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- Januar
- 1.1. Griechenland tritt als 10. Staat der Europäischen
Gemeinschaft bei.
- 13.1. Der polnische Gewerkschaftsführer Lech Walesa (geb.
1943) reist mit einer Delegation der unabhängigen Gewerkschaft
"Solidarnosc" zu einem einwöchigen Besuch nach Italien. Dort führt
er Gespräche mit den Führern der drei großen italienischen
Gewerkschaften und wird von Papst
Johannes Paul II. empfangen.
- 14.1. Der Film "Lili Marleen" von Rainer
Werner Fassbinder wird in West-Berlin uraufgeführt. Er zeichnet
den Lebensweg der Sängerin Lale Andersen (1908-1972) nach, die
in der NS-Zeit durch ihr Lied "Lili Marleen" berühmt wurde.
- 20.1. Einen Tag nach Abschluss einer iranisch-amerikanischen
Vereinbarung werden die Geiseln in der US-amerikanischen Botschaft nach
444 Tagen freigelassen.
Ronald Reagan wird
als 40. Präsident der USA in sein Amt eingeführt.
Im Rechtsstreit zwischen dem Axel-Springer-Verlag
und dem Schriftsteller Günter Wallraff (geb. 1942) wegen der in
dem Buch "Der Aufmacher" veröffentlichten Anschuldigungen gegen
die Bild-Zeitung entscheidet der Bundesgerichtshof zugunsten Wallraffs.
- 22.1. Die französische Schriftstellerin Marguerite Yourcenar
(1903-1987) wird als erstes weibliches Mitglied in die Académie
française aufgenommen.
- 24.1. Bei der nationalen Auftaktveranstaltung in der Dortmunder
Westfalenhalle eröffnet Bundespräsident
Karl Carstens das
"Jahr der Behinderten".
- 25.1. Im Prozess gegen die sogenannte Viererbande, die Wortführer
des ultralinken Flügels der Kommunistischen Partei Chinas, werden
die Urteile gesprochen. Unter anderem wird die Witwe des 1976 verstorbenen
Mao Tse-tung, Chiang
Ching, zum Tode verurteilt. Das Urteil wird 1983 in eine lebenslange
Haftstrafe umgewandelt.
- 29.1. In West-Berlin kommt es zu schweren Straßenschlachten
zwischen der Polizei und Mitlgliedern der Hausbesetzer-Szene. Anlass
ist ein Hausbesetzer-Prozess, in dem ein Student wegen Beteiligung an
Ausschreitungen im Dezember 1980 zu 14 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt
wurde.
- Februar
- 9.2. Der neue Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland
in der DDR, Staatssekretär Klaus Bölling (geb. 1928), überreicht
in Ost-Berlin sein Beglaubigungsschreiben. Böllings Vorgänger,
Günter Gaus,
war am 23. Januar zum neuen Wirtschaftssenator von West-Berlin gewählt
worden.
- 9.2. Der US-amerikanische Rock 'n' Roll-Star Bill
Haley stirbt im Alter von 53 Jahren in Harlington/Texas.
- 10.2. Ägyptens Staatspräsident Muhammad Anwar as
Sadat (1918-1981) hält als erster arabischer Staatschef eine Rede
vor dem EG-Parlament in Luxemburg. Er fordert Israel und die Palästinenser
zu gegenseitiger Anerkennung auf.
- 11.2. Nachdem der polnische Ministerpräsident Józef Pinkowski
(geb. 1929) am 9. Januar zurückgetreten ist, wird die Regierung
neu gebildet. Neuer Ministerpräsident wird General Wojciech W.
Jaruzelski (geb. 1923).
- 13.2. Die britische Rockgruppe Pink Floyd gastiert an acht
Tagen hintereinander in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle
mit der "Jahrhundert-Show" "The Wall".
- 21.2. Bei einem Bombenattentat auf das Haus der US-Sender "Radio
Free Europe" und "Radio Liberty" in München werden acht Menschen
zum Teil schwer verletzt.
- 28.2. In der Wilstermarsch nordwestlich von Hamburg findet
mit etwa 100.000 Teilnehmern die bislang größte Demonstration
von Kernkraftwerkgegnern
in der Bundesrepublik Deutschland gegen den Bau des Kernkraftwerkes
Brokdorf statt.
- März
- 6.3. Bei dem Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder
ihrer siebenjährigen Tochter erschießt Marianne Bachmeier
(1950-1996) den Angeklagten Klaus Grabowski im Saal des Lübecker
Schwurgerichts.
- 12.-14.3. Auf dem Bundeskongress in Düsseldorf verabschiedet
der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein neues Grundsatzprogramm. Darin
wird das Erreichte festgeschrieben und für die Zukunft größeres
Gewicht auf die Humanisierung des Arbeitslebens gelegt.
- 24.3. Das Bundesverfassungsgericht
in Karlsruhe spricht das Sorgerecht für nichteheliche Kinder allein
der Mutter zu. Mit dem Urteil wird die Verfassungsklage von drei Vätern
abgewiesen.
- 28.3. In München wird nach sechsjähriger Bauzeit
die Neue Pinakothek eröffnet.
- 30.3. Der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan wird
nach einer Ansprache vor Gewerkschaftern in Washington durch einen Schuß
in den linken Lungenflügel verletzt.
- April
- 12.-14.4. Erster Weltraumflug
der amerikanischen wiederverwendbaren Raumfähre Columbia (Space
Shuttle). Mit dem 20 Milliarden US-Dollar teuren Space Shuttle haben
die USA eine kostengünstige Alternative zu den "Einwegraketen"
entwickelt.
- 16.4. Der Terrorist
Sigurd Debus stirbt im Krankenhaus Hamburg-Barmbek an den Folgen eines
Hungerstreiks für bessere Haftbedingungen.
- 28.4. Das Bundesministerium für Forschung und Technologie
schließt mit der NASA eine Vereinbarung über die Nutzung
der Raumfähre Space Shuttle ab.
- 29.4. In einem Beschluss ihres Bundesausschusses sprechen sich
die Jungsozialisten (Jusos) für "kalkulierte einseitige Abrüstungsmaßnahmen"
aus. Die SPD-Jugendorganisation bekräftigt damit ihre ablehnende
Haltung gegenüber der Abrüstungspolitik der Bundesregierung
und ihrer eigenen Partei.
- Mai
- 1.5.-29.9. Der Künstler Wolf
Vostell lässt seinen "Fluxus Zug" über 15 Stationen durch
Deutschland reisen.
- 10.5. Der Führer der Sozialistischen Partei (PS) Frankreichs,
François
Mitterrand, wird im zweiten Wahlgang zum französischen Präsidenten
gewählt.
- 11.5. Der hessische Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry
(1920-1981) (F.D.P.) wird von Terroristen erschossen.
- 13.5. Papst Johannes Paul II. wird auf dem Petersplatz in Rom
durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt. Der türkische
Attentäter Mehmet Ali Agca (geb.1958) kann sofort überwältigt
und festgenommen werden. Am 22. Juli wird Agca in Rom zu lebenslanger
Haft verurteilt. Die Motive des Anschlags bleiben ungeklärt, da
Agca nur diffuse politische Begründungen abgibt.
- 15.5. Die Bauarbeiten für das Windkraftwerk GROWIAN im
Kaiser-Wilhelm-Koog an der Nordseeküste bei Marne beginnen.
- 16.5. In Krefeld eröffnet das Museum Haus Esters in einem
von dem Architekten Ludwig
Mies van der Rohe in den Jahren 1927 bis 1930 entworfenen Wohngebäude.
- 16./17.5. Bundeskanzler
Helmut Schmidt
verknüpft sein politisches Schicksal mit der Zustimmung der SPD
zum NATO-Doppelbeschluss.
Vor SPD-Funktionären in Recklinghausen spricht er eine indirekte
Rücktrittsdrohung aus, indem er sagt, er "stehe oder falle" mit
dem NATO-Doppelbeschluss. Schmidt erhält daraufhin die Unterstützung
seiner Partei.
- 19.5. In der Bundesrepublik läuft die ungarisch-österreichisch-deutsche
Koproduktion "Mephisto" von István Szabó (geb. 1938) nach dem
Roman von Klaus Mann
mit Klaus Maria Brandauer (geb. 1944) in der Hauptrolle an. Die Geschichte
eines begabten, aber charakterschwachen Schauspielers und seiner Karriere
in der NS-Zeit ist dem Lebensweg von Gustaf
Gründgens nachempfunden.
- 23.5. In Bonn wird das erste Frauenmuseum der Welt eröffnet.
- 29.-31.5. Der F.D.P.-Vorsitzende Hans-Dietrich
Genscher droht auf dem 32. Bundesparteitag der F.D.P. mit seinem
Rücktritt für den Fall, dass sich die F.D.P. gegen den NATO-Doppelbeschluss
ausspreche. Die Partei billigt den Beschluss mit 271 gegen 103 Stimmen.
- Juni
- 6.6. Der kommerzielle Handel mit Großwalen und aus ihnen
gewonnenen Erzeugnissen wird weltweit verboten.
- 14.6. Bei den Wahlen zur DDR-Volkskammer
stimmen laut offiziellen Angaben 99,86 Prozent der Wähler für
die Kandidaten der "Nationalen Front", des Zusammenschlusses von Parteien
und Organisationen unter Leitung der SED.
Erstmalig werden auch die Berliner Volkskammerabgeordneten direkt gewählt,
wogegen die Westmächte in Moskau formalen Protest erheben.
- 17.6. Der Anführer der verbotenen rechtsextremen "Wehrsportgruppe
Hoffmann", Karl-Heinz Hoffmann (geb.1937) wird auf dem Flughafen Frankfurt/Main
festgenommen.
- 19.6. Beim dreitägigen "Deutschlandtreffen 1981" der schlesischen
Landsmannschaften in Hannover demonstrieren rund 140.000 Menschen für
das Selbstbestimmungsrecht der Schlesier.
- 22.6. Erstmals seit Bildung der CDU-Minderheitsregierung in
West-Berlin am 11. Juni wird dort ein besetztes Haus geräumt. In
der folgenden Nacht kommt es zu den seit Wochen schwersten Krawallen
zwischen Hausbesetzern und der Polizei in West-Berlin.
- 25.6. Konstituierende Sitzung der Volkskammer. Der Ministerrat
bleibt personell im wesentlichen unverändert: Erich
Honecker bleibt Staatsratsvorsitzender sowie Vorsitzender des Nationalen
Verteidigungsrates und Willi
Stoph Ministerpräsident. Stoph erklärt in seiner Regierungserklärung
die Bereitschaft zur Fortsetzung der deutsch-deutschen
Entspannungspolitik und kritisiert zugleich westliche Nachrüstungspläne.
- 28.6. Die ARD zeigt den ersten "Tatort"-Krimi mit Hauptkommissar
Horst Schimanski, gespielt von Götz George (geb. 1938).
- 29.6.-2.7. Der SPD-Vorsitzende Willy
Brandt und sein Stellvertreter Hans-Jürgen
Wischnewski besuchen Moskau. Im Mittelpunkt der Gespräche mit
dem sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew (1906-1982)
stehen Fragen der Abrüstung.
- 30.6. Nach fünfeinhalbjähriger Dauer endet am Landgericht
Düsseldorf der sogenannte Majdanek- Prozess. Die 61jährige
ehemalige SS-Aufseherin Hermine Braunsteiner-Ryan wird zu lebenslanger
Haft verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhalten lediglich Freiheitsstrafen
zwischen zwei und zwölf Jahren, weil die von der Anklage vorgebrachten
Mordfälle nach Auffassung des Gerichts nicht präzise beweisbar
sind. Nach der Urteilsverkündung kommt es zu Protestkundgebungen,
da die Urteile als zu milde gewertet werden.
Die ARD beginnt mit der Ausstrahlung der erfolgreichen US-amerikanischen
Serie "Dallas".
- Juli
- 1.7. Der Architekt und Designer Marcel Breuer (geb.1902) stirbt
in New York. Breuer initiierte als Leiter der Tischlerei am Bauhaus
die Serienproduktion von Bauhaus-Möbeln und gilt als Schrittmacher
der industriellen Formgebung in Architektur und Design.
- 7.7. Erstmals überquert ein durch Sonnenkraft angetriebenes
Leichtflugzeug von Paris aus den Ärmelkanal.
- 9.7. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs muss
bei Mord in Zukunft nicht mehr eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen
werden.
- 14.7. Als erste Landesregierung beschließt der bayerische
Ministerrat die Ausrüstung der Polizei mit dem umstrittenen Reizgas
CS. Das giftige Gas, das auf Augen, Nase und Rachen wirkt, soll als
Kampfmittel gegen gewalttätige Demonstranten eingesetzt werden.
- 20.7. Der neue polnische Ministerpräsident, General Jaruzelski,
kündigt ein Programm zur Überwindung der wirtschaftlichen
Krise an.
- 20./21.7. Der siebte Weltwirtschaftsgipfel
findet in Ottawa/Kanada statt. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen
die Stagnation von Produktion und Nachfrage, wachsende Arbeitslosigkeit
und Protektionismus im Welthandel.
- 28.7. Der Guru Baghwan Shree Rajneesh (1931-1990), geistiger
und ideologischer Führer der sogenannten Bhagwan-Sekte, verlässt
das indische Poona und geht in die USA. Shree Rajneesh hatte seit den
70er Jahren rund 200.000 Anhänger um sich geschart. Seine Jünger
stellen ihr Leben in den Dienst des Gurus, dessen Imperium ein dichtes
Netz von kommerziellen Dienstleistungsunternehmen umfasst.
- 29.7. Der britische Thronfolger Prinz Charles (geb. 1948) und
Lady Diana Spencer (1961-1997) heiraten in der Londoner St. Pauls Cathedral.
- August
- 9.8. Der Beschluss des US-amerikanischen Präsidenten Ronald
Reagan zur Produktion der Neutronenwaffe stößt in der SPD
und bei Teilen der F.D.P. auf Kritik, bei den Unionsparteien auf Zustimmung.
Bei der Detonation der Neutronenbombe entsteht nur wenig Hitze und eine
schwache Druckwelle, dafür aber eine sehr starke Neutronenstrahlung.
Diese vernichtet jegliches Leben, während die gesamte Infrastruktur
der betroffenen Region unzerstört bleibt.
- 13.8. Anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerbaus
kritisiert DDR-Staats- und Parteichef Erich
Honecker Reagans Entscheidung für den Bau der Neutronenbombe.
- 15.8. Mit einem Festakt in der West-Berliner Philharmonie wird
die Ausstellung
"Preußen - Versuch einer Bilanz" eröffnet.
- 20.8. In einem gemeinsamen Appell von 150 europäischen
Autoren, unter anderem Heinrich
Böll, Lew Kopelew (1912-1997) und Anna
Seghers, werden ein Ende des Wettrüstens und der Baustop für
die Neutronenbombe gefordert.
- 31.8. Auf das Hauptquartier der US-Luftstreitkräfte in
Ramstein/Pfalz wird ein Sprengstoffanschlag verübt, bei dem zwei
Deutsche und 18 Amerikaner verletzt werden.
Antwortschreiben des Staats- und Parteichefs der DDR, Erich Honecker,
an Bundeskanzler Helmut Schmidt auf dessen Brief von Ende Juni. Honecker
stimmt mit dem Kanzler darin überein, dass trotz international
schwieriger Situation der konstruktive Dialog zwischen beiden deutschen
Staaten notwendig ist.
- September
- 1.9. Der ehemalige NS-Architekt Albert
Speer stirbt während eines Besuchs in London.
- 4.9. In der Bundesrepublik läuft der Film "Die bleierne
Zeit" von Margarethe
von Trotta an. Nach dem Vorbild der Ensslin-Schwestern
werden die völlig unterschiedlichen Lebenswege zweier Schwestern
beschrieben: Während die eine Frau bei einer Frauenzeitschrift
arbeitet, versucht die andere, ihre Ziele radikal im politischen Untergrund
zu verwirklichen.
- 9.9. Die Bundesregierung erlässt eine Rechtsverordnung,
welche die Arbeitsmöglichkeiten von Asylbewerbern einschränkt.
In Zukunft erhalten sie erst nach zwei Jahren, statt wie bisher nach
einem Jahr, eine Arbeitserlaubnis.
- 13.9. In West-Berlin kommt es wegen des Besuchs des amerikanischen
Außenministers Alexander Haig (geb. 1924) zu Zusammenstößen
zwischen Rüstungsgegnern
und der Polizei.
- 15.9. Auf den Oberbefehlshaber der amerikanischen Landstreitkräfte
in Europa, General Frederick James Kroesen, wird in Heidelberg ein Attentat
verübt. Das "Kommando Gudrun
Ensslin" bekennt sich zu dem Anschlag.
- 18.9. In den Kinos der Bundesrepublik läuft der Film "Das
Boot" von Wolfgang Petersen (geb. 1941) an. Der mit 25 Millionen D-Mark
Produktionskosten bisher teuerste deutsche Film schildert das Leben
in einem deutschen Unterseeboot während des Zweiten
Weltkriegs und basiert auf dem gleichnamigen Welt-Bestseller von
Lothar-Günther Buchheim (geb. 1918).
- 22.9. Nach der polizeilichen Räumung von acht besetzten
Häusern in West-Berlin stirbt bei anschließenden Auseinandersetzungen
zwischen zahlreichen Hausbesetzern und der Polizei der Demonstrant Klaus-Jürgen
Rattay.
- Oktober
- 1.10. Der frühere Referent des Bundeskanzlers Willy Brandt,
Günter Guillaume,
der 1975 wegen DDR-Spionage zu dreizehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt
worden war, wird im Zuge eines Agentenaustausches in die DDR entlassen.
In der Bundesrepublik wird ab sofort auf den Zigarettenschachteln vor
den gesundheitlichen Gefahren des Rauchens gewarnt. Auf den Packungen
ist zu lesen: "Der Bundesgesundheitsminister: Rauchen gefährdet
ihre Gesundheit. Der Rauch einer Zigarette dieser Marke enthält
nach DIN druchschnittlich ... mg Nikotin und ... mg Kondensat (Teer)".
- 6.10. Der ägyptische Staatspräsident Anwar as Sadat
(geb.1918) wird bei einer Militärparade anlässlich des Jubiläums
des Krieges gegen Israel im Oktober 1973 ermordet: Fünf Mitglieder
der islamischen "Organisation zur Befreiung Ägyptens" schießen
mit Maschinengewehren auf die Ehrentribüne, dabei kommen sieben
Menschen ums Leben und 28 werden verletzt. Sadat war wegen seiner Bemühungen
um eine friedliche Beilegung des israelisch-ägyptischen Konflikts
in der arabischen Welt als "Verräter" isoliert worden und hatte
sich wegen seines harten Vorgehens gegen religiöse Extremisten
innerhalb Ägyptens viele Feinde geschaffen.
- 10.10. In Bonn findet die bisher größte Demonstration
der Friedensbewegung gegen den NATO- Doppelbeschluss mit 300.000 Teilnehmern
statt.
- 18.10. Der russische Exil-Schriftsteller Lew Kopelew (1912-1997)
wird in Frankfurt/Main mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
ausgezeichnet.
- November
- 7.11. In Stuttgart demonstriert der Deutsche Gewerkschaftsbund
(DGB) gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Bundesregierung.
- 12.11. Der Bundestag verabschiedet Spargesetze zur Sanierung
des Bundeshaushaltes 1982. Von den Sparmaßnahmen sind unter anderem
die Ausbildungsförderung, der öffentliche Dienst, das Kindergeld
und die Krankenversicherung betroffen.
- 15.11. Auf dem Frankfurter Flughafengelände kommt es zu
schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und Gegnern der geplanten
Startbahn-West. Am Vortag hatten sich rund 100.000 Gegner der Startbahn
in Wiesbaden zu einem friedlichen Aufmarsch versammelt.
- 18.11. Der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan nennt
in einer Rede in Washington als wesentliches Ziel der Genfer "Intermediate
(Range) Nuclear Forces (Nukleare Mittelstreckenwaffen)" (INF)-Verhandlungen
die "Null-Lösung", das heißt den Abbau der sowjetischen Mittelstreckenraketen
und den Verzicht auf die Stationierung der amerikanischen Pershing II
und Marschflugkörper in Europa.
- 19./20.11. Das Zentralkomitee (ZK) der SED verabschiedet den
Entwurf des Fünfjahrplans 1981 bis 1985, der eine Steigerung des
Nationaleinkommens um fünf Prozent vorsieht.
- 20.11. In Essen wird ein neuer Erdgas-Lieferungsvertrag zwischen
der Ruhrgas AG und der sowjetischen Sojusgas-Export unterzeichnet.
- 22.11. Der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew
trifft zum dritten Mal zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik ein.
Im Mittelpunkt der Gespräche mit Bundeskanzler Schmidt steht die
Frage der Abrüstung der Mittelstreckenraketen in Europa.
In ihrem Verbannungsort in Gorki beginnen der sowjetische Physiker und
Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow (1921-1989) und seine
Frau Jelena Bonner (geb. 1923) einen Hungerstreik. Sie wollen damit
die Ausreiseerlaubnis für die Schwiegertochter Frau Bonners erreichen.
- 23.11. Als erstes Bundesland gründet Niedersachsen in
Hannover ein Institut für Frauenforschung. Ziel des Instituts ist
die Erforschung der Stellung der Frau in Familie, Beruf und Öffentlichkeit.
- 30.11. Der Friedensforscher und Nachrüstungsgegner Alfred
Mechtersheimer (geb. 1939) wird wegen "parteischädigenden Verhaltens"
aus der CSU ausgeschlossen.
- Dezember
- 4.12. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilt das
RAF-Mitglied
Stefan Wisniewski zu lebenslanger Haft wegen Mittäterschaft bei
der Entführung und Ermordung des Präsidenten der Bundesvereinigung
der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Bundesverbands
der Deutschen Industrie (BDI), Hanns-Martin
Schleyer, im Oktober 1977.
- 10.12. Der Friedensnobelpreis wird an das Flüchtlingshochkommissariat
der UN (UNHCR) verliehen. Das Flüchtlingshochkommissariat organisiert
und koordiniert die Hilfsleistungen für Flüchtlinge in aller
Welt.
- 11.12. Der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Hansen (geb. 1927)
wird wegen wiederholter Kritik an der Bundesregierung aus der SPD ausgeschlossen.
- 11.-13.12. Bundeskanzler Helmut Schmidt reist zum dritten innerdeutschen
Gipfeltreffen in die DDR. Die Gespräche
mit Staats- und Parteichef Erich Honecker finden am Werbellinsee
und am Döllnsee statt.
- 13.12. Der polnische Partei- und Regierungschef Wojciech Jaruzelski
verhängt in Polen das Kriegsrecht. Ein "Militärrat der nationalen
Rettung" übernimmt die Regierung, beendet den Demokratisierungsprozess
und verbietet jede Aktivität der im September 1980 gegründeten
Gewerkschaft "Solidarnosc".
- 15.12. Der peruanische Diplomat Javier Pérez de Cuéllar
(geb. 1920) wird als Nachfolger von Kurt Waldheim (geb. 1918) zum Generalsekretär
der Vereinten Nationen gewählt.
Der "Allgemeine Deutscher Nachrichtendienst" (ADN), die Nachrichtenagentur
der DDR, begrüßt die Verhängung des Ausnahmezustandes
in Polen.
- Außerdem
- Siegfried Lenz:
Der Verlust (Roman)
Hans Werner Richter:
Die Stunde der falschen Triumphe (Roman)
Wolfdietrich
Schnurre: Ein Unglücksfall (Roman)
Die ersten digital arbeitenden Plattenspieler und die dazu gehörende
Compact Disc (CD) kommen auf den Markt. Die herausragenden Eigenschaften
der neuen Tonträger sind weitgehende Verschleißfreiheit und
eine hervorragende Tonqualität.
In den USA häufen sich die ersten Fälle der Immunschwäche-Krankheit
Aids.
(iz/cwg)
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