1945-49 |
Ende als Anfang: Hamsterfahrten |
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Der Hunger bestimmt Denken
und Handeln der Menschen in den Nachkriegsjahren. Die auf Lebensmittelkarten
zu kaufende Nahrung reicht bei weitem nicht aus. Nur Tausch- und "Kompensationsgeschäfte"
können das Überleben sichern. Wer nichts zu "verhamstern" hat, sei es durch Ausbombung oder Flucht und Vertreibung, steht schlecht da. Viele, die keine Tauschwaren besitzen, besonders Frauen verdingen sich bei den Bauern als Arbeitskräfte gegen Naturallohn. Andere müssen froh sein, wenn in ihren Betrieben Produkte hergestellt werden, die "kompensierbar" sind. In dieser Notzeit erteilt der Kölner Kardinal Frings für kleinere "Ungenauigkeiten" in Eigentumsfragen von der Kanzel herab die Absolution. Lebensnotwendiges zu nehmen, wenn es weder durch Arbeit noch durch Bitten zu bekommen sei, erklärt er für erlaubt. "Fringsen" wird zum geflügelten Wort. Häufig wird das mühsam "Gehamsterte" auf dem Weg nach Hause beschlagnahmt. An Bahnhöfen und Ausfallstraßen finden Kontrollen statt, denn "Hamstern" ist offiziell verboten. Doch Kontrollen wie Appelle, das "Hamstern" zu unterlassen, zeigen keinerlei Wirkung. Nach und nach werden die strengen Regelungen gegen das "Hamsterunwesen" entschärft, Lebensmittel in bestimmten, festgelegten Mengen, die der Selbstversorgung dienen, nicht mehr eingezogen. (ab) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |