Die Kapitulation
am 7. Mai 1945 markiert Ende und Anfang zugleich: Das Ende der zwölfjährigen
nationalsozialistischen Herrschaft und den von den Alliierten betriebenen
Neubeginn in demokratischen Formen. Zunächst gilt es, das Überleben
zu sichern. Durch die Kriegszerstörung
stehen große Teile der deutschen Bevölkerung praktisch vor
dem Nichts: Städte und Wohnungen sind zerbombt und ausgebrannt, Industrie-
und Versorgungseinrichtungen zerstört.
Millionen von Umsiedlern, Vertriebenen, Flüchtlingen,
befreiten Häftlingen der Konzentrationslager
und Gefängnisse, Zwangsarbeitern
und aus dem Kriegsdienst Entlassenen suchen nach Angehörigen und
einem neuen Zuhause. Noch Ende 1946 stehen für 14 Millionen Haushalte
nur 8 Millionen Wohnungen zur Verfügung.
Über 11 Millionen Wehrmachtsangehörige befinden sich 1945 in
Kriegsgefangenschaft:
In den sowjetischen Lagern befinden sich 3,3 Millionen deutsche Soldaten, von denen nur knapp 2 Millionen
nach Deutschland zurückkehren. 7,7 Millionen kommen in die Gefangenschaft der Westmächte.
Der Umgang mit dem Trümmerleben
und die Überwindung der täglichen Not ist vor allem Sache der
Frauen: Viele Männer sind im Krieg gefallen oder verkrüppelt,
vermisst oder in Kriegsgefangenschaft geraten. In vielen deutschen Städten
legen die Trümmerfrauen den Grundstein
zum Wiederaufbau. Für manche Familie ist die zusätzliche Lebensmittelration,
die es dafür gibt, überlebenswichtig.
Die zurückkehrenden Emigranten tragen vor allem im politischen
und kulturellen Bereich einen wichtigen Teil zum Neuanfang bei.