1949-55

 

Zwei Staaten - zwei Wege: Die Deutsche Frage

Plakat des Kuratorium Unteilbares Deutschland
Plakat der DDR-Kampagne "Deutsche an einen Tisch", 1951
Wahlplakat: Nationale Front, 1950

1949 entstehen mit der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik aus den vier Besatzungszonen zwei Staaten. Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten sowie die Rechte und Pflichten der Alliierten für Berlin und Deutschland beschäftigt fortan die vier Siegermächte und die Deutschen. Die Forderung nach Einheit gehört in den 50er und 60er Jahren zum politischen Standardrepertoire der Bundesrepublik wie der DDR, ohne daß jedoch Aussicht auf eine realistische Lösung besteht.

Die Antworten von Ost und West zur Lösung der Deutschen Frage sind unterschiedlich: Die Bundesregierung und die Westmächte fordern freie, gesamtdeutsche Wahlen unter UNO-Kontrolle. Die DDR verlangt mit Billigung der Sowjetunion zu Beginn der 50er Jahre Verhandlungen beider deutscher Regierungen und propagiert "Deutsche an einen Tisch". Im März 1952 versucht die UdSSR erneut Bewegung in die Deutschlandpolitik zu bringen: Für den Verzicht auf die sich abzeichnende Westintegration der Bundesrepublik lockt sie in den Stalinnoten mit dem Angebot der Wiedervereinigung.

Die Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in den Westen beantwortet die Sowjetunion dann mit der Aufwertung der DDR und ihrer verstärkten Integration in den Ostblock. Wie sich auf der Genfer Gipfelkonferenz im Juli 1955 zeigt, geht die UdSSR nun von zwei deutschen Staaten aus. Diese Zweistaatentheorie wird 1958 durch die einseitige Erklärung West-Berlins von Seiten der Sowjetunion zu einer "selbständigen politischen Einheit" zu einer Dreistaatentheorie erweitert.

[Kollektives Gedächtnis] Heinz Beck: Mit 40 Musikstudenten der Dresdner Hochschule nach Hessen

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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