1945-49

 

Politischer Neubeginn: Parteien

Ausstellungsszenerie: Dauerausstellung Haus der Geschichte

Trotz des Verbots jeglicher politischer Betätigung durch die Militärregierungen sammeln sich schon bald Sozialdemokraten, Kommunisten, Liberale und Vertreter bzw. Gründer christlicher Parteien. Im Osten erlaubt die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) am 10. Juni 1945 mit ihrem Befehl Nr. 2 "die Bildung und Tätigkeit aller antifaschistischen Parteien". Im Westen lockern die Besatzungsbehörden nur zögernd das Verbot politischer Betätigung und geben durch Verordnungen vom September bis Dezember 1945 den Weg für die Bildung von Parteien frei.

In allen Zonen werden nach dem Scheitern zeitweiliger Sammlungsbestrebungen auf der Linken und Rechten mit nur wenigen regionalen Ausnahmen vier Parteien lizenziert, die sich größtenteils an der Parteienlandschaft der Weimarer Republik orientieren: SPD und KPD werden wieder begründet, die Liberalen schließen sich unter verschiedenen Namen (FDP, LDPD, DVP) zusammen, und als neue Volksparteien katholischer wie evangelischer Christdemokraten bilden sich die CDU und in Bayern die CSU.
Die KPD wendet sich als erste Partei in der sowjetischen Zone mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit und fordert eine bürgerlich-demokratische und antifaschistische Gesellschaftsordnung sowie die Gründung eines antifaschistischen Blocks demokratischer Parteien. So bilden bereits im Juli 1945 KPD, SPD, CDU und LDPD in der sowjetischen Besatzungszone unter formeller Wahrung ihrer Selbstständigkeit den Antifa-Block. Im April 1946 folgt in der SBZ unter massivem Druck der Besatzungsmacht der Zusammenschluss von KPD und SPD zur SED, die nun zunehmend die politische Führungsrolle für sich beansprucht.

(db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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