1945-49

 

Ende als Anfang: Trümmerfrauen

Photo: Trümmerfrauen, 1945-1949

Die "Trümmerfrauen" sind zum Symbol für den Aufbauwillen und die Überlebenskraft der Deutschen in der Nachkriegszeit geworden. Ohne ihre Schwerstarbeit wären die deutschen Städte lange Zeit Schutthalden geblieben, ohne ihre unermüdliche Tätigkeit das Überleben der Familien nicht gesichert gewesen.

Die Sorge ums Überleben treibt viele Frauen freiwillig zur Trümmerbeseitigung, denn sie garantiert neben Lohn auch höhere Lebensmittelrationen. Die schwere körperliche Arbeit wird mit der besseren Kategorie II im 5stufigen Berechtigungssystem der Lebensmittelzuteilungen belohnt, während "nicht berufstätige Hausfrauen" nur Kategorie V erhalten. Viele Frauen sind dringend auf diese Leistungen angewiesen, denn sie tragen allein die Last im täglichen Existenzkampf. Ihre Ehemänner, Brüder und Söhne sind gefallen, versehrt oder noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Zahlreiche Familien bestehen aus Großeltern, Frauen und Kindern.

Allein in Berlin gibt es 60.000 Trümmerfrauen. Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Unter unendlichen Mühen und körperlichen Strapazen "klopfen" sie Steine, laden sie mit Schaufeln auf große Pferdewagen, die sie selber ziehen müssen oder schieben mit Schutt beladene Loren über die Schienen.

(ab) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

II. WeltkriegNachkriegsjahreGeteiltes DeutschlandHomeLeMOImpressum