1963-74 |
Entwicklungen im Osten: Kommerzielle Koordinierung |
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Unter Mitwirkung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) wird 1966 der Bereich Kommerzielle Koordinierung (KoKo) im Ministerium für Außenhandel eingerichtet. Zum Leiter der zur Beschaffung von Devisen gebildeten KoKo wird der Staatssekretär und MfS-Offizier Alexander Schalck-Golodkowski ernannt. Er baut die KoKo zu einem konspirativ operierenden und bis heute undurchsichtigen Wirtschaftsimperium aus. Noch vor der Auflösung der KoKo im März 1990 flieht Schalck-Golodkowski dann am 3. Dezember 1989 nach West-Berlin, um seiner drohenden Verhaftung zu entgehen. Die DDR weitet in den 70er Jahren ihren Handel mit dem Westen aus, um ihre Industrie zu modernisieren. Aufgrunddessen und wegen der Explosion der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt steigen die Auslandsschulden der DDR rapide an. Nicht nur die Importe aus dem Westen, sondern auch die Schulden müssen jedoch mit Devisen bezahlt werden. Die Beschaffung der dringend benötigten Devisen ist vor allem Aufgabe der KoKo. In geringerem Umfang tragen aber auch die Intershops zur Deckung des Devisenbedarfs der DDR bei. Seit 1976 untersteht die KoKo faktisch dem für Wirtschaftsfragen zuständigen Mitglied des Zentralkomitees der SED Günter Mittag. Außer Mittag haben nur noch Generalsekretär Erich Honecker sowie MfS-Chef Erich Mielke Einblick in die ansonsten völlig unkontrolliert agierende KoKo. Zur Devisenbeschaffung schreckt die KoKo weder vor dem Verkauf von NS-Militaria und Kulturgütern aus der DDR noch vor internationalen Waffengeschäften zurück. Außerdem unterhält sie weltweit etwa 160 Unternehmen, die zwischen 1966 und 1989 Devisen von rund 29 Milliarden D-Mark erwirtschaften - zu wenig , wie dann der Zusammenbruch der DDR 1989 zeigt. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |