1945-49 |
Ende als Anfang: Hunger |
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Der Hunger ist das zentrale Problem der Nachkriegszeit. Schon kurz nach Kriegsende wird die
Ernährungslage der Bevölkerung äußerst kritisch. Im Chaos der Wochen nach der
Kapitulation
bricht die staatliche Lebensmittelversorgung komplett zusammen. Im Dezember 1946 jedoch beginnt einer der kältesten Winter in Mitteleuropa. Eis und Schnee legen den Verkehr zu Wasser und zu Lande weitgehend lahm. Getreidelieferungen aus Amerika liegen in den Häfen fest, Kartoffelsonderlieferungen für das Ruhrgebiet kommen erfroren an, Vieh aus Bayern kann nicht transportiert werden. Die Lebensmittelreserven schmelzen dramatisch, teilweise bis auf den Bestand für nur noch drei Tage. Nach vier Monaten des Hungers geht der strenge Winter zu Ende. Doch sind die Vorräte aufgebraucht, und die Hilfslieferungen der Alliierten bleiben weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Ende März 1947 kommt es zu großen Hungerdemonstrationen und Streiks im Ruhrgebiet, im Mai versammeln sich über 100.000 Menschen zu einer Protestkundgebung in Hamburg, andere Städte und Regionen folgen. Bezogen auf die Ernährungslage wird das Jahr 1947 zum kritischsten der gesamten Nachkriegszeit. Erst ab Juli entspannt sich die Lage ein wenig.
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