1945-49

 

Politischer Neubeginn: Erste Wahlen

Alltagskultur: Wahlurne, 1947

Die Militärregierungen übertragen den Länderverwaltungen allmählich weitgehende Vollmachten auf dem Gebiet der gesetzgebenden, vollziehenden und richterlichen Gewalt und schaffen die Voraussetzungen für eine demokratische Legitimierung. In den Ländern finden 1946/47 erste freie Wahlen statt. Verfassungen werden in der amerikanischen, französischen und britischen Besatzungszone durch Volksentscheid in Kraft gesetzt, in der sowjetischen Zone durch die Länderparlamente.

In der sowjetischen Besatzungszone finden die einzigen annähernd demokratischen Wahlen im Herbst 1946 statt. In den Ländern führen die nach dem Proporzsystem durchgeführten Wahlen vom 20. Oktober 1946 zu einem für die SED enttäuschenden Ergebnis. Gerade in den Industriebezirken schneidet sie im Vergleich zu den kurz vorher durchgeführten Gemeindewahlen gegenüber den anderen Parteien schlecht ab.

In den westlichen Besatzungszonen führen die Landtagswahlen von 1946/47 zu regional sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Absolute Mehrheiten erringen lediglich die CSU in Bayern, die CDU in Württemberg-Hohenzollern und in Baden sowie die Christliche Volkspartei (CVP) im Saarland. In Berlin finden am 20. Oktober 1946 die ersten und bis 1990 letzten freien Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin unter alliierter Aufsicht statt.

(db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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