1945-49

 

Alliierte Besatzung: Entnazifizierung

Karikatur: Stury-Karikatur zur Entnazifizierung, 1948
Plakat: Wahlplakat der FDP zur Entnazifizierung, 1949

Die auf der Potsdamer Konferenz beschlossene Entnazifizierung wird von den Alliierten umfassend in Angriff genommen: Die NSDAP und alle ihre Unterorganisationen werden verboten, alle NS-Gesetze aufgehoben, und jegliche Erinnerungen an das "Dritte Reich" wie zum Beispiel Straßenschilder, Bücher, Uniformen und Orden müssen aus der Öffentlichkeit verschwinden. Gegen die Spitzen des NS-Regimes wird seit dem 20. November 1945 vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg verhandelt.

Die Entnazifizierung wird in den einzelnen Besatzungszonen sehr unterschiedlich durchgeführt. In der sowjetischen Besatzungszone ist sie mit einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbau im sozialistischen Sinne verbunden. Bis 1947 werden über 500.000 Personen aus ihren Stellungen entfernt und durch Kommunisten ersetzt. In Speziallager der sowjetischen Geheimpolizei werden außer NS-Verbrechern auch Denunzierte und Gegner der SED eingesperrt.

In der US-Zone wird die Entnazifizierung zunächst sehr streng umgesetzt: Die Betroffenen werden in 5 Kategorien eingestuft und entsprechend verurteilt. Als die USA dann im Zuge des Kalten Krieges die Entnazifizierung in ihrer Zone zum 31. März 1948 einstellen, sind häufig Verfahren gegen schwerer Belastete noch nicht abgeschlossen. Viele Schuldige entgehen so ihrer gerechten Strafe. Engländer und Franzosen nehmen die Entnazifizierung vor allem nach pragmatischen Gesichtspunkten vor: Der Wiederaufbau von Verwaltung und Wirtschaft hat Vorrang vor der politischen Überprüfung.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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