1974-89

 

Weltwirtschaftskrise: Neue Entwicklungen

Photo: Sinkender Aktienindex an der Frankfurter Wertpapierbörse, 1989
Photo: Spaceshuttle "Enterprise", 1983
Technik: Computer Commodore 8032-SK, 1980-84

Die internationale Verflechtung der Finanz- und Kapitalmärkte nimmt in den 70er und 80er Jahren deutlich zu. In diesem immer komplexer werdenden Weltwirtschaftssystem reagieren die Börsen empfindlich auf jede politische und ökonomische Krise. Die zunehmende Globalisierung verstärkt die gegenseitige Abhängigkeit, die nationale Geld- und Währungspolitik wird immer mehr eingeschränkt. Gleichzeitig macht die technische Entwicklung einen epochalen Sprung, dessen Auswirkungen weite Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens tiefgreifend verändern. In den Naturwissenschaften entstehen neue Forschungsrichtungen, deren Anwendung in Medizin und Landwirtschaft den Menschen als Patient und Verbraucher berührt.

Bedeutende Fortschritte kann die Grundlagenforschung in der Atomphysik verzeichnen: Mit Hilfe riesiger Teilchenbeschleuniger-Anlagen mit Durchmessern von zwei Kilometern werden neue Elementarteilchen entdeckt. Die Erfahrungen der Ölkrise fördern die Suche und Erschließung alternativer Energiequellen. Erste mit Sonnenenergie oder Meerwasserwärme betriebene Kraftwerke werden gebaut. Mit der Entwicklung neuer Raumsonden und -fähren erzielt auch die Raumfahrt nutzbare Erfolge. Die USA setzen seit 1981 für ihre Weltraumflüge den teilweise wiederverwendbaren Raumtransporter Spaceshuttle ein. Am 20. Februar 1986 startet die Sowjetunion die permanent bemannte Raumstation Mir, deren wechselnde Besatzungen seitdem in Zusammenarbeit mit Astronauten anderer Nationen Experimente im All durchführen.

Eine dritte industrielle Revolution bedeutet die Einführung der Mikroelektronik. Ihre Einsatzmöglichkeiten in Industrierobotern und Computern machen zahlreiche Rationalisierungsmaßnahmen in Industriebetrieben und Büros möglich und beschleunigen so den Strukturwandel in der Arbeitswelt. Viele Menschen fürchten jedoch den damit einhergehenden Verlust von Arbeitsplätzen und warnen vor einer Zerstörung der menschlichen Kommunikation durch die neuen technischen Möglichkeiten.
Als Teilgebiet der Molekularbiologie und Biotechnologie entwickelt sich seit Mitte der 70er Jahre die Gentechnik, die seitdem bedeutende wissenschaftliche, zunehmend aber auch wirtschaftlich und medizinisch nutzbare Erfolge erzielt. Zugleich werden jedoch Warnungen vor möglichen Missbräuchen laut.

(ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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