1945-49

 

Entstehung zweier deutscher Staaten: Kalter Krieg

Karikatur: Mirko Szewczuk, Kalter Krieg, 1947
Zahlungsmittel: Zwanzig Deutsche Mark, 1948
Medaille: Gedenkmedaille zur Berliner Luftbrücke, 1948

Das Vorgehen der UdSSR in Osteuropa und in ihrer deutschen Besatzungszone erweckt das Misstrauen der Westmächte. Bereits am 5. März 1946 spricht der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill von einem "Eisernen Vorhang", der von Josef Stalin in Europa errichtet worden sei. Die Sowjetunion ihrerseits hat kein Verständnis für die Deutschlandpolitik der Amerikaner und sieht sich durch das Atomwaffenmonopol der USA bedroht. Das gegenseitige Misstrauen und die Unfähigkeit zu einer einheitlichen Umsetzung des Potsdamer Abkommens führen zwangsläufig zu einem Scheitern der Viermächte Regierung über Deutschland.

Weil die Interessen der USA und der Sowjetunion im Iran, in der Türkei und in Griechenland unüberbrückbar aufeinanderstoßen, verkündet Präsident Harry S. Truman am 12. März 1947 die Politik des "containment", d.h. der Eindämmung des Kommunismus. Auf Deutschland wirkt sich die Containment-Politik unmittelbar aus: So soll durch den Marshallplan auch die Ausbreitung des Kommunismus in Mitteleuropa verhindert werden. Zunächst ist jedoch die notwendige Währungsreform durchzuführen. Die Einführung der Deutschen Mark in den Westsektoren von Berlin bildet dann den Auslöser für die Berlin-Blockade.

Durch die Blockade will die UdSSR die Westmächte zwingen, ihren auf der Londoner Sechsmächtekonferenz im Frühjahr 1948 gefassten Beschluss zur Errichtung eines westdeutschen Teilstaates aufzugeben. Die sowjetische Politik schlägt jedoch fehl und trägt nur zu einer Stärkung des Antikommunismus in Westdeutschland bei. Die Berlin-Blockade scheitert nach fast einem Jahr an der Luftbrücke und dem Widerstandswillen der West-Berliner.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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