1949-55 |
Kulturelles Leben: Fußballweltmeisterschaft 1954 |
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Im Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern wird die Mannschaft Ungarns von den Experten hoch favorisiert. Überraschend siegt die deutsche Nationalelf nach dramatischem Spielverlauf mit 3 : 2. Held des Tages ist der zweifache Torschütze Helmut Rahn. Die Rückkehr in die Bundesrepublik gerät zu einem Triumphzug der von Mannschaftskapitän Fritz Walter angeführten "Helden von Bern". Im Überschwang der Gefühle singen deutsche Fans bei der Siegerehrung in Bern die verpönte erste Strophe der Nationalhymne, "Deutschland, Deutschland über alles". Dies weckt im Ausland zwiespältige Gefühle. Als sich auch noch der Präsident des Deutschen Fußballbundes, Peco Bauwens, anlässlich des Triumphzugs des Mannschaft durch Deutschland zu nationalistischem "Stammtischgeschwätz" hinreißen lässt, ruft ihn der Bundespräsident zur Ordnung. Auf der Großveranstaltung zu Ehren der Nationalelf im Berliner Olympiastadion am 20. Juli 1954 erklärt der Bundespräsident, dass "gutes Kicken" noch keine "gute Politik" sei. Und an die Mannschaft gewandt fährt Theodor Heuss fort: "Aus Ihrem erfreulichen Sieg haben manche Leute ein Politikum gemacht. Wir wollen die echten Werte nicht verschieben lassen. Der Sinn des Sports ist Fairness, und Sie alle haben fair gekämpft, ebenso wie Ihre Gegner." Dann spricht er die dritte Strophe des Deutschlandliedes ins Mikrofon, bevor die 80.000 Gäste die erst 1952 wieder eingeführte Hymne singen: "Einigkeit und Recht und Freiheit".
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