1949-55 |
Wiederbewaffnung |
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Trotz des von den Siegermächten auf der Potsdamer Konferenz gefassten Beschlusses zur vollständigen Entmilitarisierung Deutschlands kommt es im Zuge des Kalten Krieges schon bald zur Wiederbewaffnung. Mit Bundeswehr und Nationaler Volksarmee (NVA) werden 1956 zwei deutsche Armeen gegründet. Die besondere Situation der beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg kommt darin zum Ausdruck, dass die offizielle Gründung der Streitkräfte erst nach ihrem Beitritt zur NATO bzw. zum Warschauer Pakt erfolgt. Die Planungen und Vorbereitungen für die Aufstellung von Bundeswehr und NVA reichen bis zum Beginn der 50er Jahre zurück. In der Bundesrepublik befasst sich seit Oktober 1950 die "Dienststelle Blank" mit allen Fragen der Wiederbewaffnung. 1951 wird mit dem Bundesgrenzschutz (BGS) eine militärisch aufgebaute Sonderpolizei des Bundes geschaffen. Fast die Hälfte aller BGS-Angehörigen tritt dann 1956 der Bundeswehr bei. Der Aufbau der Bundeswehr, deren Friedensstärke 495.000 Mann beträgt, wird 1965 abgeschlossen. In der SBZ setzt die Aufstellung bewaffneter Einheiten schon 1948 ein. Ab 1952 beginnt der Aufbau der über 70.000 Mann starken Kasernierten Volkspolizei (KVP). Nach der Entstehung der Nationalen Volksarmee wird die KVP geschlossen in die NVA überführt. Die Friedensstärke von 90.000 Mann wird schon bald erreicht. Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1962 kann die NVA dann ausgebaut werden. Ihre Friedensstärke wird auf etwa 170.000 Mann erhöht. Der Umgang mit den historisch belasteten deutschen Militärtraditionen ist in beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich: Während die Bundeswehr bemüht ist, sich deutlich von Wehrmacht und Reichswehr abzugrenzen, übernimmt die Nationale Volksarmee einige Elemente wie etwa Uniform und Paraden. Die Wiederbewaffnung kann in der Bundesrepublik nur gegen heftige innenpolitische Proteste durchgesetzt werden. In der DDR kommt es dagegen zu keinen öffentlichen Diskussionen. Bis zum Mauerbau 1961 äußert sich die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung daher in erster Linie durch die Flucht in den Westen.
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