1955-63

 

Teilung Deutschlands: Ungarn 1956

Broschüre: Hilfsaktion des Deutschen Roten Kreuzes für Ungarn, 1956
Plakat: Vergiß Ungarn nie!, 1956

Die Verurteilung der Herrschaftsmethoden Stalins auf dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 durch Parteichef Chruschtschow löst im gesamten Ostblock Hoffnungen auf eine Liberalisierung aus. Im Juni 1956 kommt es dann in der polnischen Stadt Posen zu Arbeiterunruhen. Aus Sympathie mit den polnischen Arbeitern gehen am 23. Oktober 1956 in Budapest Studenten auf die Straße. Sie fordern demokratische Freiheiten und die Unabhängkeit Ungarns. Noch in der Nacht weiten sich die Demonstrationen zum Volksaufstand aus. Armee und Polizei gehen zu den Aufständischen über.

Der populäre Reformkommunist Imre Nagy bildet daraufhin eine neue Regierung. Nagy führt wieder ein Mehrparteiensystem ein und kündigt freie Wahlen an. Am 1. November 1956 tritt Ungarn aus dem Warschauer Pakt aus und erklärt seine Neutralität. Doch die UdSSR erlaubt keinem ihrer Satellitenstaaten auszuscheren und schickt Truppen. In blutigen Kämpfen schlagen sie den Aufstand ab dem 4. November 1956 nieder. Ministerpräsident Nagy wird zum Tode verurteilt und im Juni 1958 hingerichtet.

In der Bundesrepublik löst der sowjetische Einmarsch in Ungarn Empörung, Angst und Schrecken aus. Spenden werden gesammelt, um die Not der Menschen zu lindern. Viele Flüchtlinge aus Ungarn finden in der Bundesrepublik Aufnahme und eine neue Heimat.
Die DDR-Regierung begrüßt hingegen ausdrücklich das Eingreifen Moskaus als "Unterdrückung der Konterrevolution" und untersagt jegliche Kritik an den Vorgängen in Ungarn. Die Hoffnungen auf einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz bleiben Illusion.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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