1955-63

 

Wirtschaftswunder: Werbung

Werbeplakat: Mach mal Pause - Trink Coca-Cola, 1955
Photo: Lil Dagover verkauft im KaDeWe "Arwa auf Taille", 1953

Wachsende Kaufkraft und steigende Konsumbedürfnisse zwingen die Unternehmen angesichts der gestiegenen Massenproduktion zu einem erheblichen Mehraufwand in der Werbung. Geworben wird hauptsächlich in Zeitungsanzeigen, auf Plakatwänden und im Kino, zunehmend auch mittels kommerzieller Fernsehspots. 1960 belaufen sich die Ausgaben der Industrie für Werbemaßnahmen auf 2,2 Milliarden D-Mark. Dabei tritt das Produkt selbst immer mehr in den Hintergrund. Stattdessen werden Sehnsüchte und Träume verkauft. In der Reklame kommt zum Vorschein, was der Kunde erstrebt: Abwechselung vom Alltag und Aufbruch in die große weite Welt, den man sich (noch) nicht leisten kann.

Werbeträger sind häufig jedoch auch Menschen in Alltagssituationen, die den Kauf bestimmter Produkte empfehlen, weil sie selbst damit zufrieden sind. Ist das Produkt alt, wirbt man mit seinem langjährigen bewährten Einsatz, neue Produkte gelten dagegen als modern und arbeitssparend. Eine große Zielgruppe ist die Hausfrau, die nach dem Willen der Werbung dank technischer Modernisierung des Haushalts Zeit für Familie und Schönheitspflege findet. Zunehmend werben auch prominente Schauspieler für einzelne Produkte. Vorreiter und Leitbild auf dem Werbesektor sind die USA.

Mit der Verbreitung des Fernsehers wächst auch die Bedeutung des TV-Werbefilms. Allein zwischen 1958 und 1960 verzehnfachen sich die Aufwendungen hierfür. Der Anteil der Fernsehreklame, die zunächst nur in den Regionalprogrammen ausgestrahlt wird, beläuft sich 1960 auf 6,6 Prozent der gesamten Werbeausgaben. 1961 kostet ein 60 Sekunden-Werbespot im deutschen Fernsehen 19.000 D-Mark. Ein Jahr später einigen sich die Bundesländer auf eine einheitliche Regelung des Werbefernsehens. Seine Höchstdauer wird auf täglich 20 Minuten begrenzt. Sonn- und Feiertage bleiben werbefrei.

Werbung: Warenwelt, 50er Jahre Werbung: Warenwelt, 50er Jahre

(ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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