1949-55

 

Wiederbewaffnung: Traditionen

Orden: Deutsches Kreuz, nach 1957
Buch: Liederbuch der Bundeswehr, 1958
Ausstellungsszenerie: Schule für Innere Führung in Koblenz

Die Traditionspflege bereitet der Bundeswehr Probleme: Nach welchen deutschen Soldaten können Kasernen benannt werden? Wie kann man verhindern, dass der Fahnenkult von Reichswehr und Wehrmacht in der Bundeswehr wieder auflebt? Dürfen Orden des "Dritten Reiches" getragen werden? Das sind nur einige Fragen. Symbol der Bundeswehr ist seit 1956 das Eiserne Kreuz. Als Truppenfahne dient generell eine Wiedergabe der Bundesflagge mit Bundesadler und dem Eisernen Kreuz als Fahnenspitze. Das Ordensgesetz von 1957 lässt das Tragen von militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs wieder zu. Allerdings muss von ihnen das Hakenkreuz entfernt werden.

Ein weiteres Problem beim Aufbau der Bundeswehr ist die Einbindung von ehemaligen Soldaten der Wehrmacht. Zur Überprüfung ihrer persönlichen Eignung wird ein Gutachterausschuss bestehend aus 38 unabhängigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eingesetzt. Im Gegensatz zur Reichswehr, die in der Weimarer Republik ein Staat im Staate blieb, sollen die Soldaten der Bundeswehr "Staatsbürger in Uniform" sein. Sie dürfen auch wählen oder sich wählen lassen und haben Rechte und Pflichten wie jeder Bürger.

Das von Wolf Graf Baudissin entwickelte Konzept der "Inneren Führung" sieht vor, die Werte der Demokratie auch in den Streitkräften zur Geltung zu bringen. An die Stelle von blindem Gehorsam soll eine zeitgemäße, menschenwürdige Ausbildung treten, die Mitdenken und Mitverantwortung fördert. Zur Durchsetzung dieser Ziele wird 1956 die Schule für Innere Führung in Koblenz gegründet.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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