1955-63

 

Unzufriedene Republik: Rücktritt Adenauers

Wahlplakat der CDU mit Konrad Adenauer, 1963
Karikatur: Wolfgang Hicks "Die Stützen der Partei", um 1960
Sachbuch: Konrad Adenauer, Erinnerungen 1955-1959, 1967

Nach vierzehnjähriger Amtszeit tritt Bundeskanzler Adenauer 1963 zurück. Bei der feierlichen Verabschiedung im Bundestag am 15. Oktober 1963 sagt Bundestagspräsident Gerstenmaier: "Am 15. September 1949 haben Sie sich hier von Ihrem Abgeordnetensitz erhoben, um den Platz des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland einzunehmen. Heute verlassen Sie ihn wieder mit einer geschichtlichen Leistung, ungebeugt und in Ehren. Damals standen Sie auf und traten vor das Haus. Heute steht der Deutsche Bundestag vor Ihnen auf, Herr Bundeskanzler, um für das deutsche Volk dankbar zu bekunden: Konrad Adenauer hat sich um das Vaterland verdient gemacht."

Einen Tag später wählt der Bundestag Ludwig Erhard zum neuen Bundeskanzler. Trotz der Bedenken Adenauers hatte die CDU/CSU-Fraktion bereits im April 1963 Erhard als Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers nominiert. Erhard genießt als Steuermann einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik einen Vertrauensvorschuss, muss sich als Nachfolger Adenauers jedoch erst beweisen. Die Union setzt trotzdem darauf, mit Ludwig Erhard an der Spitze die Bundestagswahlen 1965 zu gewinnen.

Konrad Adenauer bleibt Bundestagsabgeordneter und bis 1966 CDU-Bundesvorsitzender. Er ist ein unbequemer Mahner seines Amtsnachfolgers, den er warnt, das deutsch-französische Verhältnis nicht zu vernachlässigen. In seinem Haus in Rhöndorf bei Bonn beginnt Adenauer damit, seine Memoiren zu verfassen, die ab 1965 erscheinen. Der mit zahlreichen internationalen Ehrungen ausgezeichnete erste Bundeskanzler stirbt im April 1967 im Alter von 91 Jahren.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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