1945-49 |
Alliierte Besatzung: Umerziehung |
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Die in Potsdam beschlossene Umerziehung der Deutschen ist als positives Gegenstück zur Entnazifizierung geplant. Sie nimmt einen wichtigen Platz im Programm der Siegermächte ein. Die historischen Wurzeln des deutschen Militarismus und Totalitarismus sollen beseitigt werden. Eine Besinnung auf das bessere deutsche Kulturerbe ist von den Westmächten auch als ein Schritt auf dem Weg zur Demokratie gedacht. Vor der Wiederaufnahme des Schulbetriebs werden sowohl Schulpläne als auch Lehrer überprüft. Da ein Großteil der Lehrer entlassen wird, müssen die entstandenen Lücken durch Pensionäre oder schnell ausgebildete Schulhelfer geschlossen werden. Statt der Schulbücher aus der NS-Zeit finden nun wieder die bis 1933 benutzten Bücher Verwendung. In den Hochschulen wird an die Situation der Weimarer Republik angeknüpft; die Studenten werden vor Studienbeginn politisch überprüft. In den Westzonen scheitern weitergehende Reformen im Bildungssystem häufig aber am Beharrungsvermögen der deutschen Behörden. In der sowjetischen Besatzungszone soll durch die Einrichtung von "Vorbereitungskursen" ab 1946 die Zahl der Studenten aus der Arbeiterklasse vergrößert werden. Erst ab 1948 beginnt hier dann die klassenbewusste Erziehung zum "Sozialismus". Die Umerziehung wird von der UdSSR auch auf die Justiz ausgedehnt. 1946 werden über 85% der Richter und Staatsanwälte - meist frühere NSDAP-Mitglieder - durch schnell ausgebildete "Volksrichter" ersetzt, die den Kommunisten ergeben sind.
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