1974-89 |
Sicherheit und Zusammenarbeit: Honecker-Besuch |
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Auf Einladung von Bundeskanzler Helmut Kohl besucht der Generalsekretär der SED und DDR-Staatsratsvorsitzende, Erich Honecker, im September 1987 die Bundesrepublik. Nach den Begegnungen von Willy Brandt und Willi Stoph 1970 sowie Helmut Schmidt und Erich Honecker 1981 ist der fünftägige Besuch Honeckers das vierte deutsche-deutsche Gipfeltreffen. Honecker wird mit allen militärischen und protokollarischen Ehren empfangen: Zwei Fahnen, zwei Staatssymbole, zwei Hymnen. Mit dem Empfang des Staats- und Parteichefs der DDR in Bonn ist das SED-Regime am Ziel seiner Anerkennungsbemühungen angelangt. Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Kohl und Honecker steht die Verbesserung der innerdeutschen Beziehungen, vor allem in den Bereichen Reise- und Besuchsverkehr, Familienzusammenführung und Umweltschutz. Beide Seiten wollen sich darum bemühen, weitere Verbesserungen für die Menschen in den zwei deutschen Staaten zu erreichen. Während seines Aufenthaltes in der Bundesrepublik trifft Honecker neben Bundeskanzler Kohl unter anderem auch mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker und den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland zusammen. Im Saarland drängt Honecker besonders auf den Besuch seines Geburtsortes Wiebelskirchen. Nach dem Honecker-Besuch stimmt die DDR tatsächlich Erleichterungen im innerdeutschen Reise- und Postverkehr zu. Beispielsweise dürfen nun auch Fachzeitschriften und Schallplatten aus der Bundesrepublik in die DDR eingeführt werden. Die Erklärung für diese Entwicklung liegt jedoch nicht in der wachsenden Einsicht oder dem Reformwillen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), sondern in der schlechten wirtschaftlichen Lage, die entscheidend zum Zusammenbruch der DDR beiträgt. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |