14.2.
Der Alliierte Kontrollrat genehmigt die Wiederaufnahme des Postverkehrs zwischen
Deutschland und dem Ausland.
- 15.2.
Gründung des Zonenbeirats der
britischen Besatzungszone
aus Vertretern von
Parteien,
Gewerkschaften und
Verwaltung.
Der Zonenbeirat berät die Militärregierung "auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens".
- 21.2.
In Hamburg erscheint die erste Ausgabe der politischen Wochenzeitung "Die Zeit".
- 26.2.-1.3. Konrad
Adenauer wird zum Vorsitzenden der Christlich
Demokratischen Union (CDU) der britischen Besatzungszone gewählt.
- März
- 5.3.
Das "Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus" in der amerikanischen
Besatzungszone überträgt die Entnazifizierung deutschen Spruchkammern.
- 7.3.
Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in Berlin unter Vorsitz
Erich Honeckers.
Die FDJ war zuvor als "überparteiliche, demokratische und einheitliche" Jugendorganisation von der
SMAD zugelassen worden.
- 26.3.
Der Industrieplan des Alliierten Kontrollrates beschränkt die Kapazität der gesamtdeutschen
Rohstoff- und Fertigungsindustrie - den Bausektor ausgenommen - auf etwa die Hälfte der
Vorkriegsproduktion.
- April
- 1.4.
Die deutschen Gerichte nehmen ihre Arbeit wieder auf.
Die Erstausgabe der illustrierten Zeitschrift "Jüdische Rundschau" erscheint in Marburg an der
Lahn.
- 10.4.
Der Alliierte Kontrollrat erlaubt die Bildung von Betriebsräten in ganz Deutschland.
Erste Aufführung im deutschen Sprachraum des Theaterstückes "Der gute Mensch von Sezuan"
von Bertolt Brecht in Wien.
- 16.4.
Der 1000. Personenkraftwagen seit Kriegsende läuft im Wolfsburger Volkswagenwerk vom
Band.
- 18.4.
Beschluß der Auflösung des Völkerbundes. Übertragung der Aufgaben an die Vereinten
Nationen (UNO).
Eröffnung des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag.
- 21./22.4. Vereinigungsparteitag der KPD
und SPD
der sowjetischen Besatzungszone zur Gründung der SED
in Berlin.
- Mai
- 1.5.
Erstmals seit 1933 finden wieder Maikundgebungen der Gewerkschaften statt.
- 5.5.
Die Berliner Philharmoniker treten ihre erste Konzertreise seit Kriegsende an.
- 8.5.
Eröffnung der ersten deutschen Nachkriegsmesse in Leipzig.
- 9.- 11.5.
Auf dem ersten Parteitag der SPD der drei westlichen Besatzungszonen wird
Kurt Schumacher
zum Vorsitzenden gewählt.
- 13.5. Befehl der alliierten Militärregierung, nationalsozialistische
Denkmäler zu zerstören beziehungsweise Museen aufzulösen
und Bücher mit nationalsozialistischem Gedankengut aus öffentlichen
Bibliotheken sowie Buchhandlungen abzuliefern.
- 15.5.
Eröffnung einer Kunstausstellung in Hamburg mit während des Nationalsozialismus
verbotenen Werken von Emil Nolde,
Karl Schmidt-Rottluff,
Käthe Kollwitz und
Max Beckmann.
- 16.5.Die Erstausgabe der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" erscheint in Düsseldorf.
17.5.Gründung der staatlichen Deutschen Film AG (DEFA) in Potsdam-Babelsberg.
- 19.5.
Eröffnung der "1. Deutschen Kunstausstellung der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung in der
sowjetischen Besatzungszone" im Berliner Zeughaus.
- 25.5.
Einstellung der
Reparationslieferungen
aus der amerikanischen Besatzungszone an die Sowjetunion.
- Juni
- 1.6.
In Konstanz am Bodensee beginnen internationale Kulturwochen, Höhepunkt der
Veranstaltung wird die deutsche Erstaufführung des Schauspiels "Mutter Courage und ihre
Kinder" von Bertolt Brecht.
- 6.6. Die US-amerikanische Militärregierung unterzeichnet
einen Vertrag mit der US- Hilfsorganisation "Cooperative for American
Remittances to Europe" (CARE)
zur Unterstützung der deutschen Zivilbevölkerung.
Uraufführung des Schauspiels "Der Flüchtling" von Georg Kaiser.
Der Dichter Gerhart Hauptmann
stirbt in Agnetendorf in Schlesien/Polen.
- 15.6.
Beginn einer Wanderausstellung des Deutschen Hygienemuseums in Dresden unter dem
Motto "Kampf den Geschlechtskrankheiten".
- 18.6.
Proklamation der Republik Italien in Rom.
- 24.6.
Beginn der ersten Austragung der internationalen Tennismeisterschaften in Wimbledon nach
sieben Jahren.
- 27.6.
Eröffnung des zehntägigen internationalen Musikfestes in Donaueschingen.
- 30.6.
Wahlen zu den verfassunggebenden Landesversammlungen in der amerikanischen
Besatzungszone.
Einführung des Interzonenpasses, mit dem Deutsche über die Besatzungsgrenzen hinaus reisen
dürfen.
Die USA zünden über dem Bikini-Atoll einen Nuklearsprengsatz und starten damit ihr
Atomtestprogramm.
Volksentscheid im Land Sachsen über die entschädigungslose
Enteignung der gewerblichen Betriebe von angeblichen ehemaligen aktiven
Nationalsozialisten und Kriegsverbrechern: Bei einer Beteiligung von
93,7 % Stimmen 77,6 % für die Konfiskation.
- Juli
- 11.7.
In Hamburg beginnen die Arbeiten für die Hochhausanlagen am Grindelberg, der ersten
deutschen Hochhaussiedlung.
- 22.7.
Die ersten deutschen Soldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück.
- 29.7.
Der internationale Fußballverband (FIFA) schließt Deutschland und Japan aus.
- August
- 1.8.
Wiedereröffnung der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin.
- 2.8.
Erste Aufführung der Salzburger Festspiele nach Kriegsende.
- 3.8.
Eröffnung der ersten Exportschau der bayerischen Wirtschaft seit Kriegsende in München.
- 23.8.
Bildung der Länder
Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein durch die britische Militärregierung.
- 25.8.
Ende der ersten Leichtathlethik-Europameisterschaften nach Kriegsende. Deutsche
Teilnehmer sind nicht zugelassen.
- 30.8.
Bildung des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Zusammenschluß der Pfalz, Teilen der Provinz
Hessen-Nassau und dem linksrheinischen Teil Hessens durch die französische Besatzungsmacht.
- September
- 2.9.
Gründung des "Sozialistischen Deutschen Studentenbundes" (SDS) in Hamburg.
- 5.9.
In Berlin nimmt der "Rundfunk im amerikanischen Sektor" (RIAS) seinen Sendebetrieb auf.
- 6.9.
US-Außenminister James Francis Byrnes
legt in seiner "Stuttgarter Rede" die Grundsätze der Besatzungspolitik der Vereinigten Staaten in Deutschland dar und
leitet damit eine positive Wende in den
deutsch-amerikanischen Beziehungen ein.
- 25.9.
Der Schauspieler Heinrich George stirbt im sowjetischen
Internierungslager Sachsenhausen.
- Oktober
- 1.10.
Urteilsverkündung in den
Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozessen.
Unter dem Direktor Hermann Henselmann (1905-1995) wird in Weimar die Hochschule für Baukunst und Bildende Kunst
wiedereröffnet.
- 10.10. Gründung der Nachrichtenagentur ADN (Allgemeiner
Deutscher Nachrichtendienst) in der sowjetischen Besatzungszone.
- 15.10.
Uraufführung des ersten deutschen
Nachkriegsfilms "Die Mörder sind unter uns" von
Wolfgang Staudte.
- 20.10.
Landtagswahlen in der SBZ.
Letzte gemeinsame Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung in Groß-Berlin.
- 26.-31.10.
Auf dem "Sächsischen Künstlerkongreß" in Dresden wird die Lizenzerteilung für die von
Karl Hofer (1878-1955) und Oskar Nerlinger (1893-1969) herausgegebene
Zeitschrift "Bildende Kunst" beschlossen.
- 29.10. Erste Nachkriegs-Volkszählung in den vier Besatzungszonen
Deutschlands. Dabei werden 65,9 Millionen Einwohner erfaßt, darunter
36,6 Millionen Frauen und 29,3 Millionen Männer einschließlich
9,7 Millionen Vertriebene.
- November
- 1.11. Bildung des Landes Niedersachsen durch Zusammenschluß
der Länder Hannover, Schaumburg-Lippe, Oldenburg und Braunschweig.
- 9.11.
Eröffnung des "Theaters der Jungen Welt", des ersten deutschen Theaters für Kinder und Jugendliche, in Leipzig.
- 19.11. Erste Generalversammlung der "United Nations Educational,
Scientific und Cultural Organisation" (UNESCO) in Paris eröffnet.
- 28.11.
Aufstellung der "Deutschen Grenzpolizei" auf Weisung der SMAD.
- Dezember
- 10.12. Hermann
Hesse erhält den
Literaturnobelpreis . Rückwirkende Verleihung des
Nobelpreises für Chemie 1944 an Otto
Hahn.
- 12.12.
Uraufführung des Dramas "Des Teufels General" von
Carl Zuckmayer in Zürich.
- 13.12.
In München wird der "Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V." (ADAC), der 1933 von
den Nationalsozialisten aufgelöst worden war, wiedergegründet.
Deutsche Erstaufführung der Oper "Matis der Maler" von
Paul Hindemith.
- 15.12.
Die erste Ausgabe der Zeitschrift "Hör zu" erscheint in Hamburg.
Eröffnung der Wanderausstellung "Nazikunst während des Krieges" in Frankfurt/Main.
- 22.12.
Wirtschaftlicher Anschluß des
Saarlands an Frankreich.
- Außerdem
- Simone de Beauvoir: Alle Menschen sind
sterblich (Roman)
Alfred Döblin: Der Oberst und der Dichter oder Das menschliche Herz (Roman)
Hermann Hesse: Krieg und Frieden (Roman)
Erich Maria Remarque: Arc de Triomphe (Roman)
Mit den "Rowohlt-Rotations-Romanen" erscheint hochwertige Literatur im Zeitungsformat.
Alfred Andersch und
Hans Werner Richter geben in München die kulturpoltische
Zeitschrift "Der Ruf" heraus, die 1947 von der amerikanischen Besatzungsmacht verboten wird.
Eugen Kogons (1903-1987) Veröffentlichung "Der SS-Staat" macht die Greuel in den
Konzentrationslagern einem breiten Publikum bekannt.
Mit dem Vespa-Roller kommt ein neuer Typ von Zweirad auf den Markt.
Erstmals werden an der Cote d'Azur die Internationalen Filmfestspiele von Cannes veranstaltet.
(db/iz)
© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
|