1963-74

 

Neue Ostpolitik: UNO-Beitritt

Urkunde: Beitrittsurkunde der Bundesrepublik Deutschland zur Charta der Vereinten Nationen, 1973
Schild: KFZ-Nationalitätenkennzeichen der DDR, vor 1989
Karikatur: Wolfgang Hicks zum UNO-Beitritt der DDR, 1973

Am 18. September 1973 nehmen die Vereinten Nationen zwei neue Mitglieder auf: die Deutsche Demokratische Republik als 133. und die Bundesrepublik Deutschland als 134. Mitglied. Die USA, die UdSSR, Großbritannien und Frankreich begrüßen gemeinsam diesen Schritt, verweisen aber nach wie vor auf ihre Rechte in Bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes. Der Beitritt war von beiden deutschen Staaten im Zusammenhang mit dem Grundlagenvertrag vereinbart worden. Im Sitzungssaal der UNO-Vollversammlung in New York sitzen die Delegationen der Bundesrepublik und der DDR nebeneinander, nur durch einen schmalen Gang getrennt.

Die DDR ist durch ihren Beitritt zur United Nations Organization (UNO) anerkanntes Mitglied der Völkergemeinschaft und nimmt nun diplomatische Beziehungen zu den meisten Staaten der Erde auf - auch zu denen, die jahrelang Ziel propagandistischer Angriffe waren, zum Beispiel Spanien und der Iran. Die Agitation der DDR gegen die Bundesrepublik Deutschland lässt deutlich nach, die grundsätzliche Gegnerschaft jedoch bleibt bestehen.

Auch für die Bundesrepublik erweitert sich der außenpolitische Spielraum. Die Anerkennung der DDR durch Drittstaaten zwingt sie nicht mehr zu Gegenmaßnahmen, die in der Vergangenheit oftmals den eigenen Interessen entgegenstanden. In seiner ersten Rede vor der UNO-Vollversammlung betont Außenminister Scheel, dass die UNO-Mitgliedschaft beider deutscher Staaten keinesfalls die Anerkennung der Teilung durch die Bundesrepublik bedeute. Der Eintritt der Bundesrepublik in die Vereinten Nationen war vom Bundestag schon am 11. Mai 1973 mit großer Mehrheit beschlossen worden.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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