1945-49

 

Alliierte Besatzung: Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD)

Mit dem Befehl Nr. 1 vom 9. Juni 1945 wird die SMAD mit Sitz in Berlin-Karlshorst ins Leben gerufen. Bis 1949 ist sie die höchste Behörde in der SBZ, deren Befehle Gesetzeskraft haben. Erster Chef der SMAD ist der sowjetische Marschall Georgi K. Schukow. Ihm folgen im April 1946 Marschall Wassilij D. Sokolowski sowie ab März 1949 General Wassilij I. Tschuikow. Von allen Besatzungsmächten unterhält die UdSSR das meiste Personal in Deutschland. Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wird die SMAD am 10. Oktober 1949 aufgelöst und durch die Sowjetische Kontrollkommission (SKK) ersetzt.

Mit einem dichten Netz von Kommandanturen auf Länder- und Kreis- bis hinunter zur Ortsebene kontrolliert die SMAD das gesamte wirtschaftliche und politische Leben in ihrer Besatzungszone: Sie nimmt Demontagen vor, verfügt eine Boden- und Industriereform, die Verstaatlichung von Banken und Versicherungen, gründet Länder und lässt neue Parteien zu. Nach den Vorgaben der SMAD wird die sowjetische Besatzungszone bis 1949 im Sinne der UdSSR komplett umgestaltet.
Auch die von der SMAD durchgeführte Entnazifizierung dient durch Ausschaltung der alten Eliten der sozialistischen Umgestaltung. Über 500.000 Personen werden im Zuge der Entnazifizierung entlassen, über 200.000 Personen verhaftet und zum Teil in ehemaligen Konzentrationslagern interniert. Mit Wirkung vom Februar 1948 verfügt die SMAD das Ende der Entnazifizierung.

Dokument Befehl: SMAD Befehl Nr.64, 1948

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