1955-63 |
Teilung Deutschlands: Abgrenzung |
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An der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten stoßen die unterschiedlichen Gesellschaftssysteme hart aufeinander. Austragungsort des deutsch-deutschen Propagandakrieges ist vor allem Berlin als "Schaufenster des Westens" wie auch als "Hauptstadt der DDR". Die Bundesrepublik Deutschland spricht der DDR jede Existenzberechtigung ab, weil das SED-Regime nicht durch freie Wahlen legitimiert ist. Die DDR, die jetzt fest zum "sozialistischen Lager" gehört, kontert mit dem Vorwurf der imperialistischen Kriegstreiberei und des Revanchismus. Die 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU vom sowjetischen Parteichef Nikita S. Chruschtschow vollzogene Abrechnung mit den Verbrechen Stalins wirkt im gesamten Ostblock wie ein Fanal. Im polnischen Posen kommt es zu Arbeiterunruhen, und in Ungarn bricht ein Volksaufstand los. Auch in der DDR bilden sich im Zuge der Entstalinisierung Oppositionsgruppen, die Ulbricht jedoch schon bald ausschalten kann. Auf dem V. Parteitag der SED im Juli 1958 zeigt er sich wieder in unangefochtener Machtstellung. Nachdem die Entstalinisierungskrise überwunden ist, wendet sich die Parteiführung der SED verstärkt der Wirtschaft zu: Zahlreiche Handelsabkommen und Verträge über technisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit werden mit verschiedenen Ländern des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) abgeschlossen. Der 2. Fünfjahrplan (1956-1960) sieht eine jährliche Wachstumsrate von 6,6 Prozent und eine Steigerung der Konsumgüterproduktion um 33 Prozent vor. Im Mai 1958 können auch in der DDR endlich die letzten Lebensmittelkarten abgeschafft werden. Das Leben im Sozialismus verbessert sich allmählich. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |