1955-63 |
Staatsmann Adenauer: Hallstein-Doktrin |
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Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein gibt der Doktrin den Namen. Sie ist bis Ende der 60er Jahre die Leitlinie der Bonner Deutschlandpolitik. Die nach der Moskaureise Adenauers im Jahre 1955 entwickelte Hallstein-Doktrin soll einer Anerkennung der DDR durch Drittstaaten entgegenwirken. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR durch dritte Staaten wird danach von Bonn als "unfreundlicher Akt" betrachtet und mit Sanktionen geahndet. Auf diesem Weg hofft die Bundesrepublik, ihren Alleinvertretungsanspruch durchzusetzen. Konsequent angewendet wird die Hallsteindoktrin nur 1957 und 1963, als die Beziehungen zu Jugoslawien beziehungsweise zu Kuba abgebrochen werden. Tatsächlich gelingt es bis Ende der 60er Jahre, die diplomatische Anerkennung der DDR durch nichtkommunistische Staaten weitgehend zu verhindern. Einzige Ausnahme ist von Anfang an die Sowjetunion: Als ehemalige Besatzungsmacht gilt sie als Sonderfall. Deshalb gibt es in Moskau ab 1955 zwei deutsche Botschafter. Die Hallstein-Doktrin ist jedoch zunehmend umstritten. Die einen sehen in ihr ein unverzichtbares Instrument, um eine
internationale Anerkennung der DDR zu verhindern. Die anderen befürchten eine Erstarrung und Isolierung der Bonner Außenpolitik. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |