1955-63 |
Staatsmann Adenauer |
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Nach der Wahl zum Bundeskanzler 1949 gelingt es Konrad Adenauer sehr bald, die im Grundgesetz angelegte herausgehobene Stellung des Amtes voll zu nutzen. Seine politischen Erfahrungen aus der Zeit der Weimarer Republik kommen ihm dabei zugute. Bundeskanzler Adenauer prägt die Politik seiner Zeit, weshalb seine lange Amtszeit rückblickend auch als Ära Adenauer bezeichnet wird. Er zählt zu den wenigen deutschen Politikern mit weltweitem Ansehen und zahlreichen internationalen Ehrungen. Nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler verfasst Adenauer seine Memoiren, in denen er sein politisches Leben schildert. Aus der Teilung Deutschlands und Europas zieht Adenauer die Konsequenz, keine Schaukelpolitik zu betreiben, sondern die Bundesrepublik fest in die westliche Welt zu integrieren. Schritt für Schritt setzt er deshalb die Westintegration im Kampf gegen die Opposition durch. Die Gefahr der damit verbundenen Vertiefung der Teilung nimmt er bewusst in Kauf. Eine Bedingung für die Westintegration sieht Adenauer in einer deutsch-französischen Aussöhnung. Mit dem im Januar 1963 unterzeichneten Elysée-Vertrag wird dann der Grundstein für eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit gelegt. Am Ende der 50er Jahre verliert sich jedoch die Dynamik der Anfangszeit. Die Adenauersche Politik bekommt Züge der Erstarrung. Vor allem der Deutschlandpolitik vermag der Bundeskanzler keine neuen Impulse zu geben. Fast krampfhaft werden immer wieder das Recht auf Wiedervereinigung und der Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik Deutschland betont. Von 1950 bis 1966 ist Adenauer auch Bundesvorsitzender der Christlich Demokratischen Union (CDU). Die Partei, um deren Aufbau er sich große Verdienste erworben hat, benötigt er vor allem für Wahlkämpfe. Adenauer ist ein Meister des Wahlkampfes. Dabei baut er vor allem auf die Macht der Rede. Noch ist die Wahlversammlung wichtiger als das Fernsehen. In verständlicher Sprache wirbt er um Zustimmung für seine Politik. Der Gegner wird klar benannt, wobei Adenauer auch vor Diffamierungen nicht zurückschreckt.
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