1945-49

 

Entstehung zweier deutscher Staaten: Gründung der DDR

Photo: Fanfarenzug der FDJ, 1950
Druckschrift: Verfassung der DDR, 1949

Im Dezember 1947 entsteht in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) die "Volkskongressbewegung für Einheit und gerechten Frieden" unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Aus ihr geht im März 1948 der 1. Deutsche Volksrat hervor, dessen Teilnehmer teilweise aus den Westzonen kommen. Der Volksrat veranlasst ein Volksbegehren zur deutschen Einheit und setzt einen Verfassungsausschuss unter Leitung von Otto Grotewohl ein. Dessen Entwurf für eine "Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik" wird am 19. März 1949 vom Volksrat formell beschlossen.

Die Wahlen zum III. Deutschen Volkskongress im Mai 1949 erfolgen aufgrund von Einheitslisten. Die Mandate werden schon im voraus zwischen den Parteien und Massenorganisationen der DDR aufgeteilt. Der Protest der Bevölkerung zeigt sich in 31,5 Prozent Nein-Stimmen und 6,7 Prozent ungültigen Stimmen. Die 1400 Delegierten des III. Deutschen Volkskongresses nehmen den Verfassungsentwurf an und wählen aus ihren Reihen den 2. Deutschen Volksrat.

Unter Führung von Wilhelm Pieck tritt der Volksrat am 7. Oktober 1949 in Ost-Berlin zusammen. Er erklärt sich zur Provisorischen Volkskammer der DDR und beauftragt Otto Grotewohl mit der Regierungsbildung. Zum ersten Präsidenten der DDR wird Wilhelm Pieck gewählt. Damit ist als zweiter deutscher Staat die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Schon einen Monat später erhält der neue Staat auf Veranlassung des Zentralkomitees der SED auch eine eigene Hymne.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

II. WeltkriegNachkriegsjahreGeteiltes DeutschlandHomeLeMOImpressum